Die Anzahl an Fans und Followern ist bekanntlich nicht alles, aber sie ist auch nicht nichts. Selbst jene Social Media Experten, die immer sagen, dass es das Ziel sein muss, mehr Interaktionen und Leads zu generieren, fangen an zu sabbern, wenn sie die Liste der 20 Unternehmen/Marken mit den meisten Fans bei Facebook sehen. Und für Chefs sind quantitative Ziele sowieso die wichtigsten. Generelle Tipps wie man Fans und Follower gewinnt und das Engagement steigert, kann man sich ergoogeln (siehe hier oder hier). Doch Social Media schön, brav und artig machen, reicht oft nicht, um die Reichweite zu steigern. Um sich von der Masse abzuheben, sollten Unternehmen, Organisationen und Kultureinrichtungen deshalb eine kreative Schippe drauf legen und Meme und Trends aufgreifen. And Boom Goes the Dynamite! 

Was ist ein Mem?

Vereinfacht: ein Internet-Phänomen (mehr auf Wikipedia). Um eine Übersicht über die bekanntesten Meme seit Beginn der Internetära zu bekommen, kann man sich auf About.com die US-amerikanischen Top 45 oder auf Complex.com die Top 100 anschauen (dauert ca. einen Tag).

Wie findet man Trends und Meme?

Themen, über die gerade im Netz viel gesprochen wird, findet man auf Twitter direkt neben der Timeline unter „Trends“. Schaut man sich außerdem nach dem Zähne putzen die Trendsmap Deutschlandkarte an, ist es recht unwahrscheinlich, dass man ein irgendeinen Hype oder ein Internetphänomen verpasst. Größere Meme, die sich länger als nur ein paar Stunden oder Tage halten, greift auch Spiegel.de mit der „Mem-Maschine“ auf (die sich als RSS-Feed abonnieren lässt).

Was macht man mit den Web-Phänomenen?

Richtig, man spielt damit. Idealerweise beherrscht die Person, die das macht, Photoshop und ein Programm um Videos zu editieren. Da Meme schnelllebig sind, geht es vor allem um kreative Ideen – und nicht so sehr, um eine grafisch perfekte Umsetzung. Die nachfolgenden Beispiele, sind zwar nicht ganz up to date, aber ich denke, sie zeigen, was ich mit „Trends aufgreifen“ meine:

Die ElGreco-Ausstellung im Museum Kunstpalast ist vorbei! Das Jesus-Bild musste leider renoviert werden.


Zum Vergrößern auf das Bild klicken; Bezug , Quelle: Aref-Adib

Wie Clint Eastwood in seiner Rede schon gesagt hat: für die nächste Veranstaltung in der Tonhalle gibt es noch freie Plätze!


Zum Vergrößern auf das Bild klicken; Bezug, Foto: Berthold Lietjes (von mir collagiert)

Im Gegensatz zu Bettina Wulff sind wir vom NRW.Forum mit Googles Autocomplete-Funktion sehr zufrieden.


Zum Vergrößern auf das Bild klicken; Bezug, (eigene Collage)

Ein Staatstheater ist nicht der Quatsch-Comedy-Club

Ja, das ist klar. Und dass es dem Image eines Kunstmuseums nicht zuträglich ist, wenn es jeden Tag ein modifiziertes Lolcat-Video veröffentlicht, ebenso. Aber gelegentlich (vier, fünf Mal im Jahr?) können/sollten/müssen sich Kultureinrichtungen und Unternehmen solche Posts erlauben. Ein bisschen Spaß gehört im Social Web eben auch dazu. Dass die Mischung aus informativen und unterhaltsamen, längeren und kürzeren Inhalten stimmt, dafür sind die Social Media Referenten in den jeweiligen Häusern verantwortlich. Bei all den Schulungen, die meine Blogger-Kollegen geben, mache ich mir da allerdings keine Sorgen. Wer Meme für trivial hält, dem sei außerdem gesagt: „Gerade die Leichtigkeit lässt sich schwer herstellen. Schwer ist leicht was. Aber leicht ist oft am schwersten.“ (sagt die Tonhalle)
Deshalb kann ich nur erneut appellieren: Mehr Mut, bitte! Das gilt auch im Hinblick auf etwaige rechtliche Probleme (die sich wohl oder übel beim kreativen Remixen von Memen nicht gänzlich vermeiden lassen).

avatar
Autor: Axel Kopp

Axel Kopp, Jahrgang 1982, Social Media Manager an der FH Dortmund, ursprünglich Kulturmanager (M.A.) mit Schwerpunkt Online-Marketing

Dieser Beitrag hat einen Kommentar

  1. Pingback: 10 Online-Marketing-Tipps für Theater - Axel Kopp | Axel Kopp

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.