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	<title>Axel Kopp</title>
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		<title>Ausbeutung oder Win-win? Gentrifizierung und die Rolle des K&#252;nstlers am Beispiel des Hamburger G&#228;ngeviertels</title>
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		<pubDate>Sun, 05 Sep 2010 07:00:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Kopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Gängeviertel]]></category>
		<category><![CDATA[Gentrifizierung]]></category>
		<category><![CDATA[Hamburg]]></category>
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		<description><![CDATA[Gentrifizierung wird seit einigen Jahren alle paar Monate in den Medien thematisiert. In Hamburg gab es vor ziemlich genau einem Jahr heftige Proteste. Im Rahmen einer Portfolio-Leistung f&#252;r das Seminar "Kulturwirtschaft" habe ich mich damit besch&#228;ftigt. Folgendes kam dabei heraus.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Gentrifizierung wird seit einigen Jahren alle paar Monate in den Medien thematisiert. In Hamburg gab es vor ziemlich genau einem Jahr heftige Proteste. Im Rahmen einer Portfolio-Leistung f&#252;r das Seminar &#8220;Kulturwirtschaft&#8221; habe ich mich damit besch&#228;ftigt. Folgendes kam dabei heraus.</p>
<h2>Was ist Gentrifizierung?</h2>
<p>Der Begriff <em>Gentrifizierung </em>ist vom englischen Wort „gentry“ (niederer Adel) abgeleitet und beschreibt einen Prozess der Aufwertung innenstadtnaher Wohngebiete (vgl. Friedrichs/Kecskes 1996: 7). Er geht auf Glass zur&#252;ck, die damit in den 1960-er Jahren Ver&#228;nderungen in Londoner Altbauquartieren beschrieb (vgl. Glass 1964: 18 f.). In Deutschland wurde das Ph&#228;nomen der Gentrifizierung erstmals 1986 in drei Hamburger Stadtteilen untersucht (vgl. Dangschat/Friedrichs 1988: 20 ff.). Durch den gezielten, politisch gew&#252;nschten Zuzug von neuen, statush&#246;heren Bev&#246;lkerungsschichten einerseits und durch Restaurierungs- und Umbaut&#228;tigkeiten andererseits sollen durch Gentrifizierung Stadtteile aufgewertet werden (vgl. Friedrichs/Kecskes 1996: 7).</p>
<h2>Wie laufen Gentrifizierungsprozesse ab?</h2>
<p>Am Anfang des Prozesses stehen sog. <em>Pioniere</em>, bei denen es sich meist um Sch&#252;ler, Auszubildende, Studierende, (Lebens-)K&#252;nstler, Bohemiens und Aussteiger handelt (vgl. Friedrichs/Kecskes 1996: 59). Zusammengefasst handelt es sich also um Personen mit hoher Bildung und hohem kreativen Potenzial, jedoch geringer finanzieller Ausstattung. Sie sind aufgrund des geringen Mietpreises bereit, „schlechte“ Wohnbedingungen zu akzeptieren. Auch ist f&#252;r sie „schlecht“ nicht unbedingt schlecht, denn marode Altbauwohnungen mit Betonboden, von der Wand br&#246;ckelndem Putz und kaputten Fenstern k&#246;nnen von ihnen durchaus als „spannend“ erlebt werden. So werden solche M&#228;ngel von den Pionieren eher als Vorteil empfunden, da sie M&#246;glichkeiten f&#252;r eine kreative Raumgestaltung bieten (vgl. L&#246;w et al. 2008: 41). Durch diesen Prozess erh&#246;ht sich im Lauf der Zeit sukzessive die Anzahl kultureller Angebote, gleichzeitig wird die Geb&#228;udesanierung gef&#246;rdert. So entstehen beispielsweise neue Kneipen, Klubs und Kultureinrichtungen, die wiederum dem Viertel ein besseres Image verleihen. Die h&#246;here Anzahl an kulturellen Angeboten f&#252;hren zu einer gr&#246;&#223;eren Pr&#228;senz des Stadtteils in den (lokalen) Medien. Somit wird – zumindest in der Theorie – aus stadtpolitischer Sicht ein „Engelskreis“ (virtuous circle) in Gang gesetzt.<br />
In einem n&#228;chsten Schritt folgen auf die Pioniere die sog. <em>Gentrifizierer</em>, bei denen es sich um wohlhabende Personen des Mittelstands handelt (vgl. L&#246;w et al. 2008: 41). Diese haben im Vergleich zu den alteingesessenen Viertelbewohnern und den Pionieren ein hohes &#246;konomisches Kapital, erfreuen sich an der bereits bestehenden kulturellen Vielfalt und nutzen das Viertel als Wohn- und Gewerberaum. Als Konsequenz steigt der Immobilienwert der Geb&#228;ude sowie der Mietspiegel, wodurch das Viertel f&#252;r Investoren als Kapitalanlage interessant wird. Damit einher gehen infrastrukturelle Ver&#228;nderungen, die sich an den W&#252;nschen und Bed&#252;rfnissen der „neuen“ Bewohner des Viertels orientieren. &#220;berspitzt formuliert werden sch&#228;bige Mietwohnungen zu luxuri&#246;sen Eigentumswohnungen und Discounter zu Biol&#228;den. Nach einer kurzen Phase der Koexistenz verschiedener Schichten, verlassen aufgrund der steigenden Mietpreise die Alteingesessenen und die Pioniere das Viertel und ziehen in andere Stadtteile. Die durch Gentrifizierung herbeigef&#252;hrte Dominanz einkommensstarker Haushalte in attraktiven urbanen Wohngegenden geht also zu Lasten von weniger verdienenden Bev&#246;lkerungsgruppen (vgl. Breckner 2010: 27). Gleichzeitig verschwindet mit ihnen auch die anfangs als wertvoll erachtete Heterogenit&#228;t des Viertels (vgl. Marquardt 2006: 38 f.). Was bleibt ist eine relativ homogene und wohlhabende Bev&#246;lkerungsschicht.</p>
<h2>Welche Probleme gehen mit einer Gentrifizierung einher?</h2>
<p>Diese Gentrifizierungsprozesse laufen in ihrer Anfangsphase wie im Stadium ihrer Vollendung selten konfliktfrei ab:</p>
<blockquote><p>„Sie l&#246;sen bis heute europaweit unterschiedliche stadtpolitische Protestaktionen – wie z. B. Hausbesetzungen, organisierte Mietminderung, politische Demonstrationen oder Vandalismus gegen Symbole des durchsetzungsstarken Reichtums – aus“ (Breckner 2010: 27).</p></blockquote>
<p>Von Gentrifizierungskritikern wird es als grundlegendes Problem gesehen, dass es durch den Wegzug der finanziell schlechter gestellten Bewohner zu einer r&#228;umlichen Segregation in arm und reich kommt (vgl. L&#246;w 2008: 42). Da sich, wie eingangs erw&#228;hnt, Gentrifizierungsprozesse auf innenstadtnahe Wohngebiete beziehen, werden diese f&#252;r &#228;rmere Bev&#246;lkerungsschichten, zu denen auch K&#252;nstler geh&#246;ren, unerschwinglich und „oftmals geh&#246;ren sie zu den Ersten, die sich die teuren Mieten in den angesagten Vierteln nicht mehr leisten k&#246;nnen  – auch wenn sie diese Entwicklung selbst mit ausgel&#246;st haben“ (D&#252;ckers 2010). K&#252;nstler k&#246;nnen folglich durch ihre kulturelle, praktische Distinktionst&#228;tigkeit ihren &#228;sthetischen Habitus auf ein Viertel oder einen Ort &#252;bertragen und ihn dadurch mit Inhalt f&#252;llen (vgl. Dangschat 2009: 317). Obwohl von den K&#252;nstlern nicht beabsichtigt, geht dies mit einer Steigerung des &#246;konomischen Wertes einher, was sich in h&#246;heren Boden- und Mietpreisen niederschl&#228;gt. Es entsteht im Bourdieuschem Verst&#228;ndnis ein Spannungsverh&#228;ltnis zwischen &#246;konomischem und (inkorporiertem) kulturellem Kapital* . W&#228;hrend sich &#246;konomisches Kapital &#252;ber den Wertma&#223;stab Geld messen l&#228;sst, fehlt dem kulturellen Kapital eine einfache Form der Messbarkeit ebenso wie eine Zahlungsfunktion. Vereinfach gesagt kann sich ein K&#252;nstler von der von ihm herbeigef&#252;hrten kulturellen Aufwertung eines Viertels nichts kaufen. Von Stadtplanern und Investoren werden die K&#252;nstler aus diesem Grund umworben. Was den K&#252;nstlern bleibt, ist der Wegzug in innenstadtferne Gegenden – oder der Protest.</p>
<h2>Werden die K&#252;nstler im Hamburger G&#228;ngeviertel ausgebeutet?</h2>
<p>Im Hamburger G&#228;ngeviertel haben sich die K&#252;nstler 2009 f&#252;r den Protest entschieden und hatten damit Erfolg. Das G&#228;ngeviertel liegt mitten im Zentrum der Stadt und ist umgeben von einer vollst&#228;ndig gentrifizierten Gegend, die &#252;berwiegend gewerblich genutzt wird. Von der geschichtstr&#228;chtigen Architektur des historischen G&#228;ngeviertels ist nur noch wenig bauliche Substanz erhalten. Konkret handelt es sich um einen Geb&#228;udekomplex mit zw&#246;lf unsanierten H&#228;usern. Nachdem dieser fast das komplette letzte Jahrzehnt leer stand und zunehmend verfiel, ver&#228;u&#223;erte die Stadt den Geb&#228;udekomplex im Jahr 2007 an einen niederl&#228;ndischen Investor (vgl. Oehmke 2010). Dieser beabsichtigte, die meisten Geb&#228;ude abzurei&#223;en und moderne B&#252;ro- und Einkaufsgeb&#228;ude zu errichten. Um erstens den Abriss von historischer Architektur zu verhindern, um sich zweitens gegen eine Instrumentalisierung von K&#252;nstlern f&#252;r Gentrifizierungsprozesse zu wehren, und um drittens auf den r&#228;umlichen Notstand f&#252;r K&#252;nstler in Hamburg aufmerksam zu machen, haben im August 2009 etwa 200 Hamburger K&#252;nstler die leerstehenden Geb&#228;ude des G&#228;ngeviertels besetzt (vgl. Fietz 2009: 15 f.). Im Dezember 2009 reagierte der Hamburger Senat auf die Besetzung und die massiven &#246;ffentlichen Proteste und kaufte den ver&#228;u&#223;erten Geb&#228;udekomplex  zur&#252;ck (vgl. Oehmke 2010).<br />
<br />
Im Rahmen der Besetzung wurde im November 2009 von der K&#252;nstlerinitiative <em>Komm in die G&#228;nge</em> das Manifest „Not in our Name, Marke Hamburg“ ver&#246;ffentlicht. Darin wehren sie sich gegen ihre Instrumentalisierung durch das Stadtmarketing: „Wir wollen weder dabei helfen, den Kiez als ‚bunten, frechen, vielseitigen Stadtteil‘ zu ‚positionieren‘, noch denken wir bei Hamburg an ‚Wasser, Weltoffenheit, Internationalit&#228;t‘(…)“ (Inititative Not In Our Name, Marke Hamburg!**  2009). Die K&#252;nstler kritisieren, dass es &#252;ber eine Million leerstehender B&#252;roquadratmeter gebe, dass die Elbe trotzdem immer weiter mit „Premium-Glasz&#228;hnen“ zugebaut werde und dass es gleichzeitig „kaum mehr ein WG-Zimmer unter 450 Euro“ gebe. Die Folgen davon seien, dass sich „die Anzahl der Sozialwohnungen in den n&#228;chsten zehn Jahren halbieren wird“ und dass „die armen, alten und migrantischen Bewohner an den Stadtrand ziehen, weil Hartz IV und eine st&#228;dtische Wohnungsvergabepolitik daf&#252;r sorgen“ (vgl. N.I.O.N. 2009). Damit beschreiben sie plastisch die negativen Auswirkungen von Gentrifizierungsprozessen.<br />
<br />
Doch werden die Hamburger K&#252;nstler dabei ausgebeutet? Zumindest nicht in dem Ma&#223;e, wie es das Manifest vorgibt. Denn die K&#252;nstler werden von der Stadt gef&#246;rdert – sowohl finanziell wie auch durch die Bereitstellung von R&#228;umen. Von der eigens eingerichteten Kreativagentur der Stadt Hamburg werden Immobilienangebote vermittelt und die K&#252;nstler k&#246;nnen eine tempor&#228;re Nutzung von Leerst&#228;nden beantragen. „Daf&#252;r gibt es sogar Mietzuschuss“ (N.I.O.N. 2009), steht im Manifest in einem eher anklagenden Kontext, denn die K&#252;nstler stellt das keinesfalls zufrieden. Ihres Erachtens m&#246;chte die Stadt, dass die K&#252;nstler den F&#246;rdergeldern und Zwischennutzungen nachlaufen „wie der Esel der Karotte“ (N.I.O.N. 2009). Diese Angebote der Stadt, welche die k&#252;nstlerische Arbeit nicht nur ideell, sondern auch materiell wertsch&#228;tzen sollen, werden von den Verfassern des Manifests jedoch kritisch gesehen. Die K&#252;nstler beanstanden, dass die Stadt eine Gegenleistung von ihnen fordere: Die Nutzung des kreativen Kapitals f&#252;r das Stadtmarketing, wird als „Logik der unternehmerischen Stadt“ angeprangert. W&#228;re die Stadt tats&#228;chlich ein Unternehmen, Hamburg w&#228;re schon l&#228;ngst pleite. Die Stadt hat rund 25,6 Milliarden Euro Schulden (vgl. Bund der Steuerzahler Hamburg e.V. 2010). Der Stadt bleibt deshalb gar keine andere Wahl: sie muss unternehmerisch denken und handeln. Sie kann nicht, wie die K&#252;nstler es fordern, m&#228;zenatisch agieren und auf jegliche Form einer Gegenleistung verzichten. Disputabel ist hingegen, ob das Geld an den richtigen Stellen ausgegeben wird. So beschwert sich die K&#252;nstler-Initiative im Manifest etwa dar&#252;ber, dass das Militaria-Museum mit 30 Millionen Euro gef&#246;rdert w&#252;rde und dass vierzig Prozent der Ausgaben f&#252;r Kultur auf den Bau der Elbphilharmonie entfielen, den sie als „500-Millionen-Grab“ bezeichnen (vgl. N.I.O.N. 2009). Doch was sind die richtigen Stellen? Diese Diskussion lie&#223;e sich schier unendlich ausdehnen. Eltern und Lehrer w&#252;rden wohl in Bildung investieren und von den Mai-Krawallen verunsicherte B&#252;rger w&#252;rden wohl mehr Geld f&#252;r die innere Sicherheit ausgeben. Die K&#252;nstler hingegen beklagen, dass es in Hamburg zunehmend schwer werde, „halbwegs bezahlbare Ateliers, Studio- und Prober&#228;ume zu finden, oder Clubs und Spielst&#228;tten zu betreiben, die nicht einzig und allein dem Diktat des Umsatzes verpflichtet sind“ (N.I.O.N. 2009). Was richtig und was falsch ist, ist also eine Frage der Perspektive. Wie im Manifest postuliert wird, „hat die Konkurrenz der Standorte mittlerweile dazu gef&#252;hrt, dass sich die st&#228;dtische Politik [in Hamburg, d. Verf.] immer mehr einer ‚Image City‘ unterordnet“ (vgl. N.I.O.N. 2009). M&#246;chte sich Hamburg international gegen&#252;ber St&#228;dten wie Amsterdam, Madrid oder Prag behaupten, k&#246;nnte es jedoch sinnvoll sein, sich nach au&#223;en als „Image City“ zu pr&#228;sentieren und „Leuchtt&#252;rme“ zu errichten. Diese haben in der Regel eine h&#246;here Strahlkraft – man denke nur an das Sydney Opera House in Australien . Die Stadt Hamburg hat sich jedenfalls von diesem Gedanken verf&#252;hren lassen und sich f&#252;r die Elbphilharmonie entschieden. Ob die Ausgaben in einem ad&#228;quaten Verh&#228;ltnis zu den F&#246;rdermitteln f&#252;r die Soziokultur und die K&#252;nstler im G&#228;ngeviertel stehen, ist fraglich. Und ob die K&#252;nstler von der Stadt Hamburg f&#252;r das Einbringen ihrer Kreativit&#228;t angemessen entlohnt werden ebenso. Gleichzeitig ist die Forderung der K&#252;nstler nach einer F&#246;rderung ohne Gegenleistung vermessen, denn eine Stadt ist kein M&#228;zen. Lie&#223;en sich die K&#252;nstler hingegen auf das Prinzip von <em>Leistung und Gegenleistung</em> ein, k&#246;nnte eine <em>Win-win-Situation</em> entstehen.</p>
<p>* Mehr zu diesem Spannungsverh&#228;ltnis findet sich in Bourdieus Buch „Die feinen Unterschiede“. Dort differenziert er auch das kulturelle Kapital weiter aus in a) objektiviertes Kulturkapital (z.B. Bilder), b) institutionalisiertes Kulturkapital (z.B. Schulabschl&#252;sse)und c) inkorporiertes Kulturkapital (z.B. k&#252;nstlerische F&#228;higkeiten) (vgl. Bourdieu 1998: 195 ff.)</p>
<div>** Die Initiative wird im Folgenden mit „N.I.O.N.“ abgek&#252;rzt.</div>
<div>
</p>
<h2>Literaturverzeichnis</h2>
<div id="_mcePaste">
<ul>
<li>Bourdieu, Pierre (1998): Die feinen Unterschiede. Kritik der gesellschaftlichen Urteilskraft, Frankfurt am Main.</li>
<li>Breckner, Ingrid (2010): Gentrifizierung im 21. Jahrhundert. In: Bundeszentrale f&#252;r politische Bildung (Hrsg.):  Aus Politik und Zeitgeschichte (APuZ 17/2010), Thema: Stadtentwicklung, Bonn. In: http://www.bpb.de/files/U8HQVX.pdf (22.08.2010)</li>
<li>Bund der Steuerzahler Hamburg e.V. (2010): Willkommen im Rekordschulden-Jahr 2010! In: Bund der Steuerzahler Hamburg e.V. vom 06.01.2010 http://www.steuerzahler-hamburg.de/Willkommen-im-Rekordschulden-Jahr-2010/24222c27678i1p334/index.html (22.08.2010)</li>
<li>Dangschat, Jens/Friedrichs, J&#252;rgen (1988): Gentrification in der inneren Stadt von Hamburg. Eine empirische Untersuchung des Wandels von drei Wohnvierteln, Hamburg.</li>
<li>D&#252;ckers, Tanja (2010): K&#252;nstler als S&#252;ndenb&#246;cke. In: ZEIT ONLINE vom 07.07.2010 http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2010-07/kuenstler-gentrifizierung?page=all (22.08.2010)</li>
<li>Glass, Ruth (1964): London: aspects of change, Lon¬don.</li>
<li>Fietzek, Gerti (2002): Documenta 11 Plattform 5. Ausstellungskatalog, Ostfildern-Ruit.</li>
<li>Friedrichs, J&#252;rgen/Kecskes, Robert (1996): Gentrification. Theorie und Forschungsergebnisse, Opladen.</li>
<li>Inititative Not In Our Name, Marke Hamburg! (2009): Manifest. In: http://nionhh.wordpress.com/about/ (22.08.2010)</li>
<li>Kruger, Paula (2007): Opera House to get multi-million dollar makeover. In: ABC News vom 29.06.2007 http://www.abc.net.au/news/stories/2007/06/29/1965251.htm (22.08.2010)</li>
<li>L&#246;w, Martina/Steets, Silke/Stoetzer, Sergej (2008): Einf&#252;hrung in die Stadt- und Raumsoziologie, Opladen.</li>
<li>Marquardt, Tanja (2006): K&#228;thes neue Kleider. Gentrifizierung am Berliner Kollwitzplatz in lebensweltlicher Perspektive, T&#252;bingen.</li>
<li>Oehmke, Philipp (2010): Stadt der Gespenster. In: Spiegel Online vom 04.01.2010 http://www.spiegel.de/spiegel/print/d-68525296.html (22.08.2010)</li>
</ul>
</div>
</div>
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		</item>
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		<title>Netze nutzen: Einleitung</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Sep 2010 07:00:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Kopp</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem die letzten Tage stressig waren, ich aber mittlerweile meine letzte Ausarbeitung, meinen letzten Essay und meine erste und letzte Masterarbeit abgegeben habe, bin ich nun frisch gebackener Social Media Manager an der Deutschen Oper Berlin.  
Die Masterarbeit wird bald ver&#246;ffentlicht, muss allerdings noch von meinen Interviewpartnern gegengelesen werden. Bevor sie am St&#252;ck ver&#246;ffentlicht wird, gibt es ein paar Ausz&#252;ge. An dieser Stelle die Einleitung:]]></description>
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<div id="_mcePaste">Nachdem die letzten Tage stressig waren, ich aber mittlerweile meine letzte Ausarbeitung, meinen letzten Essay und meine erste und letzte Masterarbeit abgegeben habe, bin ich nun frisch gebackener Social Media Manager an der Deutschen Oper Berlin.</div>
<div id="_mcePaste">Die Masterarbeit wird bald ver&#246;ffentlicht, muss allerdings noch von meinen Interviewpartnern gegengelesen werden. Bevor sie am St&#252;ck ver&#246;ffentlicht wird, gibt es ein paar Ausz&#252;ge. An dieser Stelle die Einleitung:</div>
</div>
<p></p>
<div>Ein neues Ph&#228;nomen sind soziale Netzwerke nicht, denn Menschen leben seit Jahrmillionen zusammen und pflegen Kontakte mit Verwandten und Freunden. Ebenfalls seit Langem werden pers&#246;nliche Beziehungen aktiv genutzt, um sich beispielsweise bei Verhandlungen eine bessere Ausgangsposition zu verschaffen oder um die Karriereleiter schneller hinaufzusteigen. Dass Netze genutzt werden, ist also nichts Neues. Durch das Internet und insbesondere durch das Web 2.0 haben Vernetzungen jedoch erheblich an Bedeutung gewonnen. W&#228;hrend sich noch vor einigen Jahren die Vernetzungen auf das Setzen von Links und auf Diskussionen in Foren konzentrierten, werden heutzutage auf sozialen Netzwerkplattformen wie Facebook oder StudiVZ Freundschaften geschlossen. Gleichzeitig verbreitet sich das Mobile Web durch internetf&#228;hige Smartphones und Tablet-Computer rasant. Mit einem iPhone hat man nicht nur das Internet in der Hosentasche, sondern auch sein soziales Netzwerk.</div>
<p></p>
<div id="_mcePaste">Diese Entwicklungen haben dazu gef&#252;hrt, dass das Internet unser Zusammenleben in vierfacher Weise ver&#228;ndert hat: Erstens haben sich unsere Netzwerke erheblich vergr&#246;&#223;ert und umfassen potenziell eine sehr viel gr&#246;&#223;ere Zahl von Menschen. Zweitens hat die Zahl der spezifischen Zwecke, zu denen wir Beziehungen eingehen, sprunghaft zugenommen. Drittens k&#246;nnen wir in sehr viel gr&#246;&#223;erem Umfang Informationen austauschen und zu gemeinschaftlichen Aktivit&#228;ten beitragen. Und viertens sind wir in der Lage, verschiedene virtuelle Identit&#228;ten anzunehmen (vgl. Christakis/Fowler 2010: 347 f.). Doch trotz dieser M&#246;glichkeiten, die das Internet bietet und die von den Nutzern auch wahrgenommen werden, f&#252;hrt nur ein Bruchteil der Menschen im Internet tats&#228;chlich ein „Second Life“ ; das „erste Leben“ bleibt meist auch das einzige. Kontakte k&#246;nnen im Internet gekn&#252;pft werden, doch das pers&#246;nliche Treffen bleibt die beste M&#246;glichkeit, diese Beziehungen zu festigen (vgl. Weinberg 2010: 346).</div>
<p></p>
<div id="_mcePaste">Die Online-Welt ist nicht zu einer Parallelwelt, sondern zu einem integralen Bestandteil unseres Alltags geworden. Wenn die Grenzen zwischen diesen beiden Welten nicht mehr klar zu trennen sind, kann auch das Relationship Marketing von Museen nicht nur offline oder nur online stattfinden, sondern die Beziehungen zu den Besuchern/Kunden  m&#252;ssen offline und online gepflegt werden. Durch die zunehmende Dichte und Reichweite von sozialen Netzwerken und die M&#246;glichkeit, f&#252;r jeden Internetnutzer Informationen online zu stellen und global abrufbar zu machen, entstehen auch f&#252;r das Empfehlungsmarketing neue Chancen. Gerade weil wir in einer Informationsgesellschaft leben und die Informationsflut kaum bew&#228;ltigen k&#246;nnen, gewinnen Ratschl&#228;ge aus unserem sozialen Netzwerk an Bedeutung. Wenn Klein im Jahr 2003 schreibt, dass sich bei Befragungen im Kulturbereich mehr oder weniger immer das gleiche Bild ergibt, „die meisten sind durch die ber&#252;hmten Freunde und Bekannte aufmerksam geworden“ (Klein 2008 : 216), so l&#228;sst sich 2010 konstatieren, dass dieser Trend weiter zugenommen hat – allein der Kommunikationskanal hat sich ver&#228;ndert. W&#228;hrend bis vor einigen Jahren Empfehlungen vornehmlich im pers&#246;nlichen Gespr&#228;ch oder telefonisch ausgetauscht wurden, werden heutzutage Informationen vor allem &#252;ber soziale Netzwerkplattformen wie Facebook gestreut. Diese noch junge Form der Informationsverbreitung ist f&#252;r Museen Chance und Gefahr zugleich. Denn sowohl positive wie auch negative Nachrichten k&#246;nnen virale Effekte erzeugen. Es gilt also, die bereits bestehenden sozialen Netzwerke von Besuchern f&#252;r das Museumsmarketing bestm&#246;glich zu nutzen.</div>
<p></p>
<h2>Gegenstand</h2>
<div id="_mcePaste">Gegenstand der Arbeit ist das Relationship Marketing f&#252;r Museen, in dessen Zentrum der Aufbau und Ausbau von Kundenbeziehungen steht. Insbesondere wird dabei auf interaktive und kommunikative Aspekte der Vernetzung zwischen Museum und Besucher eingegangen. In der Arbeit wird ein interdisziplin&#228;rer Ansatz verfolgt und untersucht, wie die wissenschaftlichen Erkenntnisse aus der soziologischen Netzwerkforschung f&#252;r das Relationship Marketing f&#252;r Museen nutzbar gemacht werden k&#246;nnen.</div>
<p></p>
<h2>Ziel</h2>
<div id="_mcePaste">Ziel der Arbeit ist es, aufzuzeigen wie Museen Beziehungen zu und zwischen Besuchern aufbauen k&#246;nnen und wie sie die Netze ihrer Besucher f&#252;r das Museumsmarketing nutzen k&#246;nnen. In beiden Teilen soll gezeigt werden, wie sich diese Prozesse offline (z.B. im Museum) wie auch online (z.B. auf sozialen Netzwerkplattformen) gestalten lassen und wie diese beiden „Welten“ im Rahmen von integrierten Konzepten miteinander kombiniert werden k&#246;nnen. F&#252;r das Museum wie auch f&#252;r die Besucher kann dadurch eine Win-Win-Situation entstehen. Die Vernetzungsprozesse k&#246;nnen dem Museum helfen, von dem Beziehungsnetzwerk ihrer Besucher zu profitieren und die Bindung zu ihren Besuchern zu st&#228;rken, mit dem Ziel, sie als langfristige Fans und F&#246;rderer zu gewinnen. F&#252;r den Besucher kann durch Vernetzungen vor allem das soziale Kapital gesteigert werden. Indem er im oder durch das Museum interessante Leute kennenlernt und mit diesen interagiert, kann er sein soziales Netzwerk erweitern und davon privat oder gesch&#228;ftlich profitieren.</div>
<p></p>
<h2>These</h2>
<div>Vor diesem Hintergrund lautet die These dieser Arbeit, dass sich das Museumsmarketing zuk&#252;nftig verst&#228;rkt auf Beziehungsnetzwerke konzentrieren muss, da &#252;ber die bisherigen Marketinginstrumente die Zielgruppen nicht mehr ad&#228;quat erreicht und ihre Bed&#252;rfnisse nicht mehr ausreichend befriedigt werden k&#246;nnen. Dabei m&#252;ssen verschiedene Kommunikationskan&#228;le bedient und sowohl offline wie auch online Angebote geschaffen werden, um Vernetzungen auf- und ausbauen und zu pflegen.</div>
<p></p>
<h2>Methodik</h2>
<div id="_mcePaste">Die These soll durch die Kombination zweier Methoden verifiziert bzw. falsifiziert werden: Zum einen durch eine Literaturanalyse, zum anderen durch sechs leitfadengest&#252;tzte Experteninterviews. Drei der befragten Akademiker kommen aus dem Bereich der Soziologie mit dem Schwerpunkt Netzwerkforschung, die anderen drei eher aus dem Bereich der Kommunikationswissenschaften mit dem Schwerpunkt soziale Online-Netzwerke/Web 2.0. Demnach erfolgt zum einen eine Ann&#228;herung  an Gegenstand, Ziel und These der Arbeit aus netzwerkanalytischer Sicht, zum anderen wird auf die Besonderheit sozialer Netzwerke online eingegangen.</div>
<p></p>
<h2>Gang der Argumentation</h2>
<div>Auf diese Einleitung folgen im zweiten Kapitel Grundlagen aus den Bereichen Relationship Marketing und der Netzwerkforschung. Dabei wird neben Begriffsdefinitionen und -abgrenzungen auch auf den Zusammenhang von Realit&#228;t und Virtualit&#228;t eingegangen, die wichtigsten Netzwerkgesetze werden erl&#228;utert sowie der soziale Nutzen von Museumsbesuchen herausgearbeitet. Im dritten Kapitel wird die empirische Untersuchung vorgestellt und die wesentlichen Ergebnisse der Experteninterviews thematisch zusammengefasst vorgestellt. Im vierten und f&#252;nften Kapitel werden die aus den zuvor gewonnenen Erkenntnissen verwertet und gezeigt, wie Netze gesponnen werden k&#246;nnen. Zuerst theoretisch, dann konzeptionell, wird gezeigt, wie sich Museen strategisch vernetzen k&#246;nnen und welche Instrumente ihnen hierf&#252;r zur Verf&#252;gung stehen. Im f&#252;nften Kapitel wird zun&#228;chst auf den Unterschied zwischen schwachen und starken Empfehlungen eingegangen und dann mittels eines Konzeptionsmodells erl&#228;utert, wie und mit welchen Instrumenten sich Netze strategisch nutzen lassen. Die Arbeit schlie&#223;t mit einem Fazit.</div>
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		<title>Vier Partizipationsmodelle f&#252;r Museen (nach Nina Simon)</title>
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		<pubDate>Fri, 13 Aug 2010 07:00:43 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Kopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Interaktion]]></category>
		<category><![CDATA[Kommunikation]]></category>
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		<category><![CDATA[Museum]]></category>
		<category><![CDATA[Nina Simon]]></category>
		<category><![CDATA[Partizipation]]></category>
		<category><![CDATA[Vernetzung]]></category>

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		<description><![CDATA[Nina Simon hat mit "The Particaptory Museum" ein wirklich herausragendes Buch geschrieben, dass man online komplett kostenlos lesen kann. Obwohl ich Schwabe bin, habe ich mir das dennoch Buch gekauft. Klingt verr&#252;ckt, ist aber tats&#228;chlich so. Denn Nina Simon hat es wirklich verdient! Man kann jedem deutschen Verleger nur raten, dieses Buch ins Deutsche &#252;bersetzen zu lassen, denn es ist Gold wert. Doch genug der Lobhudelei, zum Inhalt!]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nina Simon hat mit &#8220;<a title="The Participatory Museum" href="http://www.participatorymuseum.org/" target="_blank">The Particaptory Museum</a>&#8221; ein wirklich herausragendes Buch geschrieben, dass man online komplett kostenlos lesen kann. Obwohl ich Schwabe bin, habe ich mir dennoch das Buch als pdf gekauft. Klingt verr&#252;ckt, ist aber tats&#228;chlich so. Denn Nina Simon hat es wirklich verdient! Man kann jedem deutschen Verleger nur raten, dieses Buch ins Deutsche zu &#252;bersetzen, denn es ist Gold wert. Doch genug der Lobhudelei, zum Inhalt:</p>
<p>Simon nennt vier verschiedene Partizipationsmodelle, die abh&#228;ngig vom Ziel des Museums oder des Projekts angewandt werden k&#246;nnen, die jedoch nicht qualitativ miteinander verglichen werden sollten (vgl. Simon 2010: 188).</p>
<h2>1.	Contribution (dt. Mitarbeit):</h2>
<p>Der g&#228;ngigste Weg der Partizipation ist die Mitarbeit. Besucher k&#246;nnen sich einbringen, indem sie Gedanken und ihre Werke in &#246;ffentlichen Foren teilen, indem sie bei Museumsbesuchen m&#252;ndlich oder schriftlich Feedback geben, Objekte oder Werke f&#252;r Crowdsourcing-Ausstellungen und Sammelprojekte zur Verf&#252;gung stellen, ihre Meinung im G&#228;stebuch, auf Kommentarw&#228;nden, auf Fahrten oder Bildungsprogrammen &#228;u&#223;ern oder Erinnerungen und Fotografien im Internet zur Schau stellen (vgl. Simon 2010: 203 f.).</p>
<h2>2.	Collaboration (dt. Zusammenarbeit):</h2>
<p>W&#228;hrend unter Contribution eine eher beil&#228;ufige Mitarbeit der Besucher zu verstehen ist, basieren Collaboration-Projekte auf einer Bindung zwischen Teilnehmer und Museum und werden von den Museen initiiert. Museumsmitarbeiter arbeiten mit Partnern aus der Community an neuen Programmen, Ausstellungen und Angeboten. Die Teilnehmer k&#246;nnen seitens des Museums aufgrund ihres spezifischen Wissens oder ihrer F&#228;higkeiten, ihrer Verbindung zu relevanten Kultur- oder Zielgruppen ausgew&#228;hlt werden. Bei manchen Collaboration-Projekten k&#246;nnen die Teilnehmer als Berater dienen, bei anderen als (ehrenamtliche) Mitarbeiter, die zusammen mit den Museumsmitarbeitern an der Planung und  Durchf&#252;hrung von Projekten arbeiten (vgl. Simon 2010: 231 f.).</p>
<h2>3.	Co-creation (dt. Mitbegr&#252;ndung):</h2>
<p>Co-kreative Projekte basieren auf Partnerschaften mit den Teilnehmern und sind nicht allein darauf ausgelegt, den Zielen der Institution zu dienen. So k&#246;nnen Communities die Beihilfe des Museums suchen, um Projekte zu erm&#246;glichen oder das Museum kann den Kontakt zu bislang unbeachteten Gruppen suchen, um voneinander zu profitieren. Statt dem Aufruf des Museums „Wir wollen eine Ausstellung &#252;ber Kartoffelbauern machen. Bitte kommt und helft uns bei der Umsetzung!“, w&#252;rden die Museumsmitarbeiter fragen: „Kartoffelbauern, habt ihr eine Idee, wie wir zusammen eine Ausstellung machen k&#246;nnen?“. Eine andere M&#246;glichkeit w&#228;re, dass die Kartoffelbauern mit ihrem Anliegen zum Museum kommen. Co-kreative und kollaborative Projekte sind hinsichtlich ihrer Prozesse oft sehr &#228;hnlich, doch steht bei co-kreativen Projekten st&#228;rker der Community-Aspekt im Vordergrund. Co-creation-Projekte erm&#246;glichen Kultureinrichtungen lokalen Communities eine Stimme zu geben und auf ihre Bed&#252;rfnisse einzugehen, den Community-Mitgliedern einen Ort zu geben, an dem sie sich engagieren und in Dialog treten k&#246;nnen und Teilnehmern dabei zu helfen, ihrer F&#228;higkeiten weiterzuentwickeln, so dass sowohl die individuellen wie auch die Community-Ziele gef&#246;rdert werden (vgl. Simon 2010: 263 f.).</p>
<h2>4.	Hosting (dt. Moderation):</h2>
<p>Bei Hosting-Projekten stellt das Museum einen Teil seiner R&#228;umlichkeiten und/oder Ressourcen zur Verf&#252;gung, um Angebote zu pr&#228;sentieren, die von Gruppen oder Besuchern entwickelt  und durchgef&#252;hrt werden. Die Institutionen teilen ihren Raum und/oder ihre Werkzeuge mit g&#228;nzlich unterschiedlichen Gruppen, von Amateurastronomen bis hin zu Strickern. Hosting-Projekte erm&#246;glichen es Teilnehmern, den Rahmen der Institution zu nutzen, um ihre eigenen Bed&#252;rfnisse zu befriedigen. Die Beteiligung des Museum ist dabei minimal. Hosting-Projekte k&#246;nnen die &#214;ffentlichkeit ermutigen, die Institution auf vielf&#228;ltige Art und Weise zu nutzen, die Besucher dazu animieren auf kreative Weise die Institution und deren Inhalte zu nutzen, Raum bieten f&#252;r unterschiedliche Perspektiven, Ausstellungen und Performances, die Museumsmitarbeiter nicht pr&#228;sentieren wollen oder k&#246;nnen, neue Zielgruppen erreichen, die die Institution bislang nicht als Ort f&#252;r ihre Interessen begriffen (vgl. Simon 2010: 281).</p>
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		<title>Wie viel Geld sollten Kultureinrichtungen f&#252;r ihr Online-Marketing ausgeben? Eine ergebnislose Recherche.</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Aug 2010 07:00:01 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Kopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Werbung]]></category>
		<category><![CDATA[Marketingausgaben]]></category>
		<category><![CDATA[Marketingbudget]]></category>
		<category><![CDATA[Online Marketing]]></category>
		<category><![CDATA[Online-Marketing Budget]]></category>
		<category><![CDATA[Social Media Budget]]></category>

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		<description><![CDATA[Meine liebste Ablenkung beim Schreiben meiner Masterarbeit ist, mir dar&#252;ber Gedanken zu machen, welches Thema besser f&#252;r mich gewesen w&#228;re. Dieser Ablenkung folgt meist eine mehr oder weniger lange Recherche. In diesem Fall habe ich Marketing-Budgets von Kultureinrichtungen recherchiert – leider ergebnislos.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Meine liebste Ablenkung beim Schreiben meiner Masterarbeit ist, mir dar&#252;ber Gedanken zu machen, welches Thema besser gewesen w&#228;re. Dieser Ablenkung folgt meist eine mehr oder weniger lange Recherche. In diesem Fall habe ich Marketing-Budgets von Kultureinrichtungen recherchiert – leider ergebnislos.</p>
<h2>Ausgaben f&#252;r „Ver&#246;ffentlichungen“ in Theatern</h2>
<p>Die Marketing-Budgets von Kultureinrichtungen zu recherchieren ist nicht gerade einfach, da sie aus nachvollziehbaren Gr&#252;nden nicht ver&#246;ffentlicht werden und auch bei WikiLeaks nichts dar&#252;ber zu finden ist <img src='http://www.axelkopp.com/wp-includes/images/smilies/icon_wink.gif' alt=';-)' class='wp-smiley' /> . In der Theaterstatistik sind zwar die Ausgaben f&#252;r „Ver&#246;ffentlichungen“ aufgef&#252;hrt, diese sind jedoch nicht weiter aufgeschl&#252;sselt und sagen weder etwas &#252;ber das gesamte Marketing-Budget aus, noch &#252;ber die Ausgaben f&#252;r das Marketing-Personal.<br />
Um einen Eindruck von den Dimensionen zu bekommen, sollen dennoch ein paar Zahlen genannt werden: Laut der Theaterstatistik 07/08 geben das <em>Theater und die Philharmonie in Essen</em> mit 2,5 Mio. Euro am meisten f&#252;r „Ver&#246;ffentlichungen“ aus, gefolgt von der <em>Bayerischen Staatsoper</em> mit 1,8 Mio. Euro. Das f&#252;nfspartige <em>Theater Dortmund</em> gibt f&#252;r „Ver&#246;ffentlichungen“ nur 0,6 Mio. Euro, die <em>Oper Leipzig</em> 0,4 Mio. Euro und das <em>Staatstheater Darmstadt</em> nur 0,3 Mio. Euro aus. Wie dieser grobe &#220;berblick zeigt, variieren die Ausgaben stark, u.a. bedingt durch die Gr&#246;&#223;e der H&#228;user. F&#252;r Museen gibt es eine solche Statistik leider nicht (auch die j&#228;hrliche Gesamterhebung des Instituts f&#252;r Museumsforschung hilft nicht weiter).</p>
<h2>Social Media Budgets in Unternehmen</h2>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Social-Media-Budget.png"><img align="right" size-full wp-image-804" style="border: 5px solid white;" title="Social Media Budget" src="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Social-Media-Budget.png" alt="" width="200" /></a>Im Basic Thinking Blog wurde im k&#252;rzlich ver&#246;ffentlichten Artikel „<a title="Basic Thinking Blog: Social Media in Unternehmen" href="http://www.basicthinking.de/blog/2010/06/02/social-media-in-unternehmen-gerne-genutzt-aber-ohne-budget/" target="_blank">Social Media in Unternehmen: Gerne genutzt, aber ohne Budget</a>“ eine Umfrage zitiert, in der &#252;ber 1.700 Pressesprechern und PR-Fachleuten befragt wurden. Demnach gebe es nur in jeder vierten Pressestelle (28,2 Prozent) &#252;berhaupt ein Budget f&#252;r Social Media Marketing. Und das, obwohl knapp Zweidrittel der Befragten Social Media f&#252;r „sehr wichtig“ oder „wichtig“ hielten.<br />
Eine Studie von Keylens, die im Posting „<a title="FAZ-Blog: Mehr Aktionismus als Strategie" href="http://faz-community.faz.net/blogs/netzkonom/archive/2010/07/26/unternehmen-und-social-media-aktionismus-statt-strategie.aspx" target="_blank">Mehr Aktionismus als Strategie: Social Media in Unternehmen</a>“ im FAZ-Blog zitiert wurde, liefert andere Zahlen:</p>
<p style="text-align: left;"><a href="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Anteil-Socia-Media-am-Marketing-Budget1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-803" title="Anteil Socia Media am Marketing Budget" src="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Anteil-Socia-Media-am-Marketing-Budget1.jpg" alt="" width="475" height="280" /></a><a href="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Steigerung-der-Budgets-fuer-Social-Media.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-809" title="Steigerung der Budgets f&#252;r Social Media" src="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Steigerung-der-Budgets-fuer-Social-Media.jpg" alt="" width="475" height="325" /></a></p>
<p style="text-align: left;">Es ist nachvollziehbar, dass die Bedeutung von Social Media stark branchenabh&#228;ngig ist und beispielsweise ein E-Commerce-Unternehmen wahrscheinlich mehr f&#252;r Social Media ausgeben muss als der B&#228;cker von nebenan. Da beide Studien aber Social Media Budgets branchen&#252;bergreifend untersuchen, ist man aufgrund der deutlichen Abweichungen geneigt zu sagen: „<a title="ZEIT: Stimmt's?" href="http://www.zeit.de/2002/18/200218_stimmts_churchill.xml" target="_blank">Ich glaube nur Statistiken, die ich selbst gef&#228;lscht habe.</a>“ Stellt sich eine andere Frage:</p>
<h2>Wie viel Geld sollten Unternehmen f&#252;r Socia Media ausgegeben werden?</h2>
<p>Nimmt man sich den <a title="Online Marketing Calculator" href="http://www.networksolutions.com/online-marketing/getting-started.jsp" target="_blank">Online Marketing Calculator von Network Solutions </a> zur Hand, lautet die klare Antwort: Gar nichts! Dieser Frage geht allerdings eine andere voraus: Wie viel Geld geben Unternehmen f&#252;r Online-Marketing aus? Auch das ist wieder stark branchenabh&#228;ngig. „Europ&#228;ische Marketingchefs“  beziffern den <a title="Europ&#228;ische Marketingchefs geben 1/4 ihres Budgets f&#252;r Onlinemarketing aus" href="http://news.worldsites-schweiz.ch/europaeische-marketingchefs-geben-ein-viertel-ihres-budgets-fuer-onlinemarketing-aus.htm/" target="_blank">Anteil an Ausgaben f&#252;r das Online-Marketing</a> auf 20 bis 25 Prozent vom gesamten Marketingbudget. Diese Zahlen wirken hochgegriffen und sind es auch, wenn man sie mit denen einer <a title="Interactive Budgets Are Growing At The Expense Of Offline" href="http://blogs.forrester.com/shar_vanboskirk/09-05-04-interactive_budgets_are_growing_expense_offline" target="_blank">Studie von Forrester Research</a> vergleicht, nach der bislang 11 Prozent des Marketing-Budgets f&#252;r das Online-Marketing ausgegeben werden. Bis 2014 ist ein Anstieg auf 19 Prozent prognostiziert. Die Ausgaben f&#252;r Social Media bleiben im Vergleich zum Suchmaschinen-Marketing (SEO) und zu Online-Werbeanzeigen allerdings mickrig:</p>
<p><a href="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Interactive-marketing-spend1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-802" title="Interactive marketing spend" src="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Interactive-marketing-spend1.jpg" alt="" width="475" height="337" /></a></p>
<h2>Fazit: Kein Fazit.</h2>
<p>Als generelle Richtlinie gilt, dass die Marketingausgaben bei 8 bis 10 Prozent der Einnahmen liegen sollten. Rund 5 Prozent sind dabei f&#252;r Personalausgaben bzw. beauftragte Marketingfirmen einzuplanen (vgl. <a title="Lexikon: Strategisches Marketing - Unternehmensf&#252;hrung + Internet" href="http://www.marketing-und-vertrieb-international.com/lexikon/das-marketingbudget__121.htm">Lexikon: Strategisches Marketing &#8211; Unternehmensf&#252;hrung + Internet</a>). Wichtig: Auch diese Richtlinie ist branchenabh&#228;ngig! Eine Aussage &#252;ber eine ad&#228;quate H&#246;he des Marketing-Budgets von Kultureinrichtungen kann nicht getroffen werden und folglich kann auch die im Titel beschriebene Frage nicht beantwortet werden. Es w&#228;re also eine interessante Fragestellung f&#252;r eine Masterarbeit gewesen. Schade.</p>
<p>P.s. Marc van Bree hat im Rahmen einer <a title="Orchestras and Social Media Survey: Key Findings and Full Report" href="http://mcmvanbree.com/dutchperspective/orchestras-and-social-media-survey-key-findings-and-full-report" target="_blank">Mini-Studie</a> 15 Orchester befragt. Mehr als die H&#228;lfte hat demnach kein Budget f&#252;r Social Media und bei einem weiteren Drittel lag es unter 5.000 US-Dollar.</p>
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		<title>Wie baut man Netzwerke auf?</title>
		<link>http://www.axelkopp.com/2010/07/wie-baut-man-netzwerke-auf/</link>
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		<pubDate>Wed, 21 Jul 2010 07:00:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Kopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Soziale Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[June Holley]]></category>
		<category><![CDATA[Network building]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerke bauen]]></category>
		<category><![CDATA[Netzwerkforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Valdis Krebs]]></category>

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		<description><![CDATA[Dieser Frage ist vor kurzem Christian Henner-Fehr in seinem Artikel „In vier Schritten ein Netzwerk bauen“ nachgegangen, der auf dem 17-seitigen Artikel „Building Smart Communities through Network Weaving” von Krebs und Holley basiert, die darin zeigen, wie man Netzwerke aufbaut. Praxisnah und f&#252;r Museen soll das auch in diesem Artikel gezeigt werden.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div id="_mcePaste">Dieser Frage ist vor kurzem Christian Henner-Fehr in seinem Artikel „<a title="Kulturmanagement Wordpress: In vier Schritten ein Netzwerk bauen" href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/07/09/in-vier-schritten-ein-netzwerk-bauen/" target="_blank">In vier Schritten ein Netzwerk bauen</a>“ nachgegangen, der auf dem 17-seitigen Artikel „<a title="Orgnet.com: Building Networks von Krebs und Holley" href="http://orgnet.com/BuildingNetworks.pdf " target="_blank">Building Smart Communities through Network Weaving</a>” von Krebs und Holley basiert, die darin zeigen, wie man Netzwerke aufbaut. Praxisnah und f&#252;r Museen soll das auch in diesem Artikel gezeigt werden.</div>
<p></p>
<h2>1.Phase:  zerstreute Netzwerkfragmente</h2>
<div id="_mcePaste">Die erste Phase zeigt zerstreute Netzwerkfragmente („Scattered Fragments“). Obwohl auch hier empirische Beweise fehlen, d&#252;rfte so die Besucherstruktur eines „normalen“ Museums aussehen. Die Knotenpunkte sind teilweise miteinander verbunden und bilden Cliquen. Von einer Clique w&#252;rde man sprechen, wenn beispielsweise eine Familie ein Museum besucht. Eine andere Familie, die nicht mit dieser in Kontakt steht (und folglich nicht mit ihr verbunden ist), bildet eine eigene Clique. Einen Netzwerkweber („network weaver“), der bildlich gesprochen die F&#228;den zusammenh&#228;lt und die verschiedenen Personen und Cliquen miteinander verbindet, gibt es in so einem Fall nicht. Folglich vernetzen sich die Personen nur sehr langsam, wenn &#252;berhaupt (vgl. Krebs/Holley 2006: 6).</div>
<div id="_mcePaste"><a href="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Krebs-Holley_6_Scattered-Fragments_500px.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-784" title="Krebs/Holley 2006: 6" src="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Krebs-Holley_6_Scattered-Fragments_500px.jpg" alt="" width="475" /></a></div>
<div>Scattered Fragments (Krebs/Holley 2006: 6)</div>
<p></p>
<h2>2. Phase: Hub-und-Speichen-Netzwerk</h2>
<div id="_mcePaste">Soll das bislang weitgehend lose Netzwerk gest&#228;rkt werden, ist nach Krebs und Holley ein Netzwerkweber notwendig, der f&#252;r Interaktion zwischen den Personen und Cliquen sorgt. Dieser Weber braucht die Vision, die Energie und die sozialen F&#228;higkeiten, um die verschiedenen Individuen und Cliquen zusammenzubringen. Nach Aderhold sind au&#223;erdem Adressen eine wichtige Voraussetzung, um Kontakte anzusprechen. Denn „&#252;ber pers&#246;nliche Kontakte, genauer &#252;ber das Zusammenspiel positional oder individuell ausformulierter Adressen bilden sich soziale Netzwerke (…)“ (Aderhold 2004: 308).</div>
<div id="_mcePaste">M&#246;chte der Netzwerkweber aus diesen „Scattered Fragments“ ein Netzwerk bilden, macht er sich nach Krebs und Holley zu einem Hub und stellt Beziehungen zwischen sich und den Knoten her. Im Idealfall entsteht aus den zerstreuten Netzwerkfragmenten ein wie nachfolgend abgebildetes Hub-und-Speichen-Netzwerk („Hub-and-Spoke-Network“) (siehe Abbildung unten). Krebs und Holley bezeichnen diese Phase als kritisch, da alles vom Netzwerkweber abh&#228;nge – wenngleich sie anmerken, dass es durchaus mehrere Hubs geben k&#246;nne (vgl. Krebs/Holley 2006: 7).</div>
<div id="_mcePaste">Auch ein Museum kann als Netzwerkweber agieren, indem es z.B. aktiv das Gespr&#228;ch mit seinen Besuchern oder den Mitgliedern des F&#246;rdervereins sucht und so mehr &#252;ber diese Personen und Cliquen erf&#228;hrt. Auch online ist so eine Vorgehensweise denkbar, wenn das Museum beispielsweise auf einer Social Network Site wie Facebook eine Fan-Seite erstellt und dort Fans „sammelt“. Generell, das hei&#223;t auch in den nachfolgenden Phasen gilt, dass die Kontaktstruktur sozialer Netzwerke auf Interaktion, Geselligkeit, Organisation und dem Gebrauch symbolisch generalisierter Kommunikationsmedien basiert (vgl. Aderhold 2004: 304).</div>
<div><a href="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Krebs-Holley_7_Hub-and-Spoke_500px.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-783" title="Krebs/Holley 2006: 7" src="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Krebs-Holley_7_Hub-and-Spoke_500px.jpg" alt="" width="475" /></a></div>
<div id="_mcePaste">Hub-and-Spoke Network (Krebs/Holley 2006: 7)</div>
<p></p>
<h2>3. Phase: Multi-Hub Kleine-Welt-Netzwerk</h2>
<div id="_mcePaste">Nachdem der Netzwerkweber Kontakte gekn&#252;pft hat, ist es seine Aufgabe herauszufinden, was die Individuen oder Cliquen brauchen und was sie wissen, um sie so m&#246;glichst schnell miteinander zu verkn&#252;pfen (vgl. Krebs/Holley 2006: 8). Nach Aderhold sind netzwerkbildende Effekte dann zu erwarten, wenn in der Interaktion eigenst&#228;ndige, an der Individualit&#228;t der Personen orientierte Gesichtspunkte in den Vordergrund ger&#252;ckt werden, was auch hei&#223;t, die Interessen der Organisation in den Hintergrund zu stellen bzw. ganz au&#223;er Acht zu lassen (vgl. Aderhold  2044: 304).</div>
<div id="_mcePaste">Da sich die ganzen Austauschbeziehungen in dieser Phase auf den Netzwerkweber als Hub konzentrieren und sein Scheitern mit einem Scheitern des Netzwerks einherginge, ist es seine Aufgabe die Individuen und Cliquen miteinander zu verbinden und damit das Netz zu weben.</div>
<div id="_mcePaste">Auf den Museumsbereich &#252;bertragen, k&#246;nnten beispielsweise bei Veranstaltungen oder Vernissagen einzelne Personen und Cliquen einander vorgestellt werden oder im Internet versucht werden, Facebook-Fans des Museums miteinander in Verbindung zu bringen.</div>
<div id="_mcePaste">So entsteht nach und nach ein Multi-Hub Kleine-Welt-Netzwerk („Multi-Hub Small World Network“), bei dem der Netzwerkweber zunehmend seine Zentralit&#228;t verliert, das Netzwerk nur noch moderiert und das Netzwerk sich von ihm emanzipiert. Das Netzwerk gewinnt an St&#228;rke, da die Vernetzung zunimmt (h&#246;here Transitivit&#228;t) und nicht mehr nur von einem zentralen Hub abh&#228;ngig ist. Dieses Unterfangen ist nach Aderhold auf den ersten Blick organisationsfern oder gar feindlich, doch k&#246;nnen Netzwerke als Gestaltungsinstrument der Organisation genutzt werden, um Dinge zu tun, die mit den vorhandenen Strukturen nicht bewegt werden k&#246;nnen, z.B. indem man den Mitgliedern Nischen er&#246;ffnet, die Ausgestaltung den beteiligten Personen &#252;berl&#228;sst und durch rahmensetzende Vorgaben und Ziele den Korridor f&#252;r das sich selbststeuernde Netzwerk festlegt (vgl. Aderhold 2004: 305).</div>
<div id="_mcePaste">Am Anfang dieser dritten Phase bestehen die Beziehungen zwischen den Personen und Cliquen aus <em>weak ties</em> (in der Abbildung grau), die sich im Lauf der Zeit st&#228;rken lassen und so zu <em>strong ties</em> werden (in der Abbildung rot). Wichtig ist zun&#228;chst die Br&#252;ckenfunktion. Angelehnt an Granovetters Untersuchungen l&#228;sst sich konstatieren, dass die St&#228;rke des Netzwerks auf der Vielzahl an schwachen Beziehungen zwischen den Personen und Cliquen beruht (vgl. Krebs/Holley 2006: 11 f.).</div>
<div><a href="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Krebs-Holley_14_Multi-Hub_500px.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-782" title="Krebs/Holley 2006: 14" src="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Krebs-Holley_14_Multi-Hub_500px.jpg" alt="" width="475" /></a></div>
<div id="_mcePaste">Mulit-Hub Small World Network (Krebs/Holley 2006: 14)</div>
<p></p>
<h2>4. Phase: Kern-Peripherie-Netzwerk</h2>
<div id="_mcePaste">In der vierten und letzten Phase gilt es die Beziehungen zu st&#228;rken, so dass m&#246;glichst viele strong ties entstehen k&#246;nnen. Damit dies funktionieren kann, m&#252;ssen nach Krebs und Holley auch Suspendierungskriterien festgelegt werden. Das Ziel eines dynamischen und nachhaltigen Community-Netzwerks mit einer Vielzahl von Hubs, die untereinander eine starke Beziehung haben, wird im Kern-Peripherie Netzwerk (Core-Periphery Network) skizziert. Bis eine solche stabile Struktur aufgebaut ist, die wiederum Kontakt zu anderen Netzwerken in weiter entfernten Regionen herstellen kann, k&#246;nnen mehrere Jahre vergehen (vgl. Krebs/Holley 2006: 14). Krebs und Holley unterscheiden zwischen drei verschiedenen Netzwerkmitgliedern:</div>
<div id="_mcePaste">
<ol>
<li>Jene, die neu in der Community sind und zum Kern gelangen wollen.</li>
<li>Jene, die eine Br&#252;ckenfunktion innehaben und sich in mehreren Communities befinden.</li>
<li>Jene, die nicht Teil der Community sind (vgl. Krebs/Holley 2006: 15).</li>
</ol>
</div>
<div id="_mcePaste">Ob das Vorhaben, ein solches Kern-Peripherie Netzwerk aufzubauen von Erfolg gekr&#246;nt ist, und das Netzwerk an Emergenz gewinnt, d.h. das Netzwerk durch das Zusammenspiel seiner Elemente eigene Eigenschaften bzw. eine Eigendynamik bildet, h&#228;ngt nach Weber davon ab, ob 1. der grunds&#228;tzliche Wille der Akteure vorliegt, durch Interaktion ein Netzwerk bilden zu wollen, und ob 2. die Akteure f&#228;hig sind, eine eigene Netzwerkidentit&#228;t durch selbstbez&#252;gliche Prozesse zu bilden, so dass die Interaktion an vergangene Interaktionen ‚anschlussf&#228;hig‘ sind“ (Weber 1994: 15). Bei Krebs und Holley wird dieses m&#246;gliche Problem nicht thematisiert.</div>
<div id="_mcePaste">Die nachfolgende Abbildung zeigt eine gut entwickelte Kern-Peripherie-Struktur (Core/Periphery Network). Die blauen Knotenpunkte bilden das Herz des Netzwerks, die gr&#252;nen die Peripherie. Das Netzwerk ist insgesamt sehr dicht (was vermutlich nicht jedem Netzwerk gelingt). Die Dichte des Netzwerks ist als positiv zu bewerten, jedoch kann eine zu hohe Dichte zu Starrheit sowie einem Overload an Aktivit&#228;ten f&#252;hren. Die Aufgabe des Netzwerkwebers ist es deshalb, sich um das Monitoring und das Controlling des Netzwerks zu k&#252;mmern und ggfs. Verbindungen zu beeinflussen, um sie an die derzeitige Umwelt anzupassen und das Netzwerk lebendig zu halten.</div>
<div id="_mcePaste">Die eigentliche Aufgabe des Netzwerkwebers ist weitgehend abgeschlossen. Er kann sich nun um interregionale Allianzen bem&#252;hen und Br&#252;cken zu anderen Netzwerke bauen. Dazu muss er die Reichweite der Peripherie maximieren und gleichzeitig den Kern st&#228;rken (vgl. Krebs/Holley 2006: 16 f.). Im Falle eines Museums, das beispielsweise neue Zielgruppen erschlie&#223;en will, k&#246;nnte versucht werden, Kooperationen mit anderen Netzwerken wie beispielsweise interkulturellen Vereinen oder Theatergemeinschaften einzugehen, und so bislang unerreichte Zielgruppen zu erschlie&#223;en.</div>
<div id="_mcePaste">Wenn Netzwerke f&#252;r einen ganz bestimmten Anlass gebildet wurden, um beispielsweise gemeinsam das Jubil&#228;umsfest eines Museums zu organisieren und durchzuf&#252;hren, so kann es passieren, dass das Netzwerksystem zunehmend in einen Potenzialzustand &#252;bergeht. Aus diesem Grund k&#246;nnte es sich als sinnvoll erweisen, zwischen einem Netzwerk als zeitlich begrenztem Interaktionsuster einerseits und einer langfristigen Beziehungskonstellation andererseits zu unterscheiden (vgl. Aderhold 2004: 305).</div>
<p></p>
<div><a href="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Krebs-Holley_16_Core-Periphery_500px.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-781" title="Krebs/Holley 2006: 16" src="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Krebs-Holley_16_Core-Periphery_500px.jpg" alt="" width="475" /></a></div>
<div id="_mcePaste">Core/Periphery Network (Krebs/Holley 2006: 16)</div>
<p></p>
<h2>Literatur:</h2>
<p><a title="Google Books: Jens Aderhold" href="http://books.google.de/books?id=v9JychZUMgUC&#038;pg=PA1&#038;dq=aderhold,+Jens+(2004):+Form+und+Funktion+sozialer+Netzwerke+in+Wirtschaft&#038;hl=de&#038;ei=zS5GTP7OBoGRjAfa0MD1Bg&#038;sa=X&#038;oi=book_result&#038;ct=result&#038;resnum=2&#038;ved=0CC4Q6AEwAQ#v=onepage&#038;q&#038;f=false">Aderhold, Jens (2004): Form und Funktion sozialer Netzwerke in Wirtschaft und Gesellschaft. Beziehungsgeflechte als Vermittler zwischen Erreichbarkeit und Zug&#228;nglichkeit, Wiesbaden.</a></p>
<p><a title="Orgnet.com: Building Networks" href="href="http://orgnet.com/BuildingNetworks.pdf">Krebs, Valdis/ Holley, June (2006): Building Smart Communities through Network Weaving, Ort unbekannt.</a></p>
<p>Weber, Burkhard (1994): Unternehmensnetzwerke aus systemtheoretischer Sicht. Zum Verh&#228;ltnis von Autonomie und Abh&#228;ngigkeit in Interorganisationsbeziehungen. Institut f&#252;r Betriebswirtschaft, Hochschule St. Gallen, Heft 9, St. Gallen.</p>
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		<title>Nicht den ROI messen, sondern den Erfolg!</title>
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		<pubDate>Fri, 09 Jul 2010 08:00:46 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Kopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
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		<description><![CDATA[John Wanamaker (und/oder Henry Ford) soll einmal gesagt haben: „Half the money I spend on advertising is wasted; the trouble is I don't know which half.” Ob er sich damit anno 2010 zufrieden geben w&#252;rde? Ich denke nicht. Der Return On Investment (ROI) ist zu Recht ein Thema, das im Web 2.0-Marketing zunehmend gefragt ist. Denn was Geld kostet (und Zeit ist Geld), soll sich fr&#252;her oder sp&#228;ter auch rentieren. ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a title="Wikipedia: John Wanamaker" href="http://en.wikipedia.org/wiki/John_Wanamaker" target="_blank">John Wanamaker</a> (und/oder Henry Ford) soll einmal gesagt haben: „Half the money I spend on advertising is wasted; the trouble is I don&#8217;t know which half.” Ob er sich damit anno 2010 zufrieden geben w&#252;rde? Ich denke nicht. Der Return On Investment (ROI) ist zu Recht ein Thema, das im Web 2.0-Marketing zunehmend gefragt ist. Denn was Geld kostet (und Zeit ist Geld), soll sich fr&#252;her oder sp&#228;ter auch rentieren. Dabei darf nicht vergessen werden, dass die Messung der Wirksamkeit von Werbung und &#214;ffentlichkeitsarbeit nicht nur ein Web 2.0-Problem ist. Auch offline ist es schwer den ROI zu ermitteln.</p>
<h2>ROI durch Gutscheincodes</h2>
<p>Wie viel Besucher bringen Veranstaltungsflyer? Die wenigsten Kultureinrichtungen werden das genau wissen. Wer schlau ist, wird auf die Flyer Codes drucken, die den Kunden beim Kauf eines Tickets einen Rabatt gew&#228;hren. So l&#228;sst sich relativ genau ermitteln, wie viel Tickets durch die Flyeraktion verkauft wurden. „Relativ genau“ deshalb, weil sich eine Kultureinrichtung in der Regel nicht auf eine Werbema&#223;nahme beschr&#228;nken wird. Gut m&#246;glich, dass ein Kulturinteressierter, bevor er den Flyer erhalten hat, bereits in der Zeitung, von Freunden oder anderen Kan&#228;len von der Veranstaltung erfahren hat, der Flyer also lediglich eine zus&#228;tzliche Informationsquelle war. Nichtsdestotrotz: Der ROI l&#228;sst sich &#252;ber Gutscheincodes relativ genau messen.</p>
<h2>ROI durch Befragung</h2>
<p>Plakataktionen, Anzeigen und andere klassische Werbemittel sind schon schwieriger zu messen. Recht beliebt  ist in diesem Zusammenhang die Besucherbefragung und hierbei die Frage „Wie sind Sie auf die heutige Veranstaltung aufmerksam geworden?“. H&#228;ufige Antwort: &#220;ber Freunde, Bekannte und Verwandte – Mundpropaganda. Doch &#252;ber welche Informationskan&#228;le sind diese „Freunde, Bekannte und Verwandte“ aufmerksam geworden? Ja, das ist die Frage (die in der Regel nicht gestellt wird). Wenn man w&#252;sste wie die entsprechenden Entscheider und Meinungsf&#252;hrer (alias Multiplikatoren, &#220;bertr&#228;ger, Influentials etc.) sich informierten, das Leben von PR-Mitarbeitern w&#228;re so viel einfacher…  Es bleibt festzuhalten: Die Messung des ROI &#252;ber eine Besucherbefragung ist relativ ungenau. Doch wie sonst soll man beispielsweise den ROI von Presse- und &#214;ffentlichkeitsarbeit? Angenommen ich habe vier Stunden lang Pressearbeit gemacht und daf&#252;r drei Kurzrezensionen in Lokalzeitungen erhalten, wie viel Gewinn habe ich dadurch erzielt?</p>
<h2>Welchen ROI hat Aufmerksamkeit?</h2>
<p>Da vor meinem Fenster gerade ein Propellerflugzeug mit „Wulle“-Banner vorbeifliegt, setze ich noch einen drauf: Wie misst man den ROI einer solchen „Aufmerksamkeit-Aktion“? Nat&#252;rlich kann man  auch hier eine Befragung durchf&#252;hren: „Haben Sie in den letzten sieben Tagen einen Werbebanner am Himmel gesehen? Von welcher Marke war dieser?“  Dadurch wird aber nur gefragt, ob die Werbung von potenziellen Kunden wahrgenommen wird. Und auch hier kommt es zu Verzerrungen, denn Werbung funktioniert vor allem implizit, also unbewusst, weshalb die explizite Erinnerung als Erfolgsma&#223; unzureichend ist.</p>
<p>F&#252;hrt man mehrere Befragungen durch, kann man &#252;ber die Frage „Was f&#252;r eine Meinung haben Sie zu  Wulle?“ auch testen, ob sich durch die Kampagne das Image verbessert hat. Eines bleibt jedoch offen: Wie viele Flaschen „Wulle“ wurden durch diese Aktion verkauft? (Anmerkung f&#252;r alle Nicht-Schwaben: Wulle = „Dinkelacker“-Bier in Plopp-Flasche). Die ROI-Messung gestaltet sich also &#228;u&#223;erst schwierig.</p>
<h2>Wie kann man nun den ROI von Web 2.0 messen?</h2>
<p>Antwort: Gutscheincodes und Befragungen – fertig. Statt Gutscheincodes lassen sich selbstverst&#228;ndlich auch Landing-Pages einsetzen, also Webseiten, auf die ein Nutzer gelangt, wenn er z.B. einen Link auf Facebook anklickt. Um den ROI zu messen, muss der Nutzer dann aber auch gleich ein Ticket bestellen. Entschlie&#223;t er sich, sein Ticket zu einem sp&#228;teren Zeitpunkt zu kaufen und benutzt nicht den Link, sondern geht z.B. direkt auf die Website, wird er nicht mitgez&#228;hlt, obwohl die Aufmerksamkeit f&#252;r das Event &#252;ber den Link auf Facebook geschaffen wurde. Wie man daran schon erkennen kann: Die reine Messung der Verk&#228;ufe vernachl&#228;ssigt andere wichtige Faktoren – sowohl bei vorbeifliegenden „Wulle“-Bannern wie auch bei Facebook-Freunden und Followern auf Twitter.</p>
<h2>Was kann Web 2.0?</h2>
<p>Web 2.0 kann keine Karten verkaufen – <a title="Kulturmanagement Blog: Social Media - und was bringt mir das jetzt?" href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/03/21/social-media-und-was-bringt-mir-das-jetzt/" target="_blank">jedenfalls nicht &#252;ber den direkten Weg</a>, im Sinne von „Ich lese einen Blogpost und kaufe mir anschlie&#223;end eine Karte“, sondern nur &#252;ber Umwege wie mehr Aufmerksamkeit, h&#246;here Reichweite, besseres Image, mehr Kundenn&#228;he, neue Zielgruppen etc. Fragt man nach dem ROI von Web 2.0 muss man also diese Umwege einbeziehen und darf nicht nur auf die Verkaufszahlen schielen. Das erschwert die ROI-Messung beziehungsweise macht sie fast unm&#246;glich. Dennoch versuchen Blogger ab und an beispielsweise <a title="Social Network Strategien: ROI einer Facebook-Site" href="http://www.socialnetworkstrategien.de/2010/04/berechnung-des-roi-einer-facebook-seite/?utm_source=feedburner&amp;utm_medium=feed&amp;utm_campaign=Feed:+socialnetworkstrategien+(SocialNetworkStrategien)" target="_blank">den ROI einer Facebook-Seite zu berechnen</a>, was zwar gut gemeint, aber unterm Strich eine Milchm&#228;dchenrechnung ist (siehe die Kommentare dort). Bleibt nichts anderes &#252;brig, als den Erfolg &#252;ber Kennzahlen zu messen, was ebenfalls umstritten ist, weil man seine Ziele selbst definiert. Wann ist eine Facebook-Seite ein Erfolg? Ab 100, 1.000 oder 10.000 Freunden im Jahr? Ab 10, 100 oder 1.000 Interaktionen im Jahr? Das legt man also selbst fest. Je nachdem wie ehrgeizig man isst, wird man also sein Social Media Marketing als Erfolg verbuchen k&#246;nnen – oder auch nicht.</p>
<h2>Kennzahlen zur Erfolgsmessung</h2>
<p>Christian Henner-Fehr gibt in einem <a title="Kommentar von Christian Henner-Fehr zum Blogpost &quot;Opernh&#228;user im Internet&quot;" href="http://www.axelkopp.com/2010/06/opernhaeuser-im-internet-best-practice-beispiele/#comments" target="_blank">Kommentar</a> zu bedenken, dass „wir immer h&#228;ufiger bei der Zahl der Fans bzw. Follower h&#228;ngenbleiben“. Da hat er Recht. Es ist sicherlich sinnvoll, nicht ausschlie&#223;lich die Quantit&#228;t, sondern auch die Qualit&#228;t zu messen. Es klingt vielleicht etwas plump, aber: die Mischung macht’s. Doch welche Mischung? Diese ist abh&#228;ngig von den Zielen und muss letztlich von jeder Organisation selbst festlegt werden - somit ist sie nat&#252;rlich auch nicht frei von Subjektivit&#228;t .</p>
<p>Angelehnt an Kerstin Hoffmanns Beitrag „<a title="Kerstin Hoffmann: Was Klicks und Kennzahlen tats&#228;chlich verraten - Erfolgsmessung im (Social Web)" href="http://www.kerstin-hoffmann.de/pr-doktor/2010/05/04/was-kennzahlen-tatsachlich-verraten-erfolgsmessung-im-social-web/" target="_blank">Was Klicks und Kennzahlen tats&#228;chlich verraten – Erfolgsmessung im (Social) Web</a>“ hier einige Kennzahlen:</p>
<h2>Klickzahlen</h2>
<p>Klicks auf die Website bzw. den Blog lassen sich mit Google Analytics (und anderen Monitoring-Programmen) hervorragend auswerten. Man kann erkennen, woher die Besucher kommen, wie treu sie sind, wie lange sie auf der Website bleiben, welche Seiten am h&#228;ufigsten angeklickt werden etc. Facebook bietet ein eigenes Analyse-Tool, das m.E. ganz gut ist. Daneben gibt es <a title="Allfacebook.com: 4 Ways To Monitor Your Facebook Page Traffic" href="http://www.allfacebook.com/2010/03/facebook-page-traffic/" target="_blank">verschiedene andere Dienste</a>, mit denen man seine Facebook-Seite auswerten kann. Die kostenlosen Monitoring-, Analyse- und Statistik-Tools f&#252;r Twitter halte ich momentan f&#252;r unausgereift. Zu nennen w&#228;ren vielleicht <a title="Twitterless/Chirpstats" href="http://twitterless.com/" target="_blank">chirpstats</a>, <a title="bit.ly" href="http://bit.ly/" target="_blank">Bit.ly</a> oder <a title="TwitterAnalyzer" href="http://twitteranalyzer.com/" target="_blank">Twitteranalyzer </a>- wenn jemand bessere kennt: her damit!</p>
<h2>Kommentare</h2>
<p>Die Anzahl der Kommentare sind ein Indiz daf&#252;r, ob ein Blog oder eine Facebook-Seite gelesen und f&#252;r so interessant/diskutabel/witzig befunden wird, dass Leser den Drang haben, das Gelesene zu kommentieren. Kommentiert werden Beitr&#228;ge nicht immer &#246;ffentlich: E-Mails, Anrufe oder Bez&#252;ge im pers&#246;nlichen Gespr&#228;ch sind eine Form des nicht&#246;ffentlichen Kommentierens. Bei Twitter gibt es keine echte Kommentarfunktion, nur die erw&#228;hnte nicht&#246;ffentliche Form &#252;ber  Direktnachrichten/Replies.</p>
<h2>Verlinkungen, Gef&#228;llt-mir und Re-Tweet</h2>
<p>Gute Beitr&#228;ge werden fr&#252;her oder sp&#228;ter in irgendeiner Form an andere weitergeleitet. Sei es ganz klassisch &#252;ber einen Link auf der eigenen Website, &#252;ber das Dr&#252;cken des „Gef&#228;llt-mir“-Buttons auf Facebook (so dass die Nachricht allen Freunde eingeblendet wird) oder &#252;ber „Re-Tweeten“ von Tweeds bei Twitter.</p>
<h2>Follower und Freunde/Fans</h2>
<p>Zumindest ein st&#252;ckweit macht’s auch die Masse: Die rein quantitative Anzahl an Blog-Abonnenten, Facebook-Fans, Twitter-Followern sollte unbedingt gemessen werden und ist auf jeden Fall ein Erfolgsfaktor – wenn auch nur einer.</p>
<h2>Und zu guter Letzt</h2>
<p>seien nochmal die Gutscheincodes und die Befragungen erw&#228;hnt, die das Monitoring und die Erfolgsmessung abrunden. Gutscheincodes in Verbindung mit Online-Ticketing sind zumindest f&#252;r Theater- und Opernh&#228;user sowie Orchester eine gute Methode um den Erfolg von Social Media zu messen. Bei Museen ist das etwas schwieriger, aber m&#246;glich. Man k&#246;nnte beispielsweise nur auf Facebook posten, dass jede Person, die beim Museumsbesuch an der Kasse „Gef&#228;llt mir“ sagt, eine kleine Packung Gummib&#228;rchen bekommt. Oder noch besser: Eine Kugel Eis. Der Kreativit&#228;t sind dabei keine Grenzen gesetzt.</p>
<h2>Nachtrag vom 11. Juli 2010:</h2>
<p>Das sagt Tamar Weinbergs zur Investitionsrendite:</p>
<p>F&#252;nf verschiedende Kennzahlen k&#246;nnen Ihnen dabei helfen, den ROI zu sch&#228;tzen:</p>
<ul>
<li>Reichweite („Wie viele Menschen erreichen Ihre Message?“)</li>
<li>Frequenz und Traffic („Wie oft besuchen die Leute Ihre Seite?“)</li>
<li>Einfluss („Wie h&#228;ngen die Onlinekonversationen mit Ihrem Gesch&#228;ft zusammen?“)</li>
<li>Conversions und Transactions („Klicken die Besucher auch auf andere Teile Ihrer Website, seitdem Sie eine virale Aktion losgetreten haben, um die Bekanntheit Ihres Unternehmens zu steigern? Sind mehr Transactions erkennbar?“)</li>
<li>Nachhaltigkeit („Wie lange bleiben die User bei Ihnen, nachdem Ihre Social Media-Kampagne auf ihrem Radar aufgetaucht ist?“) (vgl. <a title="Tamar Weinberg: Social Media Marketing" href="http://books.google.de/books?id=UVP3f6byYvUC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=social+media+weinberg&amp;hl=de&amp;ei=wP84TJbbOsilOOz52YkK&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CDAQ6AEwAA#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Weinberg 2010</a>: 338 f.)</li>
</ul>
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		<title>Opernh&#228;user im Internet: Best Practice Beispiele</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 07:00:38 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Kopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Bayerische Staatsoper]]></category>
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		<description><![CDATA[Auf Facebook gibt es zwei Seiten mit dem Namen „Sydney Opera House“. Eine Inoffizielle mit knapp 25.000 Fans, null Pinnwandbeitr&#228;gen, daf&#252;r an die 400 User-Fotos und eine Offizielle mit knapp 4.000 Fans, zahlreichen Pinnwandbeitr&#228;gen, YouTube-Videos, Tweeds etc. Damit die Opernh&#228;user in Deutschland alle Fans erreichen, tun sie gut daran, sich f&#252;r das Web 2.0 zu interessieren. Einige machen das schon, die Deutsche Oper am Rhein und die Bayerische Staatsoper sogar sehr gut.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Was ist der Unterschied zwischen der Facebook-Seite „<a title="Facebook: Inoffizielle Seite des Sydney Opera House" href="http://www.facebook.com/pages/Sydney-Opera-House/15334982481" target="_blank">Sydney Opera House</a>“ und der Facebook-Seite „<a title="Facebook: Offizielle Seite des Sydney Opera House" href="http://www.facebook.com/sydneyoperahouse" target="_blank">Sydney Opera House</a>“? Gibt es nicht? Gibt es doch! Die inoffizielle Seite z&#228;hlt knapp 25.000 Fans, null Pinnwandbeitr&#228;ge, daf&#252;r an die 400 User-Fotos, die offizielle Seite knapp 4.000 Fans, daf&#252;r zahlreiche Pinnwandbeitr&#228;ge, YouTube-Videos, Tweeds etc.  Woran das liegt? Es ist anzunehmen, dass die erste Seite von einer Privatperson schon vor ein paar Jahren gegr&#252;ndet wurde (als Facebook Marketing noch nicht so hip war) und dass die Anzahl an Facebook-Fans rasant stieg. Zumindest stieg sie wohl so rasant, dass das Sydney Opera House nicht verhindern konnte, dass mehr als 20.000 Personen sich zu der inoffiziellen Seite bekannten, aber nicht Fan von der offiziellen Facebook-Seite des Opernhauses wurden. Damit so etwas nicht passiert, tun auch deutsche Opernh&#228;user gut daran, im Web 2.0 aktiv zu werden – selbst wenn ein Gro&#223;teil ihrer Besucher dieses noch nicht nutzt. Das Alter der Besucher, bislang sind 74 Prozent der Operng&#228;nger &#252;ber 40 Jahre (vgl. <a title="Google Books: Armin Klein &quot;Der exzellente Kulturbetrieb&quot;" href="http://books.google.de/books?id=49c_fm2Qi1wC&amp;pg=PA319&amp;dq=exzellenter+kulturbetrieb&amp;hl=de&amp;ei=VB0qTOGIBoKXsQau1PDEBA&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CC0Q6AEwAA#v=onepage&amp;q=exzellenter%20kulturbetrieb&amp;f=false" target="_blank">Klein 2008: 21</a>), wird nicht mehr lange ein Hinderungsgrund sein – sofern es das &#252;berhaupt noch ist.</p>
<div id="_mcePaste">Ich habe im Internet die Online-Aktivit&#228;ten deutscher Opernh&#228;user ein wenig n&#228;her betrachtet. Die Deutsche Oper am Rhein und die Bayerische Staatsoper k&#246;nnen meines Erachtens als Best Practice im Bereich Web 2.0 gelten, die Bayreuther Festspiele machen gekonntes Web 1.0-Marketing :</div>
<p></p>
<h2>Die Deutsche Oper am Rhein spannt Scouts ein.</h2>
<div id="_mcePaste"><a title="Facebook: Deutsch Oper am Rhein" href="http://www.facebook.com/#!/pages/Deutsche-Oper-am-Rhein/178452829166?ref=ts" target="_blank">Facebook-Seite</a>, <a title="YouTube: Deutsche Oper am Rhein" href="http://www.youtube.com/user/DeutscheOperamRhein" target="_blank">YouTube-Kanal</a>, <a title="Twitter: Deutsche Oper am Rhein" href="http://twitter.com/operamrhein" target="_blank">Twitter-Account</a> und <a title="issuu: Spielzeitheft 2010/2011" href="http://issuu.com/deutscheoperamrhein/docs/spielzeit_2010-11" target="_blank">das aktuelle Spielzeitheft auf dem Online-Dienst issuu</a> – die Deutsche Oper am Rhein ist mit der Spielzeit 2009/2010 im Web 2.0 angekommen und macht auch inhaltlich viel richtig. So beschr&#228;nkt man sich bei Facebook nicht nur auf die Bekanntmachung der eigenen Veranstaltungen (also Werbung), sondern berichtet unter anderem von der Drachenboot-Regatta, verlinkt auf ein Interview mit Anne-Sophie Mutter und sucht das Gespr&#228;ch mit den Besuchern (&#8220;Verbesserungsvorschl&#228;ge?&#8221;). Erste positive Auswirkungen kann man bereits erkennen: Die Nutzer werden selbst aktiv und posten unaufgefordert interessante Links auf der Facebook-Pinnwand.</div>
<div id="_mcePaste">Die N&#228;he zu den Besuchern sucht die Rheinoper auch offline und hat dazu seit Oktober 2009 Opern- und Balletscouts im Einsatz. Ein Projekt, von dem man sich virale Effekte erhofft: „Unsere ‚Scouts‘ helfen uns dabei, unsere Auff&#252;hrungen zum Gespr&#228;chsthema zu machen. Als Kundschafter und Meinungsbildner kommen sie aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen und Altersstufen und zeichnen sich durch kritisches Interesse und Freude an der Reflexion aus. Nach ausgew&#228;hlten Premieren – zun&#228;chst in D&#252;sseldorf – geben sie ihre Eindr&#252;cke wieder, die wir in Form kurzer Publikumsrezensionen auf unserer Homepage ver&#246;ffentlichen“ (<a title="Deutsche Oper am Rhein: Opernscout" href="http://www.operamrhein.de/download_open.php?id=42805" target="_blank">Zitat aus Opernscout „Peter Grimes“</a>). Genau zu einer solchen Strategie der Informationsverbreitung durch Netzwerke r&#228;t &#252;brigens Bernd R&#246;thlingsh&#246;fer in seinem Buch „<a title="Amazon: Bernd R&#246;thlingsh&#246;fer &quot;Marketeasing&quot;" href="http://www.amazon.de/Marketeasing-Werbung-anders-Bernd-R&#246;thlingsh&#246;fer/dp/3503090525/ref=sr_1_2?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1277799722&amp;sr=8-2" target="_blank">Marketeasing. Werbung total anders</a>“.</div>
<div id="_mcePaste">Last but not least: Das Erscheinungsbild der Deutsche Oper am Rhein wurde vor wenigen Wochen mit dem <a title="Page online: iF communication design award 2010" href="http://www.page-online.de/emag/kreation/artikel/neues_preisgekroentes_corporate_design_fuer_die_deutsche_oper_am_rhein " target="_blank">iF communication design award 2010</a> ausgezeichnet.</div>
<div id="_mcePaste">Unter diesen au&#223;erordentlich guten Vorzeichen, fragt man sich h&#246;chstens, warum das Opernhaus bislang „nur“ 1.000 Facebook-Fans und „nur“ 200 Follower auf Twitter hat. Richtig gut l&#228;uft hingegen der YouTube-Kanal.  Die 22 Videos wurden knapp 63.000 Mal aufgerufen. Alles in allem: Weiter so!</div>
<p></p>
<h2>Die Bayerische Staatsoper bloggt.</h2>
<div id="_mcePaste">Die Bayerische Staatsoper hat im April 2009 ihr erstes Video auf YouTube hochgeladen und macht das seitdem regelm&#228;&#223;ig. Belohnt wird man mit Klicks – <a title="YouTube: Trailer der Bayerischen Staatsoper zu Lohengrin" href="http://www.youtube.com/watch?v=E8V1K0EqL_M" target="_blank">der Trailer zu Richard Wagner’s Lohengrin</a> wurde schon knapp 10.000 Mal aufgerufen, insgesamt wurden die 33 Videos knapp 70.000 Mal angeklickt.  Wie die Deutsche Oper am Rhein hat die Bayerische Staatsoper mit <a title="Facebook: Bayerische Staatsoper" href="http://www.facebook.com/baystaatsoper" target="_blank">Facebook</a> und <a title="Twitter: Bayerische Staatsoper" href="http://twitter.com/bay_staatsoper" target="_blank">Twitter</a> zu Beginn der Spielzeit 2009/2010 angefangen. Vor allem die Facebook-Seite l&#228;uft gut – &#252;ber 2.300 Nutzern gef&#228;llt die Seite und die Beitr&#228;ge werden h&#228;ufig kommentiert. Bei Twitter hat man knapp 400 Follower.</div>
<div id="_mcePaste">Da die Bayerische Staatsoper und die Rheinoper fast zur gleichen Zeit mit Facebook und Twitter angefangen haben, lassen sich diese Zahlen gut miteinander vergleichen. Doch wer jetzt denkt, dass die Bayerische Staatsoper klarer Sieger ist, weil sie mehr als doppelt so viele Fans und Follower hat, l&#228;sst au&#223;er Acht, dass die Rheinoper nicht mal halb so viele Opernbesucher hat. Laut der Theaterstatistik des Deutschen B&#252;hnenvereins waren es in der Spielzeit 2007/2008 bei der Rheinoper 161.000, bei der Bayerischen Staatsoper 360.000. Fairerweise m&#252;sste man den Vergleich also „unentschieden“ werten. Was die Bayern jedoch besser machen: Sie bewerben ihre Web 2.0-Angebot auf der Homepage mit Icons (leider verschwinden diese, sobald man die Startseite verl&#228;sst).</div>
<div id="_mcePaste">Die Bayerische Staatsoper tut aber einiges daf&#252;r, im Internet weiter an Boden zu gewinnen. Im April 2010 ging der eigene <a title="Bayerische Staatsoper: Blog" href="http://blog.staatsoper.de/" target="_blank">Staatsoper-Blog</a> an den Start. Momentan begleitet dieser die Facebook-Seite, d.h. alle Blogbeitr&#228;ge werden als Link auf Facebook gepostet, aber nicht alle Facebook-Beitr&#228;ge finden sich auf dem Blog. Inhaltlich befasst sich der Blog mit Themen rund um die Staatsoper: mit roten Ballons vor der Staatsoper, mit einem Schwertfisch aus dem Fundus und Liebesbriefen f&#252;r Adina. Die Beitr&#228;ge stammen nicht nur aus der PR-Abteilung des Hauses, sondern von knapp <a title="Blog: Bayerische Staatsoper &quot;Autoren&quot;" href="http://blog.staatsoper.de/autoren/" target="_blank">20 Autoren</a> verschiedener Abteilungen – teilweise auch von Externen.</div>
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<h2>Die Bayreuther Festspiele betreiben professionelles Web 1.0-Marketing.</h2>
<div id="_mcePaste">&#196;hnlich wie das Sydney Opera House haben auch die Bayreuther Festspiele mit &#252;ber 1.100 Fans eine recht gro&#223;e Community auf der <a title="Facebook: inoffizielle Facebook-Seite der Bayreuther Festspiele" href="http://www.facebook.com/pages/Richard-Wagner-Festspiele-Bayreuth/335827550261?v=wall" target="_blank">inoffiziellen Facebook-Seite</a>. Eine offizielle Seite wurde bislang nicht eingerichtet – warum? Das wundert vor allem deshalb, weil die Marketingabteilung der Festspiele einiges f&#252;r das „gemeine Volk“ tut – sowohl offline (z.B. mit dem <a title="YouTube: Public Viewing der Bayreuther Festspiele" href="http://www.youtube.com/watch?v=4w1Vxd7gIw0" target="_blank">Public Viewing</a>) wie auch online. Auf der Website gibt es den qualitativ hochwertigen <a title="Bayreuther Festspiele: Videoguide" href="http://www.bayreuther-festspiele.de/deutsch/video_guide_38.html" target="_blank">Video Guide</a>, der interessante Einblicke hinter die Kulissen gew&#228;hrt, und auf der Site von <a title="BF Medien GmbH" href="http://www.bfmedien.de/" target="_blank">BF Medien</a> gibt es einen gut best&#252;ckten Podcast. Die BF Medien GmbH wurde 2008 mit den Zielen gegr&#252;ndet, die Festspiele  einer breiteren &#214;ffentlichkeit zug&#228;nglich zu machen und „endlich auch in Bayreuth medial neue Wege zu beschreiten“. Warum man in Bayreuth auf Web 2.0-Anwendungen verzichtet, bleibt also offen. Sicherlich, es muss nicht immer Web 2.0 sein. Professionelles Web 1.0-Marketing ist besser als liebloses Web 2.0-Marketing, aber wenn es sich doch – wie am Beispiel der Facebook-Seite – geradezu aufdr&#228;ngt, warum nutzt man die Potenziale dann nicht?</div>
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<h2>Und sonst: Facebook und Theater-TV.com</h2>
<div id="_mcePaste">Ich h&#228;tte noch die Facebook-Seiten der <a title="Facebook: Staatsoper Stuttgart" href="http://www.facebook.com/pages/Stuttgart-Germany/Staatsoper-Stuttgart/383982127109" target="_blank">Staatsoper Stuttgart</a> (knapp 600 Fans), der <a title="Facebook: Komische Oper" href="http://www.facebook.com/pages/Berlin-Germany/Komische-Oper-Berlin/58517043770?v=wall&amp;viewas=0" target="_blank">Komischen Oper in Berlin</a> (knapp 1.200 Fans) und der <a title="Facebook: Theater Bremen" href="http://www.facebook.com/theaterbremen2.0?ref=nf" target="_blank">Oper bzw. des Theaters in Bremen</a> (knapp 600 Fans) lobend erw&#228;hnen k&#246;nnen, deren Facebook-Aktivit&#228;ten denen der Rheinoper und der Bayerischen Staatsoper in nichts nachstehen. Auch sie bieten ihren Fans einen Blick hinter die Kulissen, binden andere Mitarbeiter/K&#252;nstler in das Online-Marketing ein, verlosen mal ein Ticket und machen ein bisschen Werbung f&#252;r die ein oder andere Opernauff&#252;hrung.</div>
<div id="_mcePaste">Die Staatsoper Hannover betreibt einen <a title="Blog: Staatsoper Hannover" href="http://www.ring-blog.de/" target="_blank">Blog</a>, den sie bislang noch nicht mit Facebook verkn&#252;pft hat. Auch stellt sie ihre Trailer weder bei YouTube noch bei vimeo ein, sondern nur auf <a title="Theater TV" href="http://www.theater-tv.com/" target="_blank">Theater TV</a>. Damit gesellt sie sich (leider) zu anderen gro&#223;en H&#228;usern wie der Staatsoper Hamburg, der Semperoper in Dresden oder der Oper Leipzig, die das genauso handhaben. Vermutlich erlauben die Vertr&#228;ge mit Theater TV den H&#228;usern nicht, die Videos auf anderen Plattformen hochzuladen. Schade.</div>
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<h2>Fazit: Online-Aktivit&#228;ten st&#228;rker mit Offline-Aktionen verbinden</h2>
<div id="_mcePaste">Ohne eine Statistik gef&#252;hrt zu haben, w&#252;rde ich sagen, dass rund die H&#228;lfte der deutschen Opernh&#228;user, die ich mir im Internet angeschaut habe, in irgendeiner Weise im Web 2.0 aktiv sind. Nicht nur unter Opernh&#228;user, sondern im gesamten Kulturbereich ist Facebook derzeit Everybody’s Darling. Was viele Fans bringen, wird sich erst noch zeigen. Es w&#228;re allerdings schon jetzt spannend, die „Facebook-Verantwortlichen“ der Opernh&#228;user in D&#252;sseldorf, M&#252;nchen, Stuttgart, Berlin und Bremen zu einem (virtuellen) Erfahrungsaustausch einzuladen. Da die H&#228;user aufgrund der geografischen Distanz keine Konkurrenten sind, w&#228;re das sogar realisierbar.</div>
<div id="_mcePaste">Der „Blick hinter die Kulissen“ ist zwar nach wie vor interessant, zumal er in jedem Haus anders ist und anders interpretiert wird, dennoch stellt sich die Frage, ob sich diese Vorgehensweise langfristig auszahlt – sei es in der Erschlie&#223;ung neuer Zielgruppen, in steigenden Ticketverk&#228;ufen, in der Besucher- oder Mitarbeiterzufriedenheit oder in einem Imagegewinn.</div>
<div id="_mcePaste">Meines Erachtens sollte der n&#228;chste Schritt f&#252;r die Opernh&#228;user in der Verbindung zwischen online und offline liegen. Die Fans miteinander vernetzen, damit sie sich kennenlernen. Das bedeutet beispielsweise, nicht nur f&#252;nf Mal zwei Tickets f&#252;r Verdi zu verlosen, sondern als einmalige Aktion eine Auff&#252;hrung ausschlie&#223;lich f&#252;r Facebook-Fans zu geben. Damit meine ich keinesfalls, dass man alle Tickets f&#252;r diese Auff&#252;hrung verschenken sollte. Ich denke vielmehr, dass allein die Idee „Facebook Fans only“ reichen w&#252;rde, um die Karten problemlos zu einem erm&#228;&#223;igten Preis zu verkaufen.  Die Publicity, die eine solche Aktion erhalten w&#252;rde, sollte man ebenfalls beachten. Die Gefahr bei Aktionen und Projekten ist immer, dass sie nicht nachhaltig sind. Aus diesem Grund hei&#223;t das Credo „nachfassen“, den Facebook-Fans weitere Offline-Angebote unterbreiten und sie so nach und nach zu &#252;berzeugten Opernbesucher machen. Das Ziel sollte sein, einen informellen Fanclub zu schaffen.</div>
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<div id="_mcePaste">P.s. Dass auch Einzelaktionen ihre Berechtigung haben, zeigt das Video „Opera en el Mercado“ von dem valenzianischen Opernhaus „Palau de les Arts Reina Sofía“, das auf YouTube knapp 3,8 Millionen Mal aufgerufen wurde: </div>
<p><object width="560" height="340"><param name="movie" value="http://www.youtube.com/v/Ds8ryWd5aFw&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x3a3a3a&#038;color2=0x999999"></param><param name="allowFullScreen" value="true"></param><param name="allowscriptaccess" value="always"></param><embed src="http://www.youtube.com/v/Ds8ryWd5aFw&#038;hl=de_DE&#038;fs=1&#038;color1=0x3a3a3a&#038;color2=0x999999" type="application/x-shockwave-flash" allowscriptaccess="always" allowfullscreen="true" width="475" height="276"></embed></object></p>
<div id="_mcePaste">P.P.s. Der <a title="Wholefoods Opera BSO" href="http://www.youtube.com/watch?v=-STnVJlWf_o" target="_blank">Versuch der Washington National Opera das Original zu kopieren</a> und &#228;hnliche virale Effekte zu erzielen, klappte &#252;brigens nicht („nur“ 14.000 Aufrufe).</div>
]]></content:encoded>
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		<title>Halbherzig 2.0</title>
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		<pubDate>Sun, 20 Jun 2010 07:00:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Kopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Web 2.0]]></category>
		<category><![CDATA[Best Practice]]></category>
		<category><![CDATA[Return On Investment]]></category>
		<category><![CDATA[ROI]]></category>
		<category><![CDATA[Social Bar]]></category>
		<category><![CDATA[Theaterhaus]]></category>

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		<description><![CDATA[Auf der Socialbar hat das Theaterhaus von seinen Erfahrungen mit dem Bloggen berichtet. Das Motto der Web 2.0-Strategie lautet „Spa&#223;, Vertrauen, Mut“. Leider sieht man auf dem Theaterhausblog davon nur wenig. Vielmehr ist der Blog eine Mischung aus Nicht-Wollen (weil man nicht an den Erfolg von Web 2.0 glaubt) und Nicht-K&#246;nnen (weil  die personellen Ressourcen fehlen ). ]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf der <a title="Social Bar Stuttgart" href="http://socialbar.de/wiki/2010_06_08_stuttgart" target="_blank">Socialbar Stuttgart</a> hat u.a das Theaterhaus &#252;ber seine Erfahrungen mit dem Theaterhausblog berichtet. Im November 2009 ging der Blog an den Start, seitdem werden ca. zwei Beitr&#228;ge pro Woche geschrieben, wobei es manchmal vier und manchmal null sind. Inhaltlich bewegt sich der Blog zwischen einem „Blick hinter die Kulissen“, aktuellen Meldungen (Konzertabsagen etc.), Pressemitteilungen und  YouTube-Videos zu auftretenden K&#252;nstlern. In anderen Worten: Der Blog wird vor allem als kommunikative Einbahnstra&#223;e zur Verbreitung von Informationen genutzt, Web 1.0 also. Informationen werden in die Internetgalexie geschossen, der Rest ist mehr oder weniger egal. Web 2.0-Maxime wie „in Dialog mit den Nutzern treten“ werden vernachl&#228;ssigt und die Vernetzung mit (potenziellen) Besuchern beschr&#228;nkt sich weitgehend auf das Sammeln von Facebook-Freunden. Folglich wird der Blog auch so gut wie nicht kommentiert. Warum auch sollte ein Nutzer das monatliche Vorwort von Intendant Schretzmeier kommentieren? Und vor allem: Warum sollte er diesen Blog regelm&#228;&#223;ig lesen?</p>
<h2>Viel ungenutztes Potenzial</h2>
<p>Schade ist das vor allem, weil der Theaterhausblog durchaus Potenzial hat. Nur vergibt man seine Chancen in etwa so leichtfertig wie Miroslav Klose. Da w&#228;re zum Beispiel das witzige „<a title="Theaterhausblog: Promir&#228;tsel" href="http://www.theaterhausblog.com/2010/05/promiratsel/" target="_blank">Promir&#228;tsel</a>“, das man wunderbar mit einem Gewinnspiel h&#228;tte verbinden k&#246;nnen, stattdessen hat man es zu einem „Suggestivr&#228;tsel“ gemacht und noch nicht mal auf der Facebook Fanpage ver&#246;ffentlicht (warum eigentlich?). Gleiches gilt f&#252;r den Beitrag „<a title="Theaterhausblog: Der Theaterhaus-Weinberg an der w&#252;rttembergischen Weinstra&#223;e" href="http://www.theaterhausblog.com/2010/05/der-theaterhaus-weinberg-an-der-wurttembergischen-weinstrase/" target="_blank">Der Theaterhaus-Weinberg an der w&#252;rttembergischen Weinstra&#223;e</a>“.  „Es wird bereits &#252;berlegt ein paar Flaschen zur Auktion freizugeben“, ist im Beitrag zu lesen. Tolle Idee, daraus eine Marketing-Aktion zu schmieden und eine Flasche Rotwein bei eBay oder vor Ort zu versteigern , aber warum macht man das nicht? Warum denkt man nur dar&#252;ber nach? In meiner Funktion als „Blogologe“ des Renitenztheaters habe ich dem Theaterhaus auch einen <a title="Renitenztheater: Literatur gegen Wein" href="http://www.renitenztheater.de/nc/service/das-renitente-blog/artikel/datum/2010/06/09/wein-gegen-literatur/" target="_blank">Tauschhandel </a>vorgeschlagen. Leider blieb der Artikel seitens des Theaterhauses g&#228;nzlich ohne Reaktion, obwohl eine enge Verbindung zwischen den beiden H&#228;usern besteht.  Das ist schade.</p>
<h2>Die Gr&#252;nde</h2>
<p>In der Pr&#228;sentation auf der Social Bar wurde ganz klar gesagt: Web 2.0 wird beim Theaterhaus nur „on top“ gemacht. Das hei&#223;t, es gibt keinen echten Content Manager, sondern nur einen PR-Mitarbeiter (Bastian Ungemach), der zus&#228;tzlich zu seiner sonstigen Arbeit f&#252;r den Blog und Facebook und Twitter zust&#228;ndig ist. Suboptimal ist das nicht nur, weil Bastian nach eigenen Aussagen privat keine Social Media Angebote (Facebook etc.) nutzt, sondern auch, weil <a title="Nonprofits-vernetzt: Wie viel Zeit ben&#246;tigt man f&#252;r Web 2.0?" href="http://blog.nonprofits-vernetzt.de/index.php/wieviel-zeit-benotigt-man-fur-web-20/" target="_blank">Web 2.0 ein Vollzeitjob</a> ist. Und sogar noch mehr: Denn der Content Manager kann seine Inhalte nicht hinter verschlossenen T&#252;ren produzieren, sondern ist auf die aktive Mitarbeit seiner Kollegen angewiesen. Im Theaterhaus w&#252;rden ihm also im Idealfall rund <a title="Theaterhausblog: Die vorbildliche Kultureinrichtung" href="http://www.theaterhausblog.com/2010/02/die-vorbildliche-kultureinrichtung/" target="_blank">70 Festangestellte und 170 weitere Mitarbeiter</a> Inhalte liefern. Kleines Lob: <a title="Theaterhausblog: Filmdreh" href="http://www.theaterhausblog.com/2010/06/filmdreh-probebuhne-lowentor-fur-poppea-poppea/" target="_blank">Hin</a> und <a title="Theaterhausblog: Stars in Stripes" href="http://www.theaterhausblog.com/2010/03/stars-in-stripes/" target="_blank">wieder</a> gelingt es dem Theaterhaus, auch Nicht-PR-Mitarbeiter zum Bloggen zu motivieren.<br />
Die vom Theaterhaus ge&#228;u&#223;erte Angst, die Besucher w&#252;rden, wenn sie von der Website des Theaterhauses auf den Blog gehen, nicht mehr wiederkommen, halte ich f&#252;r aus der Luft gegriffen. Ich kann mich noch erinnern, dass Online-Journalisten anfangs eine &#228;hnliche Angst hatten und sich nicht trauten, Links zu anderen Websites zu setzen, weil ihnen dann ja die Leser abhauen w&#252;rden. Das Gegenteil ist der Fall: Der Mehrwert entsteht gerade durch diese Links. An <a title="SpiegelOnline: Google plant angeblich Online-Medienkiosk" href="http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,701483,00.html" target="_blank">diesem Artikel auf SpiegelOnline</a> kann man das gut erkennen. Die Redakteure versuchen viele interne Links unterzubringen, verweisen aber auch auf externe Websites. Jetzt ist das Theaterhaus zwar keine Zeitung, dennoch w&#252;rde dem Blog der ein oder andere externe Link nicht schaden. „Vernetzung“ hei&#223;t das Stichwort.</p>
<h2>Wie immer: die Frage nach dem ROI</h2>
<p>Unter diesen Bedingungen wundert es nur wenig, dass die Web 2.0-Aktivit&#228;ten nur einen geringen Effekt haben. Da sind sind 100 Blogbesucher pro Tag (laut Theaterhaus) schon relativ viel. Zumal man weder Blog noch Facebook Fanpage beworben hat, weder offline noch online. Bis vor kurzem war auf der Theaterhaus Homepage noch nicht mal ein Link zum Blog und in der E-Mail-Signatur der Mitarbeiter wird das Web 2.0-Angebot nach wie vor nicht erw&#228;hnt.</p>
<p>Das Prinzip: man investiert wenig und bekommt wenig zur&#252;ck. Gut, das Theaterhaus  zeigt sich damit zufrieden, aber kann das der Anspruch sein?  „Ja“ sagt das Theaterhaus, denn die Hauptzielgruppe sei im Web 2.0 nicht aktiv, nutze andere Kommunikationswege. Und au&#223;erdem: &#220;ber Web 2.0 verkaufe man keine Karten.  Es sei toll, 500 Facebook-Freunde zu haben, aber wenn die nicht ins Theaterhaus kommen, was n&#252;tzen sie? Das ist etwas kurzgegriffen. In der Tat wird f&#252;r das Theaterhaus ein <span style="color: #000000;"><a title="t3n:  Ein Facebook-Fan ist 136,38 US-Dollar wert – wirklich?" href="http://t3n.de/news/social-media-facts-facebook-fan-13638-us-dollar-wert-273893/" target="_blank">Facebook-Fan keine  136,38 US-Dollar</a></span> wert sein, dennoch sollte man vor allem die langfristigen Effekte von Web 2.0-Ma&#223;nahmen nicht untersch&#228;tzen (siehe auch „<span style="color: #000000;"><a title="Kulturmanagement Wordpress: Social Media: Und was bringt mir das jetzt?" href="http://kulturmanagement.wordpress.com/2010/03/21/social-media-und-was-bringt-mir-das-jetzt/" target="_blank">Social Media: Und was bringt mir das jetzt?</a></span>“ von Christian Henner-Fehr). Selbst wenn nicht jeder direkt den „Gef&#228;llt mir“ -Button bei Facebook dr&#252;ckt, so erz&#228;hlt er vielleicht bei einem Glas Bier seinen Freunden von einem interessanten Blogpost. Ich m&#246;chte keinen Exkurs &#252;ber soziale Netzwerke, virales Marketing und Empfehlungsmarketing machen, aber diese Dinge sollte man im Hinterkopf haben, wenn man &#252;ber den ROI von Web 2.0 redet. Im Hinblick auf die Zielgruppe sollte man auch bedenken, dass die Karten nicht immer von den Besuchern selbst erworben werden. Egal ob es sich um den Muttertag, den Geburtstag der Tante oder Weihnachten handelt; f&#252;r all diese Feste werden Geschenke h&#228;ufig von Nicht-Zielgruppen gekauft.Und obwohl es viele immer noch nicht glauben wollen: <a title="Facebook Marketing: Zahlen Mai 2010" href="http://facebookmarketing.de/zahlen_fakten/facebook-nutzerzahlen-deutschland-mai-2010" target="_blank">Die Anzahl an „Alten“ w&#228;chst bei Facebook rapide</a>! Au&#223;erdem war <a title="Theaterhaus: Deichkind" href="http://www.theaterhaus.com/theaterhaus/index.php?id=1,3,9053" target="_blank">Deichkind</a> schon im Theaterhaus und n&#228;chste Woche wird das Jugendtheaterst&#252;ck „<a title="Theaterhaus: Was hei&#223;t hier Liebe?" href="http://www.theaterhaus.com/theaterhaus/?id=1,3,30" target="_blank">Was hei&#223;t hier Liebe?</a>“ aufgef&#252;hrt. Da kann man wohl nicht sagen, dass die Theaterhausbesucher zu alt f&#252;r Web 2.0 seien.</p>
<h2>Zeit, was zu &#228;ndern</h2>
<p>Das Theaterhaus hat seine „Web 2.0“-Strategie unter das Motto „Spa&#223;, Vertrauen, Mut“ gestellt. Von all dem ist bislang nicht viel zu erkennen. „Keine Zeit, kein Geld“, das sind Standardausreden, die man so nicht gelten lassen kann (siehe Abschnitt „Viel ungenutztes Potenzial“). Vielmehr liegen die Priorit&#228;ten weiterhin eindeutig auf dem Offline-Marketing. Ich frage mich nur, warum das Theaterhaus nicht das Motto „Web 2.0 ist ganz nett und sch&#246;n, aber man sollte es nicht &#252;berbewerten“ gew&#228;hlt hat.  W&#228;re wenigstens ehrlich gewesen.<br />
Das Theaterhaus hat einen F&#246;rderverein und junge, dynamische Mitarbeiter. Da k&#246;nnte man also schon noch mehr machen – wenn man wollte!  &#196;ndert man nichts, bleibt es halt, wie es ist: „Halbherzig 2.0“. Was in diesem Zusammenhang fast absurd anmutet: Das Theaterhaus gilt unter den baden-w&#252;rttembergischen Kultureinrichtungen mehr oder weniger als Best Practice.</p>
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		<title>Der Museumsmensch</title>
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		<pubDate>Wed, 09 Jun 2010 07:00:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Kopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Marktforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Besucherforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Kulturforschung]]></category>
		<category><![CDATA[Museumsbesucher]]></category>
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		<category><![CDATA[Museumsmensch]]></category>
		<category><![CDATA[Nora Wegner]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist naheliegend, dass es DEN Museumsmensch ebenso wenig gibt wie DEN Deutschen oder DEN T&#252;rken. Und da es auch DAS Museum nicht gibt, sondern neun Museumsarten mit g&#228;nzlich unterschiedlichen Ausrichtungen und Angeboten (siehe unten), l&#228;sst sich der typische Museumsbesucher nur schwerlich charakterisieren. Einige Gemeinsamkeiten gibt es dennoch.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist naheliegend, dass es DEN Museumsmensch ebenso wenig  gibt wie DEN Deutschen oder DEN T&#252;rken. Und da es auch DAS Museum nicht gibt, sondern neun Museumsarten mit g&#228;nzlich unterschiedlichen Ausrichtungen und Angeboten (siehe unten), l&#228;sst sich der typische Museumsbesucher nur schwerlich charakterisieren. Nichtsdestotrotz haben Soziologen versucht, die regelm&#228;&#223;igen Museumsbesucher n&#228;her zu beschreiben. Wie im Blogpost <a title="Best of Tanja Laukner „Besucherbindung im Museumsmanagement“" href="http://www.axelkopp.com/2010/05/best-of-tanja-laukner-besucherbindung-im-museumsmanagement/ " target="_blank">„Best of Tanja Laukner“</a> bereits erw&#228;hnt, fallen unter diese Gruppe „formal &#252;berdurchschnittlich gebildete Menschen mit gehobenem Einkommen, die sich mit gro&#223;er Eigenmotivation f&#252;r kulturelle Themen interessieren, in Freundeskreisen oder F&#246;rdervereinen von Museen aktiv sind oder zumindest die jeweils aktuelle, in Presse und &#214;ffentlichkeit viel besprochenen Sonderausstellung sehen wollen“ (Sch&#228;fer 2005: 394).<br />
<a title="Website von Nora Wegner" href="http://www.evaluation-wegner.de/" target="_blank"> Nora Wegner</a> hat in ihrem Aufsatz „Besucherforschung und Evaluation in Museen“ versucht, die Ergebnisse verschiedener Studien zusammenzutragen und Gemeinsamkeiten und Unterschiede von Museumsg&#228;ngern herauszuarbeiten.</p>
<h2>Geschlecht</h2>
<p>Insgesamt gehen Frauen und M&#228;nner gleicherma&#223;en ins Museum, wobei Frauen h&#228;ufiger in Kunstmuseen anzutreffen sind, M&#228;nner hingegen eher in Technikmuseen. Obwohl einige der von Wegner zitierten Studien schon ein wenig in die Jahre gekommen sind, zeigt sich diese Tendenz auch bei j&#252;ngeren Untersuchungen (vgl. Wegner 2010: 113).</p>
<h2>Alter</h2>
<p>Hinsichtlich des Alters von Museumsbesuchern l&#228;sst sich eine zunehmende Alterung der (Individual-) Besucher feststellen. Insbesondere bei kulturgeschichtlichen Museen und Kunstmuseen gibt es einen ausgepr&#228;gten „&#220; 50“-Anteil. Technik- und Naturkundemuseen ziehen weiterhin viele Eltern mit Kindern an, wodurch der Altersdurchschnitt in diesen Museen niedriger ist (vgl. Wegner 2010: 116).</p>
<h2>Bildung</h2>
<p>Museumsbesucher sind &#252;berdurchschnittlich gut gebildet. Bei einer 1996 durchgef&#252;hrten Befragung verf&#252;gten 80 Prozent &#252;ber Abitur und der Akademikeranteil lag bei 45 Prozent – im Vergleich zu einem Anteil von zehn Prozent in der Bev&#246;lkerung (vgl. Wegner 2010: 117). Weiter zeigte sich, dass sich unter den Akademikern doppelt so viel Geistes- und Sozialwissenschaftler wie Naturwissenschaftler und Ingenieure befanden. Vor allem in Kunstmuseen ist der Anteil an Besuchern mit Hochschulabschluss besonders hoch, in Freilichtmuseen vergleichsweise gering (vgl. Wegner 2010: 118).</p>
<h2>Museumsrichtung</h2>
<p>Der  bevorzugte Museumstyp entsprach bei Befragungen von Museumsbesuchern bei den meisten Befragten dem gerade besuchten Museumstyp. Unter den Kunstmuseumsbesuchern machten zwei Drittel, unter den anderen Museumstypen 40 Prozent eine solche Angabe (vgl. Wegner 2010: 118). Auf den ersten Blick erscheinen diese Werte hoch, doch betrachtet man die Komplement&#228;rwerte, so bedeutet dies, dass ein Drittel der Kunstmuseumsbesucher lieber in andere Museen geht und dass  60 Prozent der Befragten in den gerade besuchten Museumstyp gehen, obwohl sie andere Museumsarten bevorzugen. Wer ein Museum besucht, ist also oft auch gegen&#252;ber anderen Museumsarten aufgeschlossen. Laut einer Befragung aus dem Jahr 1990 stellen am ehesten Naturkunde- und Technikmuseen sowie Kunst- und Kulturgeschichtsmuseen gegenseitig Besuchsalternativen dar (vgl. Wegner 2010: 118).<br />
Um die Pr&#228;ferenzen der Museumsbesucher besser einsch&#228;tzen zu k&#246;nnen, lohnt ein Blick in die Besucherstatistik des Instituts f&#252;r Museumsforschung. Dieser zufolge verteilten sich die insgesamt &#252;ber 100 Millionen Museumsbesuche im Jahr 2008 sehr unterschiedlich auf die neun Museumsarten:</p>
<p><a href="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Institut-f&#252;r-Museumsforschung_Gesamterhebung2008-20.jpg"></a><a href="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Museen_Besucherstatistik.gif"><img class="aligncenter size-full wp-image-681" title="Museen: Besucherstatistik" src="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Museen_Besucherstatistik.gif" alt="" width="500" height="373" /></a><br />
Wie die Tabelle zeigt, gibt es in Deutschland weit &#252;ber 2.000 Volkskunde- und Heimatkundemuseen. Diese ziehen jedoch im Durchschnitt nur vergleichsweise wenig Besucher an –  im Jahr 2008 waren es pro Museum 7.345 Besucher. Anders hingegen die „Sammelmuseen mit komplexen Best&#228;nden“, von denen jedes einzelne durchschnittlich knapp 100.000 Besucher z&#228;hlte.   Unter den Top 5 der meist besuchten Museumsarten finden sich noch Museumskomplexe, Schloss- und Burgmuseen, historische und arch&#228;ologische Museen sowie Kunstmuseen.</p>
<h2>Museumsrezepetion</h2>
<p>Eine Bev&#246;lkerungsbefragung aus dem Jahr 2004 ergab, dass 35 Prozent nie ins Museum und weitere 46 Prozent maximal ein Mal pro Jahr ins Museum gehen. Demnach besucht nur jeder F&#252;nfte mehrmals pro Jahr ein Museum (vgl. Rombach 2007:  117).  Inwieweit die Befragten einen Veranstaltungsbesuch im Museum (z.B. im Rahmen einer „Langen Nacht der Museen“) als Besuch werten, l&#228;sst sich den vorliegenden Daten nicht entnehmen.<br />
Zwei Studien, die au&#223;erhalb von Kultureinrichtungen (z.B. auf der Stra&#223;e) durchgef&#252;hrt wurden (so genannte Nichtbesucherstudien), ergaben, dass sich mehr als ein Drittel der Befragten zu Kunstmuseen hingezogen f&#252;hlt, dass sich zwischen 20 und 25 Prozent aber auch f&#252;r Naturkundemuseen, technische Museen und kulturgeschichtliche Museen interessieren (vgl. Wegner 2010: 119).<br />
Hinsichtlich der Wiederbesuchsh&#228;ufigkeit wiegt der Faktor Bildung am st&#228;rksten (vgl. Wegner 2010: 120). Die meisten regelm&#228;&#223;igen Besucher weisen Kunstmuseen mit 60 Prozent auf, vor Kulturgeschichtsmuseen mit 40 Prozent, Naturkundemuseen mit 30 Prozent und Freilicht- und Technikmuseen mit rund 20 Prozent (vgl. Wegner 2010: 121).</p>
<h2>Begleitung</h2>
<p>Wegner belegt anhand einiger Studien, dass die Mehrheit des Publikums in Begleitung ins Museum geht. Bei Kleins Untersuchung zum ‚Gl&#228;sernen Besucher‘ 1999 1990 waren dies rund 80 % der Befragten und auch bei aktuelleren Studien best&#228;tigte sich der Museumsbesuch mehrheitlich als ein gemeinsames Erlebnis, wobei der Anteil an unbegleiteten Besuchern in Kunstmuseen immerhin bei 40 Prozent und in kulturgeschichtlichen Museen bei 30 Prozent lag (vgl. Wegner 2010: 122). Naturkundemuseen und Technikmuseen werden nur selten allein besucht, daf&#252;r h&#228;ufig von Familien, die teilweise mehr als die H&#228;lfte der Museumsbesucher ausmachen (vgl. Wegner 2010: 122 f.). Im Hinblick auf soziale Netzwerke ist interessant, dass die Bereitschaft alleine ins Museum zu gehen mit zunehmendem Alter steigt (vgl. Wegner 2010: 123).</p>
<h2>Literatur</h2>
<ul>
<li><a title="Gesamterhebung 2004" href="http://elib.zib.de/museum/ifm/mat59.pdf">Institut f&#252;r Museumskunde (2005): Statistische Gesamterhebung an den Museen der Bundesrepublik Deutschland f&#252;r das Jahr 2004, Berlin.</a></li>
<li><a title="Gesamterhebung 2008" href="http://museum.zib.de/ifm/mat63.pdf" target="_blank">Institut f&#252;r Museumsforschung (2009): Statistische Gesamterhebung an den Museen der Bundesrepublik Deutschland f&#252;r das Jahr 2008, Berlin.</a></li>
<li><a title="Julia Rombach: Trendsetter oder Traditionsh&#252;ter? Die Zukunft der Museen." href="http://books.google.de/books?id=AkX52zhz1-oC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=Trendsetter+oder+Traditionsh%C3%BCter%3F+Die+Zukunft+der+Museen&amp;ei=jDUOTO3yH4yqywTf24CmCg&amp;cd=1#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Rombach, Julia (2007): Trendsetter oder Traditionsh&#252;ter? Die Zukunft der Museen, Hamburg.</a></li>
<li><a title="Amazon: Jahrbuch der Kulturpolitik 2005" href="http://www.amazon.de/Jahrbuch-f%C3%BCr-Kulturpolitik-2005-BD/dp/3898614492/ref=sr_1_1?ie=UTF8&amp;s=books&amp;qid=1275999710&amp;sr=1-1" target="_blank">Sch&#228;fer, Hermann (2005): Der Besucher, die »gro&#223;e Unbekannte«? Besuchergwinnung und -bindung in der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland, in: Wagner, Bernd (Hrsg.): Jahrbuch der Kulturpolitik 2005, Bd. 5, Thema: Kulturpublikum, Essen.</a></li>
<li><a title="Das Kulturpublikum" href="http://books.google.de/books?id=eWAoH7K6zTYC&amp;printsec=frontcover&amp;dq=das+kulturpublikum&amp;ei=EDYOTInRG4PMzgTK5-S8Cg&amp;cd=2#v=onepage&amp;q&amp;f=false" target="_blank">Wegner, Nora (2010): Besucherforschung und Evaluation in Museen. In: Glogner, Patrick/F&#246;hl, Patrick S. (Hrsg.)(2010): Das Kulturpublikum. Fragestellungen und Befunde der empirischen Forschung, Wiesbaden.</a></li>
</ul>
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		<title>Masterarbeit: Abzug wegen falsch platzierter Seitenzahl?</title>
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		<pubDate>Fri, 04 Jun 2010 07:00:44 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Axel Kopp</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[Sonstiges]]></category>
		<category><![CDATA[Abzug]]></category>
		<category><![CDATA[Armin Klein]]></category>
		<category><![CDATA[formale Gestaltung]]></category>
		<category><![CDATA[Institut für Kulturmanagement]]></category>
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		<category><![CDATA[Masterarbeit]]></category>
		<category><![CDATA[Orthografie]]></category>

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		<description><![CDATA[Wer am Ludwigsburger Institut f&#252;r Kulturmanagement eine gute Note f&#252;r seine Masterarbeit bekommen will, der halte sich besser an die „Regeln zur formalen Gestaltung schriftlicher Arbeiten“, so das Mantra von Prof. Armin Klein. Darin steht jedoch nicht nur sinnvolles, sondern auch sinnloses. Gleichzeitig bietet sie auch ungeahnte Spielr&#228;ume.]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Titelblatt.gif"><img class="size-medium wp-image-638 margin="5px";" align="right"; title="Regeln zur formalen Gestaltung schriftlicher Arbeiten: Titelblatt" src="http://www.axelkopp.com/wp-content/uploads/Titelblatt-211x300.gif" alt="" height="200" /></a>Wer am Ludwigsburger Institut f&#252;r Kulturmanagement eine gute Note f&#252;r seine Masterarbeit bekommen will, der halte sich besser an die „<a title="Institut f&#252;r Kulturmanagement: Regeln zur formalen Gestaltung schriftlicher Arbeiten" href="http://kulturmanagement.ph-ludwigsburg.de/fileadmin/pdfs/Regeln_zur_formalen_Gestaltung_schriftlicher_Arbeiten_v2007.pdf" target="_blank">Regeln zur formalen Gestaltung schriftlicher Arbeiten</a>“, so das Mantra von Prof. Armin Klein. In diesem 13-seitigen Regelwerk steht u.a., wie das Titelblatt auszusehen hat und wie man richtig zitiert. An manchen Stellen verbl&#252;fft das sonst recht strikte Dokument aber auch durch seine Offenheit. So ist es den Studenten etwa erlaubt, was Sch&#252;lern l&#228;ngst verboten ist: die alte Rechtschreibung zu verwenden. Auch im Hinblick auf die Paginierung schimmert noch das Laissez-faire der 68-er Generation durch. So sollten die Seitenzahlen zwar in <em>arabischen Zahlen</em> angegeben werden (vgl. Institut f&#252;r Kulturmanagement 2007: 1) &#8211; m&#252;ssen aber nicht. Verpflichtet ist man nur, die Seitenangabe rechts oben zu platzieren (vgl. Institut f&#252;r Kulturmanagement 2007: 1). Arabische Seitenzahlen rechts unten sind demnach verboten, r&#246;mische Seitenzahlen rechts oben ok. In Anbetracht dessen, wie penetrant oft man am Institut auf die Einhaltung des Regelwerks hingewiesen wird, juckt es den rebellischen Studenten (der vom Aussterben bedroht ist) geradezu in den Fingern, diesen Spielraum auszunutzen und statt „Seite 49“ „Seite XLIX“ zu schreiben. Erkl&#228;rend sollte man in diesem Zusammenhang erw&#228;hnen, dass jener Dozent, der ma&#223;geblich f&#252;r die „Regeln zur formalen Gestaltung schriftlicher Arbeiten“ verantwortlich ist, ein Faible f&#252;r Arch&#228;ologie und Geschichte hat. </p>
<p>Wie viel Abzug es durch falsch platzierte Seitenzahlen gibt, ist im Regelwerk leider nicht vermerkt. Ich pers&#246;nlich spiele derzeit mit dem Gedanken ebendies empirisch zu untersuchen, wobei ich mir noch unsicher bin, ob es das wert ist; zumal mir bereits Abzug droht, weil ich mich der Vorschrift „als Schrifttypen sind Times New Roman oder Arial zu w&#228;hlen“ (Institut f&#252;r Kulturmanagement 2007: 1) verweigere. Sinnvoll ist es sicherlich, die Masterarbeit nicht in <a title="Linotype: Zapf Dingbats" href="http://www.linotype.com/852/itczapfdingbats-family.html" target="_blank">Zapf Dingbats</a> zu schreiben, was aber spricht beispielsweise gegen die etwas modernere Windows-Schrift <a title="Wikipedia: Calibri" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Calibri" target="_blank">Calibri </a>oder gegen <a title="Wikipedia: TheSans" href="http://de.wikipedia.org/wiki/TheSans" target="_blank">TheSans</a>, die auch von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbr&#252;chiger verwendet wird (von irgendwelchen Assoziationen m&#246;chte ich mich ausdr&#252;cklich distanzieren)? Warum kann das Institut in Sachen Typografie nicht einfach eine Empfehlung f&#252;r Arial und Times New Roman aussprechen, aber andere gut lesbare Schrifttypen ebenso zulassen?</p>
<p>Im gleichen Atemzug m&#246;chte ich erw&#228;hnen, dass Prof. Klein sich vor kurzem als Fan von <a title="Amazon: Nudges - Wie man kluge Entscheidungen anst&#246;&#223;t" href="http://www.amazon.de/Nudge-Wie-kluge-Entscheidungen-anst&#246;&#223;t/dp/3430200814" target="_blank">Nudges</a> (Anstubsern) geoutet hat. Demnach ist es wirksamer, Entscheidungen anzusto&#223;en, als sie durch Gesetze zu erzwingen. Ein Nudge im Hinblick auf die formale Gestaltung von Arbeiten w&#252;rde etwa so aussehen, dass das Institut den Studenten eine gut designte Dokumentvorlage f&#252;r Word zu Verf&#252;gung stellt. Da sich unter den derzeitigen Studenten eine diplomierte Grafikerin befindet, w&#228;re das sogar ein recht preisg&#252;nstiges Unterfangen. Stattdessen erstellt sich jeder Student seine eigene Formatvorlage und ihm droht Abzug, wenn sein Rand rechts nicht die vorgeschriebenen 4 cm, sondern nur 3,5 cm hat. Da jedoch weder die Schriftfarbe noch die Papierfarbe in den &#8220;Regeln zur formalen Gestaltung schriftlicher Arbeiten&#8221; festgelegt ist, w&#228;re eine Abgabe der Masterarbeit in monochromem Stil, also beispielsweise blaue Schrift auf blauem Hintergrund (in Reminiszenz an <a title="Wikipedia: Yves Klein" href="http://de.wikipedia.org/wiki/Yves_Klein" target="_blank">Yves Klein)</a>, durchaus regelkonform.</p>
<p>Wer glaubt, dass die formale Gestaltung bei einer Masterarbeit alles sei, der irrt. Mindestens ebenso wichtig ist <strike>der Inhalt</strike> die Orthografie. Immer wieder wird von den Professoren erw&#228;hnt, dass es bei Rechtschreib-, Grammatik- und Interpunktionsfehlern sowie Ausdrucksschw&#228;chen gnadenlos Abzug gibt. Damit kein falscher Eindruck entsteht: Auch ich bin der Meinung, dass man wissenschaftliche Arbeiten Korrektur lesen (lassen) sollte. Aber ich kenne Studenten, die f&#252;r drei (Ausdrucks-)Fehler auf 10 Seiten 0,3 Abzug bekommen haben. Ist das angemessen? Diese Frage ist auch deshalb berechtigt, weil Prof. Klein bei seinen &#228;u&#223;erst lesenswerten B&#252;chern selbst diverse Tippfelher unterlaufen. Der „<a title="Google Books: Armin Klein &quot;Besucherbindung&quot;" href="http://books.google.de/books?id=1F3WYfHtNAoC&amp;pg=PA117&amp;lpg=PA117&amp;dq=„Stiftung+preu&#223;ischer+Kulturbegriff“&amp;source=bl&amp;ots=rPgKfKmDY3&amp;sig=8ZImEpVcHj2k2quJNPT_eFEQAJA&amp;hl=de&amp;ei=2ocHTI-kM9SbOJqquAo&amp;sa=X&amp;oi=book_result&amp;ct=result&amp;resnum=1&amp;ved=0CBYQ6AEwAA#v=onepage&amp;q=%E2%80%9EStiftung%20preu%C3%9Fischer%20Kulturbegriff%E2%80%9C&amp;f=false" target="_blank">Stiftung Preu&#223;ischer Kulturbegriff</a>“, der auch in der 3., aktualisierten Auflage von Kleins Kulturpolitik-Buch zu finden ist, erfreut sich unter Studenten schon seit Jahren gro&#223;er Beliebtheit. Auch im Kulturmarketing-Buch hat Carsten Schabacher <a title="dtv: Armin Klein &quot;Kulturmarketing&quot;" href="http://www.dtv.de/buecher/kultur-marketing_50848.html?show=leserstimmen" target="_blank">diverse Fehler</a> gefunden (wenn auch nicht alle); er wartet &#252;brigens schon seit f&#252;nf Jahren vergeblich auf das aktive Beschwerdemanagement des dtv.<br />
Wie kann man der Orthografie einen so hohen Stellenwert zuschreiben, aber selbst mit schlechtem Beispiel vorangehen? Das aus dem Mittelalter stammende Zitat „<a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Quod_licet_Iovi,_non_licet_bovi">Quod licet lovi, non licet bovi</a>“ hat also auch 2010 noch Bestand – zumindest in Ludwigsburg. Jetzt gibt es im Web 2.0-Zeitalter nat&#252;rlich M&#246;glichkeiten, Prof. Klein eins auszuwischen und seinen B&#252;chern auf Amazon wegen der vielen Rechtschreibfehler nur drei Sterne zu geben. Aber w&#228;re das nicht kindisch? Ja, w&#228;re es! Und man w&#252;rde man sich selbst l&#228;cherlich machen. Denn B&#252;cher wie der exzellente Kulturbetrieb, Kuturmarketing und Besucherbindung haben nunmal ihre vier, f&#252;nf Sterne verdient, Rechtschreibfehler hin oder her. Was bleibt, ist also die Hoffnung, dass es Prof. Klein irgendwann seinen <a title="Amazon: B&#252;cher von Armin Klein" href="http://www.amazon.de/s/ref=nb_sb_noss?__mk_de_DE=%C5M%C5Z%D5%D1&amp;url=search-alias%3Dstripbooks&amp;field-keywords=armin+klein&amp;x=0&amp;y=0" target="_blank">wohlwollenden Lesern</a> gleichtut und zuk&#252;nftig in erster Linie die Qualit&#228;t der Arbeit benotet.</p>
<p>P.s. Kleines Quiz zum Schluss: Wie nennt man die „komplette Adressnummer der aufgerufenen Seite“ (Institut f&#252;r Kulturmanagement 2007: 12) im Fachjargon? a) Deep Link b) Linkoln c) Rechts-vor-Link</p>
<h2>Literatur</h2>
<p><a href="http://kulturmanagement.ph-ludwigsburg.de/fileadmin/pdfs/Regeln_zur_formalen_Gestaltung_schriftlicher_Arbeiten_v2007.pdf">Institut f&#252;r Kulturmanagement (Hrsg.) (2007): Regeln zur formalen Gestaltung schriftlicher Arbeiten, Ludwigsburg.</a></p>
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