In der bildenden Kunst spricht man gerne von Offspaces oder Projekträumen, in der darstellenden Kunst von Off-Theater oder der Freien Szene, im Zusammenhang mit Street Art fällt häufig der Begriff Subkultur und Räume, in denen Konzerte, Soziokultur und Sonstiges stattfindet, werden als Off-Kultur bezeichnet. Die Rede ist von Kultur abseits der klassischen Kultureinrichtungen. Nachdem ich mich schon seit einigen Jahren im „intermediären Sektor“ (wie es wissenschaftlich heißt) herumtreibe, hat es zwar noch immer nicht für ein Off-Kultur-Manifest gereicht, aber immerhin für sieben Thesen.

1. Off-Kultur ist kulturelle Opposition

Sie bildet das Gegenstück zur etablierten Hochkultur, zu Museen, Theatern und Orchestern. Wo Off-Kultur anfängt und wo sie aufhört weiß niemand und jeder; denn es gibt nur Ideen davon, was Off-Kultur ist, kann und sein soll. Viele unterschiedliche Definitionen, sehr verwirrend das Ganze.

2. Off-Kultur ist Teil der Stadt

Sie liebt und hasst ihre Gegend. Off-Kultur rückt die Schandflecken, Problemzonen und dreckigen Ecken in den Fokus, prangert sie an, umkreist sie rot, macht sie zu ihrem Spielplatz, pflanzt Blumen darauf und wenn alle „Oh, ist das schön“ sagen, wird umgepflügt.

3. Off-Kultur ist rechtliche Grauzone

Sie geht über rote Ampeln, hält sich nicht an die Zimmerlautstärke und erst recht nicht an die Nachtruhe. Off-Kultur ist ein Ärgernis für die Nachbarn, ein Problem für die Bürokratie, eine Gefahr für sich selbst und eine Freude für alle.

4. Off-Kultur ist Work in Progress

Sie lebt, probiert aus und entwickelt sich ständig weiter. Ist nie abgeschlossen, immer aufgeschlossen. Off-Kultur geht nach vorne und mit der Zeit. Sie macht was und macht Fehler und macht Neues und macht zu und woanders wieder auf.

5. Off-Kultur ist Seitenstraße

Sie ist Stehlampenlicht, kein strahlender Leuchtturm. Off-Kultur sieht man nicht aus der Ferne, Off-Kultur entdeckt man beim Flanieren durch die Gassen. Sie ist Teil der Nachbarschaft, der Kumpel von nebenan. Nie glänzt der Boden, immer ist was verschüttet und ein Loch in der Wand.

6. Off-Kultur ist Unruhe

Sie hadert, kämpft und ringt mit sich. Sie diskutiert, brüllt, verlässt den Raum, kommt wieder und das Spiel beginnt von vorne. Off-Kultur ist ständige Auseinandersetzung mit sich und der Welt, Heckmeck und Tamtam.

7. Off-Kultur ist Kultur

Sie ist ein Teil des Kuchens, das Stück mit der nicht ausblasbaren Kerze oben drauf. Sie ist nicht wegzudiskutieren und nicht mehr wegzudenken. Off-Kultur verdient Anerkennung, Respekt und Geld. Von allen.

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Autor: Axel Kopp

Axel Kopp, Jahrgang 1982, Social Media Manager, ursprünglich Kulturmanager (M.A.) mit Schwerpunkt Online-Marketing

Dieser Beitrag hat 7 Kommentare

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    Steffen

    Da alles so schön fließend ist, ist alles widerlegbar. 😀

    Also, es ist es ein schöner Impuls, darüber mal wieder nachzudenken. Und ich glaube die Subjektivität und die Abhängigkeit von der Zeit, in der wir leben, macht es fast unmöglich, das wirklich abzubilden. Das mit den Schandflecken zum Beispiel ist nur eine Sekundarwahrnehmung. Es gibt so viel Abseits des Mainstreams, das kann sich nicht alles nur mit Problemen auseinandersetzen. Das erscheint ja schon fast zwanghaft, eine Art Schwerz als Notwendigkeit einen anderen Weg beschreiten zu können.

    Ich habe mich vor einer ganze Weile mit der Frage auseinander gesetzt, was Kreativität ist und dabei zwei Pole gefunden. Die maximale Verstetigung und das Gegenteil davon. Du findest das überall wieder, sowieso in der Kultur. Kultur erscheint als der Prozess Dinge zu verstetigen. Vergleich dazu die Definition, die ich bei Kruse fand: „Kultur ist das Vorhandensein einer gemeinsamen Bedeutungsphäre“. http://www.kultur2punkt0.de/2011/was-ist-kultur-begriffsdeutung-1140 – Wir gleichen ständig einander ab und bilden immer wider Formen von Bedeutugnsphären. Manche sind nur temporär wichtig, manche versuchen wir über eine länge Zeit zu erhalten, wahrscheinlich, weil wir uns davon eine ganze Menge versprechen. Identität hat damit viel zu tun. Was im Museum passiert, schafft eine Grundlage dafür. „Access, Zugang zu mir selbst“ habe ich mal geschrieben. http://www.kultur2punkt0.de/2012/kulturvermittlung-und-das-social-web-2563

    Die Verstetigung allein ist aber fruchtbar unkreativ. Ein kreativer Prozess ist etwas aufzubrechen und es neu zusammen zu setzen. Kreativität ist Neudefinition. Lässt sich wunderbar in der Mashup-Kultur beobachten, weil die eigentlich sogar so nett ist und die Quellen zumindest noch relativ deutlich referenziert. Bei einem Monet muss ich schon extrem kucken und forschen, damit ich dessen Bezüge erkennen kann. Das nur als Beispiel.

    Wenn etwas als These aufgenommen werden kann, dann, dass Kreativität eher in der Off-Kultur vorzufinden ist und Neues auch viel eher dort entwickelt wird.

    Ansonsten wäre mir noch wichtig, dass irgendwie der Gegensatz zwischen Verstetigung und dessen Gegensatz (Aufbruch von Verstetigung) sichtbar wird und zwar als etwas, was nur gemeinsam existieren kann. Eine Bedeutung kann nur aufrecht erhalten werden, indem man immer wieder prüft, immer wieder versucht aufzubrechen, immer wieder neue Thesen dagegen wirft. Ansonsten würde Bedeutung einfach verloren gehen – einfach durch Zeit – und durch nichts ersetzt werden. Der reine Verlust an Kultur.

    Was noch erwähnenswert ist: Off-Kultur ist Sisyphosarbeit. Kommt einer bestimmten Off-Kulturausprägung eine wachsende Popularität zu, verliert sie die den Off-Status und muss sich neu erfinden, weil ohne Off kann sie sich ja wie eben schon beschrieben auch nicht lange leben. Das ist ein Dilemmata. Es ist aber auch nicht klar, ob es die bisweilen gepflegte Undankbarkeit wirklich braucht. Wünschen würde ich mir ja ein Modell, in dem bewusst Freiraum für Off-Kultur temporär und wechselhaft geschaffen wird, wo die sogenannte Hoch-Kultur gepflegt werden soll. Auch da vielleicht so eine Art Lebendig Miteinander Arbeiten.

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    Axel Kopp

    Danke für den ausführlichen Kommentar und Entschuldigung für die späte Antwort.
    Der Blogpost kommt nicht ganz zufällig zum jetzigen Zeitpunkt, denn in Düsseldorf hat vergangenes Jahr die Mehrheit im Stadtrat gewechselt. Und die Ampel-Koalition setzt sich deutlich stärker für die Off-Kultur respektive die freie Szene ein. So reitet man momentan ein wenig auf der Welle der Euphorie, gleichzeitig poppt immer wieder die Frage auf „Was ist eigentlich Off-Kultur?“. Die sieben Thesen sind daher ein Versuch Off-Kultur zu beschreiben und dabei auch deren Gefühl, deren Geist zu transportieren. Das macht die einzelnen Punkte natürlich im Detail widerlegbar, aber ich denke, dass sich viele „Off-Kulturmacher“ im Großen und Ganzen damit identifizieren können.
    Die Kulturdefinitionen von Kruse und dir zielen mehr in Richtung Völkerkultur, teilweise sogar in Kultur als Abgrenzung von Natur. Dagegen spricht prinzipiell nichts, aber spätestens wenn es um die Verteilung von öffentlichen Geldern geht, helfen Sätze wie „Kultur ist die Beschreibung des Menschseins“ nicht mehr weiter. Mir geht es deshalb um Kultur als Kunst. Und es ist ja schwierig genug, abzugrenzen, was Kunst ist und was nicht. Wenn man auf jegliche Abgrenzung verzichtet, wäre das gleichbedeutend mit der Förderung von allem oder nichts. Meines Erachtens nicht wünschenswert.
    Das Wort „kreativ“ kann ich überhaupt nicht mehr abhaben, denn es ist zu einem Plastikwort verkommen. Laut Wikipedia ist Kreativität die Fähigkeit „etwas vorher nicht da gewesenes, originelles und beständiges Neues zu kreieren“. Da kannst du jetzt Kritzelkratzel genauso dazuzählen wie eine Theaterinszenierung. Bei Museen würde ich sagen, dass sie selbst nicht kreativ arbeiten, aber Kreatives zeigen. Bei Ausstellungen, die in Off-Kulturvereinen stattfinden, ist das aber nicht anders.
    Die von dir genannten Punkte „Aufbruch von Verstetigung“ und „Off-Kultur ist Sisyphosarbeit“ würde ich zu These 4 „Off-Kultur ist Work in Progress“ zählen.

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    Steffen

    Gut, das kommunal-politische Setting kannte ich nun nicht, wenngleich es auch in Dresden seit der letzten Stadtratswahl einen Wechsel zu rot-rot-grün-priraten gab und daher die Veränderung nachvollziehbar ist.

    Dass du Kruse in Richtung Völkerkultur interpretierst, überrascht mich. (Mal abgesehen davon, dass der Begriff nicht mehr sinnvoll ist. Wir leben nicht mehr in Völkern, das ist alles sehr viel vielfältiger geworden, als dass ich so eine Beschreibung für sinnvoll halte. Gesellschaft würde ich es nennen.) Kruse beschäftigt sich selbst ja eher mit Unternehmenskultur, mit Fragen von Führung etc., ich sehe da jetzt kein Problem, das mit kleinen und kleinsten Mengen zu verwenden.

    „Kultur als Kunst“ verstehe ich irgendwie gar nicht. Damit kreierst du Off-Kultur als Gattung und in erster Linie eine Abgrenzung. Mag sein, dass diversen Off-Kulturvertretern nicht fern sein mag, ist aber das gleiche, was mit den Thesen des Kulturinfarkt für mich nachvollziehbar kritisiert (dieser Teil zumindest) nur anders herum. Ziel muss es sein Grenzen abzubauen und eine Normalität der Symbiose zu schaffen, bzw. zu pflegen, weil das ist ja dann auch nichts vollkommen neues.

    Zum „Kritzelkratzel“: Was sagst du einem Kind, das Kritzelkratzel malt? Ich finde das kreativ und wichtig, das auch als solches zu erkennen. Kreativität muss man immer innerhalb seiner Systeme zu bewerten. Dass der Begriff überstrapatiert wird, ist ja nicht die Schuld der Kreativen, sondern einer politischen Dynamik geschuldet. Wenn dann musst du schon sagen, welchen Begriff du besser findest. 😉

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    Axel Kopp

    Es war eigentlich nicht mein Ansinnen, an dieser Stelle eine generelle Kulturdebatte zu führen, aber ok. Der Begriff „Völkerkultur” war unglücklich gewählt, im Armin-Kleinschen Sinn habe ich „Kultur als Kulturen” gemeint, also die „Kultur eines Volks, einer Gesellschaft oder einer Gruppe, zu der u.a. Wertvorstellungen, Sitten, Bräuche und Umgangsformen gehören”. Wenn dir der Begriff „Völkerkultur” missfällt, kann ich das verstehen, gleichzeitig wirst du kulturelle Unterschiede zwischen Deutschland, China und der Demokratischen Republik Kongo kaum leugnen können. Falls doch, empfehle ich dir, Urlaub im Ausland zu machen. Auch klar müsste meines Erachtens sein, dass eine „Völkerkultur” sich ständig verändert und nicht über Jahrhunderte hinweg gleich bleibt. Und ja, wahrscheinlich trägt die Globalisierung dazu bei, dass sich die Menschen kulturell zunehmend angleichen, aber hier sprechen wir über einen Prozess, der Jahrhunderte andauert und nie abgeschlossen sein wird.
    Mit „Kultur als Kunst” sind in erster Linie die „Schönen Künste”, also Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Musik und Literatur gemeint. Das findet prinzipiell in den „Hochkultureinrichtungen” genauso statt wie in der Off-Kultur. Nur eben anders.
    Ich denke nicht, dass wir ein Synonym für „Kreativität” brauchen, wir sollten es einfach gezielter und seltener verwenden. Deiner These, dass „Kreativität eher in der Off-Kultur vorzufinden ist”, würde ich ja gerne zustimmen, kann es aber nicht, weil ich nicht glaube, dass das der Fall ist.

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    Steffen

    Ich dachte ja, dass du Thesen in den Raum stellst, damit sie diskutiert werden können. Dass man sich dabei erstmal über den Kulturbegriff verständigen muss, halte ich für unausweichlich. Und ich hoffe Du meinst das jetzt nicht ernst mit dem „Falls doch“. Ein klein wenig mehr Weltwahrnehmung darfst du mir schon unterstellen.

    Ich halte den Begriff der Völkerkultur vor allem deswegen für veraltet, da er benutzt wird um Ausgrenzung und Hass gegenüber anderen zu rechtfertigen. Tatsächlich halte ich es gerade für die Kulturschaffenden wichtig, sich aktiv auf die Veränderungen einzulassen, eben auch auf eine sich verändernde Zusammensetzung der hier lebenden Menschen. „Volk“ suggeriert so etwas wie Homogenität, die eben nichts mehr mit der Realität zu tun hat. Einfach nur von Gesellschaft zu reden halte ich besser, weil das die Diversität nicht ausschließt.

    An der Stelle kann man auch weiter machen und fragen, wo denn eigentlich die japanische, koreanische, russische und all die anderen Kulturen dazu zu rechnen sind, die eben tatsächlich von Menschen, die hier leben auch hier zelebriert und auch gepflegt wird, hingehört? Reden wir nur von Völkerkultur müssten wir das abgrenzen und die Menschen und deren Kulturen nur als Gäste betrachten. Aber schauen wir doch mal in die Historie. Wie viel wurde in der Vergangenheit von anderen Kulturen in die hiesige integriert? Ich meine halt nur, der Völkerbegriff bringt uns nicht weiter, weil er nur denen dient, die ihn für Abgrenzung etc. ausnutzen wollen. Kulturarbeiter müssen aber weiterdenken und das Weiterdenken, was gleichfalls nur möglich ist, wenn man nicht nur weit genug nach vor, sondern auch nach hinten und mit den Aktivitäten auch das Jetzige stark berücksichtigt.

    Zum Thema Kreativität möchte ich noch eine Aufnahme von Dueck mit einwerfen, was ich unter der Überschrift „Warum sind wir jetzt alle Kreativwirtschaft“ abgespeichert habe: http://www.kultur2punkt0.de/2011/warum-sind-wir-jetzt-alle-kreativwirtschaft-868

    Mit meiner These, kreativ wird man eher noch in der Off-Kultur will natürlich nicht behauptet haben, dass man in den stark geförderten Kultureinrichtungen nicht kreativ wäre. Unbedingt ist man es ganz sehr auch dort! Ich will aber einen Gedankengang an dieser Stelle mit einbringen, den ich mal irgendwo aufgeschnappt habe, der aber ganz gut passt.

    Die geförderten Kultureinrichtungen sind natürlich unabhängig auf der einen Seite, in dem sie eigenständige Einrichtungen sind. Auch einer Einrichtung, die als städtisches Unternehmen geführt wird, würde ich jederzeit eine Unabhängigkeit unterstellen, da ich weiß, dass Menschen auch innerhalb stark gefestigter Strukturen immer noch sehr viel Eigenständigkeit aufbringen können und das auch tun. Ob ein Stück, gerade wenn es etwas Neues ist, aber stattfinden kann, ist dennoch nicht selten davon abhängig, ob es eben jene stattliche Finanzierung erhält oder eben nicht. Das hat gar nichts mit Lenkung zu tun, sondern einfach damit, dass Kulturtöpfe immer kleiner sind, als der angemeldete Bedarf. Die Gremien, die darin auch mehrschichtig und unabhängig voneinander agieren, sind auch nicht von zentraler Stelle gelenkt, die Durchmischung, wie ich sie kenne, ist durchaus vorzeigbar (wenngleich auch verbesserbar, was gerade wieder die Off-Kultur angeht). Einer Aufgabe sind sie aber alle unterstellt: Öffentliche Gelder sind sinnvoll und effektiv einzusetzen. Auch das ist natürlich eine ungeprüfte These, aber unter der Prämisse bekommen diejenigen, die bereits etabliert sind eher Geld und das auch noch eher für Projekte, für die sie schon einmal über die Durchführung so etwas wie Effektivität beweisen konnten. Neue Akteure haben es schwer Projekte zu finanzieren und nicht selten vor allem dann wenn es auch um neue Ansätze geht. Das klingt erst einmal nachvollziehbar, daran kann man noch nicht einmal etwas verwerfliches finden. Tatsächlich gibt es auch spezielle Förderprogramm (ein Bsp. aus Dresden: http://www.domino-dresden.de/), wahrscheinlich auch, weil man das erkannt hat, was ich hier als These unterbreitet habe. Unter anderem, nicht nur.

    In dem Augenblick aber, wo es Förderprogramm speziell für Neue und Neues gibt, richten diese Gelder sich auch nicht selten an nicht-etablierte Einrichtungen. Man könnte nun weiter formulieren, dass wirklich Neues (was dem Begriff der Kreativität schon gefährlich nahe kommt) durch die Bedingung öffentliche Gelder effektiv zu verwenden, nicht automatisch an etablierten Strukturen gefördert wird und dort wo Neue und damit nicht selten auch Neues in speziellen Förderprogrammen gefördert werden, die Etablierten nicht beteiligt sind. These Ende.

    Ob das jetzt noch so richtig in die Off-Kultur passt, weiß ich nicht. Ich habe das Gefühl auch die Off-Kultur hat noch einmal gefühlt fünfzig Unterteilungen oder man schafft es noch stärker zu abstrahieren. Ich komme immer mehr zu der von dir schon in deiner These 1 benutzten Begrifflichkeit der etablierten Kulturschaffenden und nicht-etablierten Kulturschaffenden. Und an der Stelle könnte man wieder auch eine andere Diskussion anknüpfen, die mit dem Begriff der Off-Kultur verbunden ist. Die Frage, inwieweit öffentliche Förderung den „Markt“ verzerrt. Off-Kultur wird gern an den Ergebnissen öffentlich geförderter Kultureinrichtungen gemessen. Diese sagen dann wieder: Ja, hätte ich so eine finanzielle Ausstattung, wie jene, könnte ich mir auch Hochglanzplakate in den Bushaltestellen leisten. Das ist ein durchaus gefährliches Potential. Dass öffentliche Förderung durchaus auch ganz generell in Gefahr durch zu viel marktwirtschaftliches Denken sein könnte, sieht man an den Bemühungen des Deutschen Kulturrates gegen TTIP (http://www.sueddeutsche.de/kultur/aufregung-um-ttip-in-kulturszene-wir-nehmen-die-ruecklichter-ihr-kriegt-die-kunst-1.2079552). Das, was dort als Gefahr aus Übersee stilisiert wird, schwelt auch hier schon, mal mehr mal weniger öffentlich sichtbar. Ein proaktiver Weg erscheint mir auch hier wieder das Miteinander. Wenn die Etablierten und die nicht-Etablierten bewusster zueinander finden würden, wäre so einigen geholfen. Auch das findet in der Realität schon überall statt und wird mehr.

    Die sieben Thesen zur Off-Kultur sind so gesehen ein sprachlicher Versuch der Definition und damit, der Natur einer Definition folgend, eine Abgrenzung, die um sieben Thesen zur Auflösung dieser Grenzen ergänzt werden müssen.

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