Website construction kits in comparison 2025

A comparison of website builders – and what you should consider when choosing one

Welcher der beste Website-Baukasten ist, hängt stark von den Anforderungen ab. Da ich selbst solche „Es kommt drauf an“-Antworten hasse, hier meine Kurzantwort: Squarespace. Und als Preis-Leistungs-Sieger: Hostinger. Wer es differenzierter will, muss den Artikel lesen. 😉

Inhaltsverzeichnis

Gibt es im Netz nicht schon genug Website-Baukasten-Tests? Ja, an Quantität mangelt es nicht, aber an Qualität. Ich habe mir selbst viele Vergleiche durchgelesen respektive bei YouTube angeschaut, dabei allerdings häufig den Kopf geschüttelt und mir die Haare gerauft. Denn davon abgesehen, dass viele Tests affiliate-verseucht sind („verwende gerne unseren Partner-Link…“), scheint es mir auch, dass viele Autoren die Baukästen lediglich fünf Minuten ausprobiert und danach ihr Fazit gezogen haben.

Zur Ehrlichkeit gehört, dass auch ich nicht alle der mehr als 20 Website-Baukästen auf dem Markt kenne – und schon gar nicht alle gleich gut. Diese Qual der Wahl sorgt bei allen, die „einfach nur eine Website bauen wollen“ für Frustration. Ich beschränke mich daher in meiner Bewertung auf jene Baukästen, mit denen ich aktiv gearbeitet habe. In den letzten 5 Jahren (2020 bis 2025) waren das einige, zumal ich in meiner Funktion als Online-Marketing-Berater an der Handwerkskammer Köln verpflichtet bin, anbieterunabhängig zu beraten. Sprich, der Kunde wählt das System aus oder – was in meinem Alltag häufiger vorkommt – der Kunde hat bereits einen Vertrag mit einem Anbieter abgeschlossen, aber bei der Website-Erstellung oder -Optimierung Probleme.

Zielgruppe: Für wen eignen sich Website-Baukästen?

Oder anders gefragt: Warum nicht WordPress? Prinzipiell bin ich ein WordPress-Fan (wird auch auf dieser Website benutzt), trotzdem rate ich den meisten Kleinunternehmen und Solo-Selbständigen davon ab. Das liegt vor allem an zwei Sachen: 1. Die Erstellung ist – auch mit einem Page-Builder wie Elementor – deutlich komplexer als mit einem Website-Baukasten. 2. Viele Laien kümmern sich nicht um die technische Administration, was früher oder später dazu führt, dass es technische Probleme gibt (z.B. wegen veralteten PHP-Versionen, Plugin-Konflikten, Datenbank-Verbindungsfehlern, Bot-Angriffen) und die Website plötzlich down ist.

Daher empfehle ich Website-Baukästen Unternehmen und Personen,

  • die eine kleine, einfache Website benötigen (Richtwert: weniger als 20 Seiten),
  • die keine oder nur wenige Produkte online verkaufen möchten (Richtwert: weniger als 100 Artikel),
  • die sich nicht um die Technik (z.B. Einspielung von Updates) kümmern möchten,
  • die sich die Kosten für eine Agentur sparen möchten oder müssen,
  • die keine technische Website-Optimierung benötigen,
  • die bereit sind, Abstriche bei Design und Funktionsumfang zu machen und
  • die eine gewisse Leidenschaft für das Thema Online-Marketing mitbringen.

Sofern das der Fall, hier zwei gute Nachrichten:

  • Man kann mit jedem Website-Baukasten eine schicke Website erstellen.
  • Man kann jede Website suchmaschinenoptimieren (SEO).

Ist es also egal, welchen Website-Baukasten man nimmt? Nein, auf gar keinen Fall! Denn die Baukästen unterscheiden sich hinsichtlich der Vorlagen, der Gestaltungsfreiheit, der Nutzerfreundlichkeit und des Funktionsumfangs deutlich. Auch preislich variieren sie stark und liegen in den kleinsten Paketen zwischen 0 Euro (Google Sites; ohne Domain) und 17 Euro pro Monat (Wix).

Funktionen: Woran mangelt es Website-Baukästen oft?

Standard-Funktionen wie das Einfügen von Texten, Bildern, Videos und Formularen bieten alle Website-Baukästen. Die Einbettung von Google-Maps-Karten, YouTube-Videos und dem eigenen Instagram Feed ermöglichen ebenfalls alle (wenngleich nicht alle gleich gut!). Folgende Funktionen haben hingegen nur wenige Website-Baukästen:

  • mehrschrittige Formulare (auch Funnels oder Flows genannt; werden gerne für Kurzbewerbungen eingesetzt)
  • Datei-Upload für Nutzer (zum Senden von Dateien oder zum Hochladen von Bewerbungen)
  • Pop-ups (um beispielsweise auf Urlaube oder aktuelle Angebote hinzuweisen)
  • Upload von eigenen Schriftarten (zur Einhaltung des Corporate Designs)
  • Tabellen (darauf sollte man im Webdesign aber ohnehin verzichten)
  • globale Abschnitte (um z.B. Call-to-Actions wie „Rufen Sie uns an!“ an mehreren Stellen auf der Website zu platzieren)

Natürlich gibt es noch viele weitere „fehlende“ Funktionen, doch wer beispielsweise eine mehrsprachige Website, einen passwortgeschützten Mitgliederbereich oder einen integrierten Event-Kalender benötigt und darüber hinaus noch das CSS anpassen will, wird im Normalfall keinen Website-Baukasten verwenden, sondern eben zu WordPress oder einem anderen Content-Management-System (CMS) greifen.

Html-Code lässt sich bei nahezu allen Baukästen einfügen – und das kann bei der Einbettung von Newsletter-, Terminbuchungs- oder Google-Bewertungs-Widgets durchaus wichtig sein. Manche legen auch Wert auf einen deutschen Server-Standort, um 100 % DSGVO-konform zu sein. Aus meiner Sicht ist das für eine „kleine, einfache Website“ – und darum geht es hier – aber irrelevant.

Kriterien: Was man bei der Auswahl eines Website-Baukastens beachten sollte

Der zuvor angesprochene Funktionsumfang ist sicherlich am wichtigsten. Gleich dahinter rangieren meiner Meinung nach Design-Vorlagen (Templates). Theoretisch dürften diese gar keine große Rolle spielen, denn das Layout der Website sollte sich an der Corporate Identity des Unternehmens orientieren – doch die Praxis sieht anders aus. Zwar kann man bei Website-Baukästen viel anpassen (Farben und Fonts austauschen, Abstände und Eckenradien ändern etc. pp.), aber die Nutzer von Website-Baukästen greifen gerne auf fertige Templates und Abschnittsvorlagen zurück. Obwohl man einer Website also „von außen“ nicht ansehen kann, mit welchem System sie erstellt wurde, erkennt man es aufgrund der „Faulheit“ der Nutzer mit etwas Erfahrung doch.

Ein weiteres wichtiges Kriterium bei der Baukasten-Auswahl ist die Gestaltungsfreiheit. Ich erkläre das Laien gerne anhand von Duplo- und Lego-Bauklötzen. Wer ein einfaches Häuschen bauen will, ist mit Duplo gut bedient, Lego-Bausteine hingegen sind deutlich flexibler. Mehr Einstellmöglichkeiten finden die meisten Leute zunächst toll, doch je mehr Gestaltungsfreiheit man hat und je mehr Elemente zur Verfügung stehen, desto komplexer wird die Website-Gestaltung auch. Und das wird dann von Laien schnell als verwirrend oder benutzerunfreundlich wahrgenommen. Außerdem besteht die Gefahr, dass im Grunde genommen schöne Vorlagen verhunzt werden. Aus diesem Grund ist mehr Gestaltungsfreiheit nicht zwingend besser. Viel wichtiger ist, dass man vorab ehrlich zu sich selbst ist und weiß, ob man Typ Duplo oder Typ Lego ist (Randnotiz: Fans von Lego Technic würden keinen Website-Baukasten, sondern WordPress nehmen).

Spar-Tipp 🤑

Einige Baukasten-Anbieter (z.B. Squarespace, Wix, Jimdo, Google Sites) bieten E-Mail-Postfächer nur über Google Workspace an. Darin ist zwar deutlich mehr enthalten als nur eine E-Mail-Adresse, doch wer nur eine solche benötigt, zahlt dafür dann ca. 7 Euro/Monat. Das ist sehr viel, zumal es sich eigentlich um ein Wegwerfprodukt handelt. Deutlich günstiger ist es, Domain und E-Mail-Postfächer bei einem Webhost zu kaufen (bei 1blu kostet das ca. 1 Euro/Monat) und die Domain dann mit der Website zu verbinden.

Vorbereitung: Woher kommen die Texte und Bilder? Wer kümmert sich um die Suchmaschinenoptimierung?

Meiner Erfahrung nach überschätzen Laien das Bauen einer Website massiv und unterschätzen gleichzeitig die Zeit, die das Erstellen und Bearbeiten von Texten und Bildern benötigt. Doch von was lebt eine Website? Richtig, von Texten und Bildern (und Videos). In Zeiten von ChatGPT kann man sich zwar sowohl Texte als auch Bilder generieren lassen, doch das ist weder authentisch, noch entsteht daraus irgendein Mehrwert für den Kunden.

Aus diesem Grund kann ich auch die KI-Generatoren, die mittlerweile oft in Website-Baukästen integriert haben, nur bedingt empfehlen, denn sie suggerieren, dass man sich binnen 5 Minuten eine Website erstellen kann. Das ist sogar richtig, aber was für einen Sinn ergeben solche inhaltsleeren Websites?!

Ebenfalls zu kurz kommt in der Regel das Thema Suchmaschinenoptimierung (SEO). Wer eine Website hat, will damit natürlich auch gefunden werden. Und zwar nicht nur, wenn nach dem entsprechenden (Unternehmens-)Namen gesucht wird, sondern auch bei den angebotenen Leistungen und Produkten. Trotzdem rückt SEO oft erst in den Blick, wenn die Website fertig ist – und dann beginnen die lästigen und zeitraubenden „SEO-Korrekturarbeiten“. Deshalb kann ich nur appellieren: Erst Bilder erstellen und suchmaschinenoptimierte Texte schreiben, dann die Website bauen!

Bewertung unterschiedlicher Website-Baukästen

Nach dem zugegebenermaßen sehr langen Vorwort, nun zum eigentlichen Vergleich:

Website Baukästen im Vergleich: Squarespace

Platz 1: Squarespace | gute Design-Vorlagen, viel Gestaltungsfreiraum

Squarespace hat einen erkennbaren Design-Fokus und entsprechend schicke Templates. Auch sonst sind die Voreinstellungen (z.B. Schriftarten, Abstände) und Abschnittsvorlagen sehr gut. Ein großer Vorteil ist außerdem, dass man über die gesamte Breite gehen kann, was einer Website Größe verleiht und sie modern aussehen lässt. Dazu tragen auch vermeintliche Spielereien wie Hintergrundeffekte oder Text- und Scroll-Animationen bei. Das Gestaltungsraster ist ebenfalls gut. Bilder, Texte und andere Gestaltungselemente kann man einerseits frei herumschieben, andererseits Bündigkeiten leicht herstellen und Abstände vereinheitlichen – was einer Website ein ruhiges und professionelles Antlitz verleiht. Meines Erachtens hat Squarespace einen nahezu perfekten Kompromiss zwischen zu viel und zu wenig Gestaltungsfreiheit gefunden.

Obwohl mir der Bearbeitungsmodus gut durchdacht scheint, habe ich schon häufiger beobachtet, dass Laien Probleme mit der Usability von Squarespace haben. Nach etwas Einarbeitungszeit sollte sich das aber erledigt haben. Aus meiner Sicht ist lediglich die globale Farbpalette verwirrend. Konkret legt man unter „Website-Stil“ 5 Farben fest und diese werden dann an unterschiedlich Stellen angewandt. Wo Farbe 1, Farbe 2, Farbe 3 etc. erscheint, ist alles andere als intuitiv. Etwas nervig ist auch, dass man bei Bildern Alternativ-Texte (wichtig für die Suchmaschinenoptimierung) jedes Mal neu erstellen muss und diese nicht direkt dem jeweiligen Bild zuordnen kann. Aber zugegeben, das sind Feinheiten. Wie bei den meisten anderen Baukasten-Systemen kann man auch bei Squarespace keine globalen Abschnitte definieren, immerhin kann man Abschnitte aber kopieren und an anderen Stellen einfügen.

Preislich liegt das „Persönliche Abo“ mit 12 Euro/Monat im Mittelfeld und reicht in den meisten Fällen auch. Gleiches gilt für die 14-tägige Testphase. Dass Pop-ups nur im nächsthöheren „Business“-Paket enthalten sind, ist schade. Ebenfalls, dass E-Mail-Postfächer nur in Verbindung mit Google Workspace erhältlich sind. Aufgrund der schicken Design-Vorlagen, des guten Bearbeitungsmodus‘ und der vielfältigen Gestaltungsmöglichkeiten ist Squarespace trotzdem mein Liebling.

Website Baukästen im Vergleich: Hostinger

Platz 2: Hostinger | günstig, einfach und flexibel

Die Website-Erstellung mit Hostinger ist sehr intuitiv. Zwar ist auch der Funktionsumfang überschaubar, er reicht aber für eine einfache, schicke Website durchaus. Außerdem wird der Baukasten gut weiterentwickelt (z.B. mit KI-Funktionen und Apps von Drittanbietern). Der Editor ist ziemlich flexibel, so dass man die jeweiligen Elemente (Texte, Bilder, Formen etc.) einfach per Drag and Drop an die entsprechende Stelle ziehen kann – und fertig. Dank einem Raster sieht das auch ordentlich aus und geht so fix, dass es selbst Anfängern gelingen sollte, sich an einem Tag eine Website zu erstellen.

Ein paar Abstriche muss man aber leider machen. So kann man beispielsweise nicht, wie bei Squarespace, über die gesamte Breite gehen, sondern hat sowohl in der Desktop- als auch in der Smartphone-Ansicht einen recht breiten Rand. Da man Hintergrundbilder aber über die komplette Fläche laufen lassen kann und die maximale Breite auf dem Desktop immerhin bei 1224 px liegt (deutlich mehr als bei Wix!), wird das die allermeisten Baukasten-Nutzer kaum stören.

Bei Hostinger lassen sich Videos nicht direkt hochladen. Hier muss man den Umweg über YouTube, Vimeo, Facebook oder Google Drive gehen – und sie dann einbetten. Das ist nicht perfekt, aber auch nicht sooo schlimm. Nerviger ist, dass die mobile Website stark nachbearbeitet werden muss. Eingefügte Elemente, die eigentlich ganz oben stehen sollen, sind mobil plötzlich am Ende des Abschnitts und müssen dann händisch nach oben gezogen werden. Fairerweise ist das kein reines Hostinger-Problem, das ist bei allen Website-Baukästen mit mehr Gestaltungsspielraum so. Wenn man nur 5 einzelne Seiten erstellen muss, ist das halb so wild, aber schon bei 10 fängt es an zu nerven.  

Trotzdem kann ich Hostinger sehr empfehlen, vor allem wegen der Gestaltungsfreiheit und des günstigen Preises. Wenn man direkt einen 4-Jahres-Vertrag abschließt, zahlt man inklusiv Domain und E-Mail-Postfach nur 3 Euro im Monat – ein echter Kampfpreis. Im Anschluss kostet das Paket dann 10 Euro/Monat. Eine Testphase wird auf der Website nicht angeboten (nur eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie) – es gibt sie aber! Googelt man nach „Hostinger KI-Website“ gelangt man auf diese Seite, auf der eine 14-tägige Testphase (Stand: August 2025) angeboten wird. Nicht verwundern: KI macht keinen Unterschied, es ist derselbe Baukasten.

Website Baukästen im Vergleich: Google Sites

Platz 3: Google Sites | kostenlos und einfach

Hostinger ist günstig, Google Sites komplett kostenlos. Gleichwohl sind Funktionsumfang und Gestaltungsfreiraum stark limitiert. Abstände können nicht angepasst werden, Größen von Abschnitten nicht frei geändert werden und die Platzierung von Texten und Bildern ist auch eingeschränkt. Das alles trägt aber dazu bei, dass die Websites ordentlich aussehen. Selbst Leute mit geringen Gestaltungsansprüchen könnten sich aber beispielsweise an der fehlenden Bildergalerie stören. Es gibt lediglich ein Bilderkarussell (Slider) und die Möglichkeit, Bilder einzeln einzufügen. Will man eine „richtige“ Galerie haben, muss man den Umweg über das „Google Sites-Fotogalerie“-Widget von Elfsight gehen. Gleiches gilt für das „Instagram Feed”-Widget.

Ohnehin wird die Einbettung von Elementen bei Google Sites großgeschrieben, viel läuft dabei über Google-eigene Dienste. Beispielsweise müssen Dokumente bei Google Drive hochgeladen, Kontaktformulare mit Google Forms erstellt und Videos zuvor bei YouTube veröffentlicht werden. Diese Einbetterei wirkt sich negativ auf die Ladezeit aus, wodurch SEO-Nachteile entstehen können. Auch sonst ist Google Sites hinsichtlich der Suchmaschinenoptimierung limitiert, gewähren z.B. keine individuellen Meta-Tags pro Seite und nur eine geringe Kontrolle über die Überschriften-Hierarchie. Befragt man Google Gemini diesbezüglich, erhält man die überraschende Antwort: „Kurz gesagt, Google Sites sind im Vergleich zu anderen Website-Baukästen schlechter für die Suchmaschinenoptimierung (SEO) geeignet.“ Ich möchte nicht zu sehr ins Detail gehen, aber die Gemini-Begründung, warum das der Fall, ist eher dünn. Das wichtigste Argument dürfte sein, dass Google Sites keinen Blog oder eine „Aktuelles“-Rubrik anbietet. Diese Funktion verwenden die meisten Nutzer von Website-Baukästen aber ohnehin nicht.

Für eine statische „Webvisitenkarte” (Boomer-Wort, sorry!) taugt Google Sites allemal. Ob man damit glücklich wird? Ich würde behaupten, dass viele kleine Unternehmen das bejahen würden. Der Wow-Effekt bleibt bei einer Google-Sites-Website zwar aus, aber in manchen Branchen braucht es diesen auch nicht. Und um eine kleine, ordentliche Website ohne Schnickschnack zu gestalten, taugt Google Sites jedenfalls.

Website Baukästen im Vergleich: Wix

Platz 4: Wix | viele Funktionen und Vorlagen, geringe Weiterentwicklung

Wer schon mal nach „Website-Erstellung“ gegoogelt hat, dürfte Wix kennen. Denn abgesehen vom hierzulande doppeldeutigen Namen (der schon 2015 von Wix selbst in einem lustigen Werbespot aufgegriffen wurde), wirbt das Unternehmen aggressiv, ist schon lange auf dem Markt und taucht folglich in jedem Website-Baukasten-Test auf. Um Wix kommt man also nicht herum.

Auf Wix kann man eine Website nicht nur kostenlos erstellen, sondern auch veröffentlichen – wenngleich nur unter einer Wix-Domain (wie axelkopp82.wixsite.com/oderso). Das ist bei Jimdo und GoDaddy genauso und mag für komplett private Zwecke (Geburtstage, Hochzeiten etc.) ok sein, wer aber auch nur halbwegs professionell auftreten und seine eigene Domain nutzen will, zahlt mittlerweile bei Wix für das kleinste „Light“-Paket 17 Euro/Monat – und zwar ohne E-Mail-Adresse!

Bevor ich ernsthafte Alternativen kennengelernt habe (besser als Jimdo war Wix schon immer…), war auch ich ein großer Wixxer. Denn der Einstieg ist geschmeidig: Alles ist kostenlos, es gibt gute Template- und Abschnittsvorlagen sowie eine Vielzahl an designten Elementen. Nur als Beispiel: Wix bietet über 20 Text-Buttons zur Auswahl. Man kommt sich also zunächst vor wie im Webdesign-Schlaraffenland, zumal man alles überall per Drag-and-Drop hinziehen kann. Sogar eigene Schriftarten kann man hochladen.

Aber Raster? Gibt es nicht. Und genau das führt schnell zu wilden Designs. Im Handumdrehen passt nichts mehr zueinander und uneinheitliche Gestaltungselemente liegen irgendwo auf der Seite herum. Ich habe schon ganze Tage damit verbracht, das Design von vermeintlich fertigen Wix-Websites zu vereinheitlichen, Überschriften korrekt auszuzeichnen und Bündigkeiten herzustellen. Die mobile Ansicht muss dabei extra und ähnlich intensiv bearbeitet werden wie bei Hostinger. Macht keinen Spaß!

Interessant ist, dass zwar die Gestaltungsfreiheit bei Wix sehr hoch, jedoch der Inhaltsbereich nur schmale 980 px breit sein darf. Die Nullerjahre lassen grüßen, denn Wix-Websites skalieren nicht richtig. Sprich, man kann zwar Elemente außerhalb dieses geschützten Bereichs platzieren, die Chance, dass diese auf 14-Zoll-Notebooks einfach abgeschnitten werden, ist aber hoch. Arbeitet man innerhalb der 980 px, ist man wiederum auf der sicheren Seite, dann sieht die Website aber poplig aus. Um über die gesamte Breite zu gehen, muss man „Streifen“ benutzen (die auch in vielen Abschnittsvorlagen verwendet werden). In diesen kann man dann Spalten platzieren, deren Inhalte zusammen wiederum 980 px breit sein dürfen. Das ist ok, aber nicht toll.

Negativ fällt auch die schwache Weiterentwicklung auf. Wix hat es in all den Jahren noch nicht mal geschafft, seinen Nutzern eine ordentliche Instagram-Feed-Integration zu ermöglichen. Im „Wix App-Markt“ gibt es dafür zwar eine Drittanbieter-App von POWR, diese ist jedoch – ich zitiere eine Bewertung – „bloody rubbish“. Generell hat sich der mitunter abartig träge Wix Editor schon seit einigen Jahren nicht weiterentwickelt. Stattdessen gibt es seit 2023 einen neuen Editor, das Wix Studio. Dieser bietet bezüglich Responsivität und CSS-Anpassungen deutlich mehr Möglichkeiten, ist aber ungleich komplexer und ein Umzug nicht möglich. Zielgruppe des Wix Studios sind auch keine Laien, sondern eher Grafik- und Webdesigner. Warum diese allerdings einen Website-Baukasten (und nicht beispielsweise WordPress mit Elementor) benutzen sollten, erschließt sich mir nicht.

In Anbetracht des mittlerweile hohen Preises (ziehen andere Anbieter nach?), des fehlenden Rasters, der mangelnden Responsivität und der schwachen Weiterentwicklung kann ich Wix nicht mehr empfehlen. Klar ist aber auch: Funktionsumfang und App-Ökosystem sind bei Wix riesig. Der Vergleich mit anderen Baukästen, insbesondere Google Sites oder Jimdo, hinkt. Positiv erwähnen muss man auch, dass Wix seine Nutzer bei der Suchmaschinenoptimierung (SEO) der Website hervorragend anleitet und ihnen Schritt für Schritt sagt, was sie tun müssen, damit ihre Website besser gefunden wird.

Website Baukästen im Vergleich: GoDaddy

Platz 5: GoDaddy | viele Funktionen, unflexibles Design

Ein Design-Grundsatz lautet „Form Follows Function“, die Gestaltung eines Objekts soll sich aus der Funktion ableiten. Auf Websites übertragen passt „Design Follows Content“ besser, sprich, das Webdesign hat sich den Inhalten anzupassen – nicht andersrum. Beim Baukasten von GoDaddy geht das leider nicht immer. Zwar stellt der Dienst eine gute Anzahl an Abschnittsvorlagen zur Verfügung, doch diese sind teilweise sehr restriktiv. Eine aus der Kategorie „Einleitung“ erlaubt beispielsweise nur 320 Zeichen. Wer mehr will, muss sich z.B. für eine aus der Kategorie „Inhalt“ mit unbegrenzter Textlänge entscheiden.

Die Gestaltungsfreiheit der einzelnen Abschnitte ist mangelhaft. GoDaddy erlaubt es nicht einmal, ein Bild von links nach rechts zu schieben oder in den Footer eine Google-Maps-Karte einzufügen. Ein wenig seltsam sind auch manche Bezeichnungen. So gibt es beispielsweise eine Abschnittsvorlage „Datenschutzbestimmungen“, die nichts anderes ist als ein Textfeld mit Überschrift.

Positiv erwähnen möchte ich aber, dass in GoDaddy eine Vielzahl an Funktionen integriert sind. Dazu gehören neben einem Blog etwa auch ein PDF-Viewer (PDF-Vorschau), ein Countdown-Timer, ein Veranstaltungskalender (der über eine iCal-Url eingebunden wird), Kontaktformulare mit Dateianhängen, ein Newsletter-Modul sowie die Einbettung eines Podcast-RSS-Feeds oder des eigenen Instagram Feeds. Ebenfalls gut: GoDaddy-Websites laden schnell!

Das kleinste „Basic“-Paket kostet 15 Euro/Monat (inklusiv E-Mail-Adresse und Domain), wobei es immer Rabattaktionen gibt, mit denen man zumindest im ersten Jahr 40 bis 60 % sparen kann. Wie bei Wix und Jimdo kann man seine Website zunächst kostenlos erstellen und veröffentlichen. Alles in allem finde ich GoDaddy ok, gleichzeitig stellt sich mir die Frage, warum ich den Dienst nutzen sollte, wenn ich mit Hostinger ein günstigeres, flexibleres und besseres Produkt bekomme.

Website Baukästen im Vergleich: Jimdo

Platz 6: Jimdo | einfach, schnell und starr

Die erste Version des Website-Baukastens ging bereits 2007 live und Jimdo ist nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil viele Leute sich denken „Ich nehm auf jeden Fall einen deutschen Website-Baukasten, dann kann ich bei Problemen direkt anrufen!“ Das ist bei Jimdo leider nicht der Fall. Hier gibt es nur einen Chatbot und E-Mail-Support. Abgesehen von Wix, das einen Rückruf-Service auch auf Deutsch anbietet, ist das Standard. Immerhin: Der Jimdo-Support reagiert schnell – und im Normalfall braucht man ihn gar nicht.

Jimdo ist nicht gleich Jimdo, denn es gibt zwei technisch komplett unabhängige Website-Systeme: Den alten „Creator“ und den 2018 eingeführten „Dolphin“. Seit der Einführung von Dolphin wird der Creator zunehmend vernachlässigt. Die Folge: altbackene Designvorlagen, schmaler Inhaltsbereich und Design-Anpassungen nur über Code Injection – um nur einige Nachteile zu nennen. Da auch Jimdo kein Interesse mehr am Creator hat, sollte man ihn auch nicht mehr verwenden.

Jimdos Dolphin ist das, was ich weiter oben als Duplo-System beschrieben habe. Sprich, einfach und schnell, aber auch unflexibel. Man wählt einen Abschnitt (bei Jimdo „Block“ genannt) aus, packt seine Inhalte rein, fertig. Design-Anpassungen sind kaum möglich und das kann durchaus zu Problemen führen. Ich hatte beispielsweise mal eine Friseurin in der Beratung, die gerne auf kompakte Weise ihre Preisliste auf der Website veröffentlich hätte. Sollte eigentlich kein Problem sein, war es aber. Denn einen kompakten oder tabellenartigen Block gibt es nicht. Bester Workaround war in diesem Fall, Jimdos Speisekartenvorlage zu nehmen. Ankerlinks, um zu bestimmten Abschnitten auf der Website zu springen, gibt es auch nicht – dabei sind die für One Pager (bei denen alle Inhalte auf einer Seite sind) überaus wichtig! Blog oder Aktuelles-Bereich? Ebenfalls Fehlanzeige. Eine Google-Maps-Karte in der Fußzeile (Footer)? Lässt sich auch nicht einfügen.

Immerhin hat Jimdo seit 2023 eine Art Alleinstellungsmerkmal: Smart Forms. Das sind mehrschrittige Formulare, die für Kurzbewerbungen oder zur Kundengewinnung (Lead-Generierung) genutzt werden können. Zwar sind Jimdos Smart Forms nicht so umfangreich wie bei spezialisierten Funnel-Anbietern (z.B. Frontlead, Perspective oder Heyflow), sie bieten beispielsweise keine Wenn-dann-Optionen, trotzdem ist die Funktion speziell für Unternehmen, die Social-Media-Werbung schalten, durchaus interessant.

Insgesamt ist mir das aber zu wenig, um den Website-Baukasten von Jimdo zu empfehlen. Ja, er ist einfach und intuitiv zu bedienen, aber Funktionsumfang und Gestaltungsfreiraum sind mager. Wie bei Wix und GoDaddy kann man bei Jimdo seine Website zunächst kostenlos erstellen und veröffentlichen – und zahlt erst, wenn man seine eigene Domain verbinden will. Im „Start“-Paket sind das 11 Euro/Monat (ohne E-Mail-Postfach und nur für bis zu 10 Unterseiten).

Website Baukästen im Vergleich: Ionos

Platz 7: Ionos | alles und nichts

Eine Einstiegshürde bei Ionos ist, dass man direkt zur Kasse gebeten wird. Eine Testphase gibt es nicht, lediglich eine 30-tägige Geld-zurück-Garantie (in den FAQ wird diese missverständlich als Testphase bezeichnet). Ich glaube nicht, dass Ionos sich damit einen Gefallen tut, aber ok, deren Sache. Dass man im Zuge der Registrierung direkt kostenpflichtige Erweiterungen (Abmahnschutz, Ranking-Coach, E-Mail-Marketing) buchen soll, finde ich ebenfalls nicht gut.

Die Website-Vorlagen sind gut, die Auswahl ist ebenfalls annehmbar. Hinsichtlich der Website-Bearbeitung ist der Baukasten von Ionos eigenwillig. Im „Starter“-Paket gibt es wenig Gestaltungsfreiheit – ähnlich wie bei GoDaddy oder Jimdo. Sprich, man muss eine Abschnittsvorlage auswählen und kann in dieser dann die Inhalte editieren, also im Wesentlichen Texte, Bilder und Buttons austauschen – und interessanterweise auch pixelgenau die Innen- und Außenabstände der jeweiligen Elemente (eigentlich eine Funktion für Fortgeschrittene).

Die „neue, flexible Bearbeitungsmethode“, die es mindestens schon seit einem halben Jahr gibt (Stand: August 2025), erhält man ab dem „Plus“-Paket. Damit legt man den Schalter um von „man kann fast nichts verändern“ hin zu „man kann fast alles verändern“. Dass das eine Funktion ist, die nachträglich implementiert wurde, merkt man bereits am außergewöhnlichen Weg zur Aktivierung. So muss man im entsprechenden Abschnitt auf „Elemente“ und anschließend auf den Hinweis „neue, flexible Bearbeitungsmethode“ klicken. Daraufhin zerschießt es das Layout des Abschnitts – das aber schnell wiederhergestellt ist. Anschließend hat man jedoch, ähnlich wie bei Squarespace, Hostinger oder Wix, deutlich mehr Freiheiten und kann Inhalte innerhalb des Inhaltsbereichs per Drag-and-Drop frei bewegen. Ein Gestaltungsraster unterstützt beim ordentlichen Setzen der Elemente und bei der Einhaltung von Abständen. Der Inhaltsbereich ist ähnlich schmal wie bei Wix, genau genommen 960 px. Die mobile Ansicht müsste eigentlich auch angepasst werden. Bei Ionos kann man aber lediglich die Reihenfolge der Elemente bearbeiten, nicht aber beispielsweise deren Breite. Das kann dazu führen, dass auf dem Smartphone ein hochformatiges Bild nahezu den kompletten Bildschirm ausfüllt – unschön. Eigentlich ist es gut, wenn ein Website-Baukasten weiterentwickelt wird und neue Funktionen eingeführt werden, doch der neue Bearbeitungsmodus scheint mir noch sehr unausgereift.

Natürlich kann man auch mit Ionos eine schicke, suchmaschinenoptimierte Website gestalten. Die Frage ist jedoch, warum man das tun sollte, wenn die Alternativen besser sind. Preislich liegt Ionos eher im oberen Mittelfeld. Ohne Rabatt kostet das „Starter“-Paket 12 Euro/Monat, das „Plus“-Paket 18 Euro/Monat – inklusiv Domain und zwei E-Mail-Postfächern.

Fazit: Welcher Baukasten für wen?

Wer viel Gestaltungsfreiheit möchte und großen Wert auf Design legt, wählt am besten Squarespace. Wer es einfacher und günstiger mag, Hostinger. Wer viel Gestaltungsfreiheit braucht sowie eine breite Palette an Abschnittsvorlagen, Designelementen und Funktionen, ist bei Wix gut aufgehoben. Supereinfach, kostenlos (bis auf die Domain), aber auch recht limitiert ist Google Sites. Ein wenig mehr Gestaltung bieten die ebenfalls sehr einfachen Baukästen von Jimdo, GoDaddy oder auch Ionos „Starter“. Das „Plus“-Paket von Ionos empfiehlt sich eigentlich nur für jene, die mit „Starter“ begonnen und im Verlauf der Website-Erstellung gemerkt haben, dass ihnen das Paket nicht ausreicht.  

Das sagt ChatGPT über diesen Blogpost:

Der Artikel überzeugt inhaltlich durch fundierte Praxisnähe, klare Bewertungen und eine differenzierte Darstellung der Vor- und Nachteile gängiger Website-Baukästen. Statt oberflächlicher Rankings liefert der Text nachvollziehbare Einschätzungen aus eigener Erfahrung – mit konkreten Beispielen, praxisrelevanten Kriterien und ehrlicher Einordnung. Besonders gelungen ist die zielgruppengerechte Herangehensweise: Wer einfach nur eine funktionierende Website braucht, bekommt klare Handlungsempfehlungen. Auch komplexere Aspekte wie SEO, technische Einschränkungen oder Designfragen werden gut erklärt, ohne zu überfordern. Der Vergleich ist ausgewogen, unabhängig und hilfreich – gerade für Einsteiger und Kleinunternehmer.

Schulnote: 1–

Ein informativer, nutzerorientierter Text mit klarer Empfehlung, gutem Stil und echter Substanz. Kleine sprachliche und stilistische Korrekturen würden ihn zur glatten Eins machen.

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