Echtzeit: Weniger Twitter, mehr Livestreams!

Große Fußballspiele schaue ich gerne live. Wegen der Spannung. Weil man nicht weiß, wie sie ausgehen. Davon leben auch Shows wie „Schlag den Raab“ oder „Wetten dass?!“. Live (bzw. fast live) ist auch gut, wenn ich eine dringliche Frage habe und diese von meinen Fans und Followern sofort beantwortet wird. Das weiß auch Nico Lumma. Und trotzdem übt er Kritik am Echtzeit-Web, der ich mich nur anschließen kann. Auf Kunst und Kultur bezogen stellt sich beispielsweise die Frage, worin der Mehrwert besteht, wenn jemand live aus einer Theateraufführung oder aus dem Museumsbesuch twittert.

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Nicht Social Media machen, sondern ganzheitlich handeln!

In meinem letzten Beitrag habe ich Kultureinrichtungen dazu geraten, das Early Adopting sein zu lassen – weil es zu viel Zeit kostet und zu wenig bringt. Christian Henner-Fehr hat daraufhin auf Facebook geschrieben, dass er fehlende Zeit nicht als Argument gelten lässt. Da hat er insofern Recht, als dass es „fehlende Zeit“ ja überhaupt nicht gibt, sondern nur „andere Prioritäten“. Doch vergessen sollte man nicht, dass viele Kultureinrichtungen einen ausgeprägten Ü50-Besucheranteil haben, der sich nur sehr bedingt für Pinterest, Path & Co. interessiert. Gleichwohl sind Zielgruppen nicht in Stein gemeißelt, Kultureinrichtungen können, nein, müssen neue erschließen. Das Problem: Social Media allein wird es nicht richten. Ein ganzheitliches Marketing und eine konsistente Kommunikation sind gefragt.

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Kultureinrichtungen als Early Adopter? Besser nicht!

Die derzeit äußerst hippe Foto-Sharing-Plattform Pinterest war das Thema des letzten Treffpunkt KulturManagement. Obwohl Referentin Jenni Fuchs ihre Sache gut gemacht hat, kam ich schnell zu dem Schluss, dass es für Museen, Theater & Co. noch zu früh ist, um sich mit Pinterest zu beschäftigen. Denn das Problem ist, dass im Internet ständig neue Portale, Tools und Apps auftauchen. Alles auszuprobieren und überall mitzumachen kostet sehr viel Zeit. Und da Kultureinrichtungen notorisch über Ressourcenmangel klagen, sollten sie vom Early Adopting lieber die Finger lassen.

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Online-Werbung: eine ehrliche und wirkungsvolle Sache

Ja, das meine ich ehrlich! Werbung ist zwar auf inhaltlicher Ebene selten ehrlich, auf der Meta-Ebene hingegen schon: denn sie ist eindeutig als Werbung gekennzeichnet. Sieht man im Fernsehen einen Spot von McDonalds ist klar: das ist Werbung. Selbiges gilt für Anzeigen in Zeitungen und für blinkende Banner auf Websites.
Die Effektivität von Werbung zu messen, ist schwierig, aber möglich. Nachdem 2011 bereits eine Studie von Randall Lewis und David Reiley die Wirksamkeit von Online-Werbung belegt hat, hat eine kürzlich herausgegebene Studie des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) gezeigt, dass auch Mobile-Kampagnen wirken. Kultureinrichtungen halten sich mit Online-Werbung bislang sehr zurück. Ein Fehler.

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Ein Lob an das Thalia Theater

Manch einer denkt, ich könne Kultureinrichtungen nur kritisieren, aber das stimmt nicht. Heute möchte ich loben, und zwar das Thalia Theater. Nicht nur mit ihrer Spielplanwahl haben sie meines Erachtens viel richtig gemacht, auch ihr Auftritt auf Facebook kann als Good Practice Beispiel genannt werden. Endlich eine Kultureinrichtung, bei der nicht jedes Wort fünffach abgezeichnet wird! Endlich Leichtfüßigkeit!

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Warum mich Transmedia Storytelling (noch) nicht überzeugt

Am 17. November startet die stARTconference, bei der es dieses Jahr um „die Kunst des digitalen Erzählens“ geht. Als Vorgeschmack haben Anna Rentsch, Dirk Schütz und Christian Henner-Fehr bereits das E-Book „Transmediales Erzählen“ herausgegeben. Obwohl ich ein großer Fan von Storytelling bin, glaube ich nicht, dass Transmedia Storytelling „the next big thing“ wird. Jedenfalls nicht, wenn dies einen Prozess beschreibt, „der entscheidende Bestandteile einer Geschichte systematisch über verschiedene Kanäle verteilt, um so ein einzigartiges und (plattform-)übergreifendes Unterhaltungserlebnis zu erzeugen“ (siehe E-Book S. 8f.). Denn für Kultureinrichtungen ist die Inszenierung von transmedialen Geschichten in Bezug auf die personellen und finanziellen Ressourcen zu Aufwendung und für den Otto-Normal-Besucher der Zeitaufwand zu hoch. Wer also außer den „Kultur-Ultras“ interessiert sich für solche Angebote?

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Was sollen wir auf Google+ veröffentlichen?

Analog zu den Facebook-Seiten gibt es seit wenigen Tagen die Google+ Pages. Das heißt: Unternehmen, Marken, Organisationen, Institutionen etc. pp. können jetzt auf Google+ aktiv werden. t3n erklärt wie es funktioniert, mygoogleplus gibt Tipps und Nico Lumma ärgert sich über nicht ausgereifte Funktionen. Zeitgleich schießen tausende Pages aus dem Boden und es stellt sich die Frage: Was wollen die Unternehmen überhaupt auf Google+ veröffentlichen? Das Gleiche wie auf Facebook? Oder das Gleiche wie auf Twitter? Oder sind sie dieses Mal tatsächlich am Dialog interessiert?

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Besucher binden mit Social Media. Ein Ding der Unmöglichkeit?

Der Begriff „Kundenbindung“ hat sich im Marketing etabliert, obwohl ihm etwas Unmoralisches anhaftet; klingt er doch so, als wollten Unternehmen ihre Kunden festbinden, fesseln oder anketten. Dieser Gedanke ist nicht ganz unberechtigt, man denke nur an den Bertelsmann Club, der früher seine Mitglieder vierteljährlich zum Bücherkauf zwang. Prinzipiell ist Kundenbindung aber nichts Schlechtes, zumal sich Kunden mitunter ganz gern binden und sich selbst z.B. mit einem Abo zum regelmäßigen Theaterbesuch „zwingen“. Online funktionieren kostenpflichtige Mitgliedschaften oder Abos jedoch nur selten, über Facebook schon gleich gar nicht. Folglich gilt es, die Kunden bzw. Fans via Social Media zu begeistern und mit ihnen in Dialog zu treten, um so eine langfristige Kundenbeziehung aufzubauen.

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Besucher gewinnen mit Social Media. Ein Ding der Unmöglichkeit?

Noch vor wenigen Jahren schien klar, dass Kulturbetriebe durch Social Media Marketing neue (vor allem jüngere) Besucher gewinnen können und sich dadurch der Umsatz steigern lässt. Mittlerweile scheint genau das höchst umstritten. Hagen Kohn schreibt in einem Kommentar zu meinem letzten Blogpost „‘Neue Publikumsschichten erschließen‘ ist ein Thema, das man sich abschminken sollte – ein paar tausend FB-Fans sind schön, aber wer von denen geht regelmäßig ins Konzert?“. Frank Tentler hingegen ist der Auffassung, dass das funktionieren kann. So sei bei den Duisburger Philharmonikern, die im Social Web zwischen 2008 und 2010 sehr präsent waren, der Anteil der 20- bis 40-Jährigen um ca. 10% gestiegen. Wem darf man nun glauben? Was stimmt?

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Externe Blogs von Kultureinrichtungen sind tot.

dacapo, der Blog der Duisburger Philharmoniker, ist tot und wurde vor wenigen Tagen beerdigt. Frank Tentler und Konsorten versuchen jetzt, den Blog wieder auferstehen zu lassen. Auf Facebook wurde gestern eine Aktion gestartet, mit der man den Duisburger Philharmonikern die Liebe entziehen wollte. Gejuckt hat die Aktion kaum einen. Die Anzahl der FB-Fans sank von 1.074 auf 1.070. Und das war wohl auch das Problem von dacapo: fast niemand hat sich dafür interessiert. Folgerichtig wurde der Blog dicht gemacht. Nicht zu Unrecht. Der Dialog mit den Kunden wird ohnehin woanders geführt.

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