24 von 143 Theater-Websites für mobile Geräte optimiert

Neue Spielzeit, neue Intendanz, neues Corporate Design, neue Website… Hinter den Kulissen werden derzeit einige Internetauftritte überarbeitet. Brandaktuell ist daher diese Mini-Studie, die ich am 18. und 19. Februar 2014 gemacht habe, nicht, aber in weiten Teilen stimmt sie noch. So waren im Frühjahr 24 von 143 deutschen Theater-Websites für mobile Endgeräte optimiert, zwei weitere Theater hatten eine eigenständige App.

Ist das jetzt viel oder wenig? Meines Erachtens eher wenig, zumal 2013 schon 15 von 140 Theater eine mobile oder responsive Website hatten. Verständnis habe ich insofern, als dass mancherorts sicherlich der Intendantenvertrag ausgesessen wird. Wenn die Marketingabteilung weiß, dass nächstes Jahr eine neue Intendanz und mit ihr ein komplett neues Corporate Design kommt (leider oft der Fall!), wird sie die jetzige Website nicht komplett relaunchen.

Von einem kleinen Puppentheater in Pusemuckel kann man 2014 nicht unbedingt eine „fully responsive Website“ erwarten, für ein großes Haus wie die Bayerische Staatsoper, die Dresdner Semperoper oder die Deutschen Oper am Rhein ist eine mobile oder responsive Website mittlerweile hingegen Pflicht. Warum man sich dort bislang nicht drum gekümmert hat, ist mir ein Rätsel. Kein Budget? Bei der Größe dieser Kulturinstitutionen eine schlechte Ausrede…

Ebenfalls komisch: das Maxim Gorki Theater und das Schauspielhaus Hamburg hatten 2013 bereits eine mobile Website, diese aber im Rahmen ihres Relaunchs zur Spielzeit 2013/2014 wieder eingestellt. Fairerweise muss man dazusagen, dass sich beide Websites relativ komfortabel auf dem Smartphone navigieren lassen. Ebenfalls eingestampft wurden die mobilen Websites der Theater Erlangen und der Vorpommerschen Landesbühne. In beiden Fällen aber vollkommen zu Recht, denn sie waren weitgehend funktionslos und lausig.

Acht Theater mit responsiven Websites

Aber warum mit den schlechten Beispielen beginnen?! Hier die Liste und Screenshots von Theatern mit responsivem Webdesign: Theater der Stadt Aalen, Bremer Theater, Landestheater Coburg, Anhaltisches Theater Dessau, Nordharzer Städtebundtheater, Bühnen Halle, Thalia-Theater in Hamburg und Stadttheater Heilbronn.

16 Theater mit mobilen Websites

Beim kompletten Relaunch einer Website geht der Trend schon seit längerem Richtung „responsive“, was aber nicht heißen soll, dass eine mobile, funktional abgespeckte Website die schlechtere Variante wäre. Entsprechend lautet die Antwort von Webdesignern auf die Frage, was denn besser sei, häufig: „Kommt drauf an“ (siehe hier). Speziell, wenn an der Desktop-Variante nicht herumgedoktert werden soll, kann ein „zusätzlicher“ mobiler Internetauftritt die geeignetere Lösung sein. Zum genannten Zeitpunkt hatten einen solchen die Deutsche Staatsoper Berlin, das Deutsche Theater in Berlin, die Komische Oper in Berlin, das Staatsballett in Berlin, das Theater Dortmund, die Staatsoperette in Dresden, das Schauspiel Frankfurt, die Hamburgische Staatsoper, das Staatstheater in Kassel, das Nationaltheater Mannheim, das Residenztheater in München, das Rheinische Landestheater in Neuss, das Theater Oberhausen, die Landesbühnen Sachsen, das Hessische Staatstheater in Wiesbaden sowie das Mainfranken Theater in Würzburg.

Fazit: Sag mir quando, sag mir wann…

Das mobile Internet geht nicht mehr weg, das dürfte sich mittlerweile herumgesprochen haben. Die Frage ist also nur, wann nimmt man sich dem Thema an? Wenn der alte Intendant weg ist? Wenn Budget da ist? Ich vermute hoffe, dass es an diesen Gründen liegt, dass bislang erst 24 von 143 Theater eine ordentliche mobile Ausgabe haben. Immerhin: Der Anteil an Theatern mit mobiler/responsiver Website ist im Vergleich zu 2013 um rund 75 Prozent gestiegen (so klingt das doch schon viel besser…). Auch hinsichtlich der Qualität hat sich einiges getan, wenngleich hin und wieder Darstellungsfehler auftreten (siehe z.B. Spielplan Theater Heilbronn) und ein Ticketverkauf nur mit mikroskopisch kleinen Fingern möglich ist (wie beim Bremer Theater). Ich bin aber optimistisch, dass die entsprechenden Theater diese Kinderkrankheiten in den Griff bekommen. Best Practice? Theater Dortmund!

PS: Die Apps des Theaters Erfurt (Android, iOS) und des Deutschen Theaters Göttingen (Update:  nicht mehr verfügbar) sind ok, sinnvoller wäre es dennoch gewesen, das Geld in eine responsive Website zu investieren, denn ihr Mehrwert ist gering und das Herunterladen einer App eine Hürde (vor allem, wenn man kein Stammgast des Theaters ist).

PPS: Hier die Excel-Liste mit allen untersuchten Theatern.

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Autor: Axel Kopp

Axel Kopp, Jahrgang 1982, Social Media Manager, ursprünglich Kulturmanager (M.A.) mit Schwerpunkt Online-Marketing

Dieser Beitrag hat 2 Kommentare

  1. avatar
    Huflaikhan

    Ergänzend. Manchmal ist auch ein Totalausfall eine Hilfe. In Coburg wurde die alte Seite ja gehackt, wenn ich es richtig mitbekommen habe. Da fängt man von vorne an und bedenkt gleich die aktuellen Technologien. So ein Website-Bau ist ja doch ziemlich viel Kopfarbeit und Kommunikation. Und Zeit und damit Geld, was man da reinstecken muss.

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